Exokrine Pankreasinsuffizienz und seine Symptome

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Dr. Darko Stamenov
Dr. Darko Stamenov
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Zwar kann eine reduzierte Pankreassekretion auch bei beschwerdefreien Menschen vorliegen, eine schwere exokrine Pankreasinsuffizienz verursacht aber immer Symptome.

Typischerweise sind die exokrinen Pankreasinsuffizienz und ihre Symptome Teil des Krankheitsbildes einer chronischen Pankreatitis. Allerdings kann sie vorübergehend auch in den ­Wochen und Monaten nach schweren akuten Pankreatitiden auftreten. Das gilt auch für die Patienten mit Pank­reas­kopfkarzinom.

Nach neueren Erkenntnissen ist auch im Alter bei sonst ­beschwer­defreien Patienten ­eine Reduktion der pankreatischen Leistungsfähigkeit und der exokrinen Pankreassekretion möglich. Unklar ist derzeit allerdings, ob das einen Krankheitswert besitzt oder on das Teil des physiologischen Alterungsprozesses ist.



 

Die häufigsten ­Ursachen der chronischen Pankreatitis

Die chronische Pankreatitis ist in den meisten Fällen durch ein chronisches Zuviel an Alkohol und Nikotin bedingt. Aber auch genetische Ursachen sind bekannt. Die Zystische Fibrose ist in der homozygoten Form auch als schweres pulmonales und ­gastrointestinales Krankheitsbild bekannt. Sie kann bei heterozygoten Merkmalträgern zu einer chronischen Pankreatitis führen. Und damit schon in jungen Jahren eine exokrine Pankreasinsuffizienz entwickeln.

Daneben können auch andere auslösende Mutationen ausgetestet werden. Allerdings ist eine kausale Therapie des genetischen Defektes ist derzeit aber nicht verfügbar. Chronische Pankreatitiden können außerdem Folge von Entwicklungsstörungen sein: So ­erfolgt beispielsweise bei Pankreas divisum, der häufigsten Entwicklungsstörung, die Verschmelzung der zwei embryonalen Pankreasanlagen nicht einwandfrei. Der Pankreassaft kann nicht ausreichend ins Duodenum abgeleitet werden und chronische Entzündungen resultieren.

 

Welche Symptome eine exokrine Pankreasinsuffizienz verursacht

Zwar kann eine reduzierte Pankreassekretion auch bei Menschen vorliegen, die sich völlig gesund und beschwerdefrei fühlen, eine schwere exokrine Pankreasinsuffizienz verursacht allerdings immer Symptome. Die gestörte Aufschlüsselung der Nahrungsinhalte führt zu einem Mangel an Kalorien und damit zu Gewichtsverlust.

Die nicht zerlegten Nahrungsbestandteile werden weitertransportiert. Und dann metabolisieren sie Bakterien im unteren Dünn- und im Dickdarm zu Gas und abführend wirksamen Molekülen.

Eine exokrine Pankreasinsuffizienz entwickelt Meteorismus, Diarrhö, Steatorrhö und Gewichtsverlust. Die Folge sind also Blähungen, Völlegefühl und volumenreiche, gärende und stinkende Malabsorptionsstühle. Zudem verursacht die gestörte Fettverdauung nicht nur eine zu geringe Kalorienaufnahme. Sondern es können auch Mangelerscheinungen an fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K und seine Folgen.

 

Welche Untersuchungen zur sicheren Diagnose »exokrine Pankreasinsuffizienz« führen

Besteht der Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz, wird die Elastase – eines der Enzyme, die im Pankreassaft enthalten sein sollten – quantitativ im Stuhl bestimmt. Dieser einfache Test gibt bei Elastasemangel den Hinweis auf die eingeschränkte sekretorische Pankreasleistung bei mittelschweren und schweren Formen. Frühformen sind damit hingegen nicht erkennbar. ­Dazu wären aufwändige Tests notwendig, die heute nicht mehr routinemäßig eingesetzt werden.

 

Enzym-Substitution

Man behandelt, sobald der ­Patient mit Pankreas­insuffizienz Symptome wie Durchfall, Blähungen und Gewichtsverlust hat. Und wenn dann auch der Elastasetest einen Enzymmangel zeigt. Die Ersteinstellung erfolgt nach Erfahrung und Faustregeln. Das Ziel der Behandlung der Pankreas­insuffizienz ist jedenfalls das Verschwinden der Symptome.

Um eine exokrine Pankreas­insuffizienz zu behandeln, sind je nach Schweregrad unterschiedliche Dosierungen von Enzymsubstitutionsmedikamenten in Kapselform erhältlich. Zusätzlich können jeweils zu den Mahlzeiten unterschiedlich viele Kapseln eingenommen werden.

Die Dosis­findung ist also durchaus empirisch. Wobei sich unter der Therapie Stuhl und Blähungen sehr rasch wieder normalisieren. Und zusätzlich sollten die Patienten dann auch wieder an Gewicht zunehmen. Im Grunde genommen führt man auch weitere Messungen eher nicht durch.

 

Bei welchen Indikationen endoskopische oder operative Eingriffe durchgeführt werden

Nicht die exokrine Pankreasinsuffizienz per se, sondern die – ebenfalls oft bei chronischer Pankreatitis auftretenden – Schmerzen und weiteren Probleme machen einen endo­skopischen Eingriff notwwendig. So ist durch endoskopische Zertrümmerung von Pankreassteinen, Dilatation von Stenosen sowie Einsetzen von Endoprothesen/ Stents eine Verbesserung des Enzymabflusses und Reduktion der Schmerzen möglich. Positiver Nebeneffekt ist dabei die Besserung der exokrinen Pankreasinsuffizienz. Bestehen die Schmerzen weiterhin, ist in manchen Fällen auch ein operativer Eingriff zielführend.



Quellen und weitere Informationen:

Interview mit Prim. Univ.-Doz. Dr. Rainer Schöfl zu Exokrine Pankreasinsuffizienz – Ursachen und Therapie der mangelhaften ­Enzymsekretion.


http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/068-020l_S1_Mukoviszidose_Ern%C3%A4hrung_exokrine_Pankreasinsuffizienz_2011-05.pdf

http://www.vdd.de/fileadmin/downloads/D_I/Fokus_D_I_2011_12/D_I_5_2012_Fokus.pdf

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