Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat nun Empfehlungen für Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung veröffentlicht.

Die aktuellen Empfehlungen „Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung“ der Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) richten sich an Forschende, Studierende und Lehrende aus allen Bereichen der Psychologie, und damit auch an Antragstellende und Begutachtende in Ethikkommissionen. Wobei man Qualität in der psychologischen Forschung nur dann gewährleisten kann, wenn diese ethischen Prinzipien folgt. Mit den Empfehlungen setzt Deutsche Gesellschaft für Psychologie ein Zeichen für Qualitätssicherung.. Weiter will man damit Forschenden eine klare Orientierung für ihren Forschungsprozess geben.



 

Ethisches Handeln beginnt in der psychologischen Forschung bereits bei der Studienplanung

Im Forschungsprozess beginnt diese Verantwortungsübernahme bereits bei der Studienplanung. Wer muss beispielsweise bei Untersuchungen mit Jugendlichen zur Smartphone-Nutzung und Stimmungsbeeinflussung einwilligen? Müssen das nur die Jugendlichen selbst tun, nur die Eltern oder beide? Gibt es Risiken bei der Teilnahme an bestimmten psychologischen Experimenten, zum Beispiel durch das Ausfüllen von Selbsteinschätzungsfragebögen – und falls ja, muss man darüber aufklären?

Auf Basis der bereits im Jahr 2004 formulierten berufsethischen Richtlinien, die Leitlinien sowohl für die berufliche Praxis als auch für die Forschung formulieren, behandeln die Empfehlungen vor allem die ethischen Prinzipien, die in der Forschung mit Menschen relevant sind.

Einerseits bieten die Autoren den Forschenden verschiedene Good Practice-Beispiele für ethische Entscheidungen. Andererseits bieten die Leitlinien konkrete Hilfestellungen durch Checklisten und Musterbeispiele, die Forschende für eigene Ethikanträge nutzen können.



 

Elementare Prinzipien

Im Grunde genommen beschreiben die Empfehlungen » Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung « vier international anerkannte elementare Prinzipien. An diese angelehnt sollte eine ethisch vertretbare Forschung erfolgen.

  • Respekt vor Selbstbestimmung: Versuchspersonen müssen freiwillig in allen Phasen und Teilen einer wissenschaftlichen Untersuchung teilnehmen, die Studienautoren müssen dass jederzeit respektieren.
  • Nichtschädigung: Psychologen müssen die Privatsphäre von Versuchspersonen sichernj und erhaltene Informationen vertraulich behandeln.
  • Fürsorge: Forscher müssen Würde und Integrität der Versuchspersonen wahren.
  • Gerechtigkeit: schlußendlich müssen sie die Versuchspersonen fair behandeln.

Die Empfehlungen der DGPs verdeutlichen, unter welchen Bedingungen eine Studie als ethisch unbedenklich einzustufen ist. Dazu werden insbesondere auch die Kriterien transparent gemacht, die bei der Beurteilung von Anträgen von der Ethikkommission der DGPs angelegt werden. Sie dienen dadurch als Unterstützung für Antragstellende und für Vertreterinnen und Vertreter lokaler Ethikkommissionen an den Universitäten.




Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) www.dgps.de

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