Ernährung bei Intensivpatienten mit zusätzlicher Gabe von Vitamin D

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Im Zusammenhang mit der Ernährung bei Intensivpatienten konnten Forscher mit der zusätzlichen Gabe von Vitamin D die Sterblichkeit von schwerkranken Patienten senken.

Kaum ein anderer Mikronährstoff stand in den letzten Jahren so im Rampenlicht wie Vitamin D. Experten diskutieren dessen Einsatz nach wie vor durchaus kontrovers. In einer Studie zur Ernährung bei Intensivpatienten konnten Wissenschaftler aus Graz mittels Vitamin D-Substitution die Prognose bei Intensivpatienten verbessern. Die vielversprechenden Ergebnisse zeigen eine potenzielle kostengünstige Begleittherapie auf.

 

Was der Vitaminstatus bei Vitamin D wirklich aussagt

Jedenfalls leiden Intensivpatienten häufig an Vitamin-D-Mangel. Die Grazer Forscher vermuteten darin einen der Gründe für die hohe Sterblichkeit. Dementsprechend zeigten ihrer Untersuchungsergebnisse, dass eine hochdosierte Gabe von Vitamin D bei schwerem Vitamin-D-Mangel die Sterblichkeit Schwerkranker senken konnte.

Im Grunde genommen ist Vitamin D im Körper vor allem beim Knochenaufbau sowie der Regulierung des Kalciumspiegels im Blut wichtig. Forschungen der letzten Jahren ergaben jedoch, dass Vitamin D auch bei anderen Organsystemen wie dem Immunsystem bedeutend sind. Durch die Einwirkung von UV-Strahlung wird es in der Haut gebildet. Über die Nahrung kann es vor allem in Form von manchen Fischen aufgenommen werden oder auch als Zusatz in Nahrungsergänzungsmitteln.

In der zitierten Studie erfolgte eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedensten Fachrichtungen wie Anästhesiologie und Neurologie. Die Wissenschafter untersuchten dabei, wie sehr eine hochdosierte Gabe von Vitamin D zur Ernährung bei Intensivpatienten mit Vitamin-D-Mangel die akute Prognose (Krankenhausaufenthaltsdauer, Sterblichkeit) beeinflusst.

 

Hochdosiertes Vitamin D als zusätzliche Gabe zur Ernährung bei Intensivpatienten beeinflusst bei kritisch Kranken die Prognose positiv

Die Forscher untersuchten in einer klinischen doppelblinden sowie randomisierten Interventionsstudie 492 ProbandInnen auf der Intensivstation mit Vitamin-D-Mangel. Dabei litten die Patienten an unterschiedlichen schweren Erkrankungen. Die eine Gruppe erhielt eine hohe Vitamin-D3-Dosis über bis zu 5 Monate, während die Kontrollgruppe ein Placebo einnahm. Ziel war in erster Linie zu beobachten, wie sehr sich die Intervention auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes auswirkt. Außerdem erhoffte man sich neue Erkenntnisse über die Sterblichkeit im Krankenhaus.

Die Studienergebnisse zeigten, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zwischen der Vitamin-D-Gruppe und der Kontrollgruppe gab. Außerdem konnten die Wissenschafter beobachten, dass es in der Sterblichkeitsrate der gesamten Studienpopulationen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gab.

 

Schwerkranke Intensivpatienten profitieren deutlich

Als die Forscher allerdings die beiden Gruppen hinsichtlich des Vitamin-D-Spiegels zu Beginn der Studie verglieich, machten sie eine bedeutende Entdeckung. Denn schwerkranke Patienten, die zu Studienbeginn einen stark erniedrigten Vitamin-D-Spiegel aufwiesen – das war fast die Hälfte aller Teilnehmer – und hochdosiertes Vitamin D3 erhielten, hatten gegenüber der Placebogruppe eine deutlich geringere Sterblichkeitsrate.

Bei Patienten mit einem leicht erniedrigten Vitamin-D-Spiegel zu Studienbeginn konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden. Jedoch wiesen auch diese PAtienten nach sechs Monaten eine deutliche Verbesserung einiger anderer Parameter auf.

Hochdosiertes Vitamin D zur Ernährung bei Intensivpatienten brachte eine spektakuläre Reduktion der Sterblichkeit im Krankenhaus.

Die Grazer Forscher betonten, dass diese spektakuläre Senkung der Sterblichkeit im Krankenhaus bei Vitamin-D-Mangelpatienten von großer Bedeutung ist. Einerseits sind schwerkranke PatientInnen mit rund 1% aller stationär aufgenommenen PatientInnen im Krankenhaus zwar nur eine kleine Gruppe. Andererseits verursachen diese Intensivpatienten dennoch mehr als 10% der gesamten Spitalskosten. Außerdem haben sie ein sehr hohes Sterberisiko. Und bislang konnten nur einige wenige Interventionen das Risiko für die Sterblichkeit auf Intensivstationen senken.

Das Phänomen, dass schwerst kranke Patienten einen niedrigen Vitamin-D-Status haben, tritt weltweit auf. Daher haben auch die Grazer Studienergebnisse ein enormes Potential in Bezug auf die Therapie schwerkranker Erwachsener aber auch Kinder. Hierzu könnte eine Vitamin-D-Therapie eben eine gute zusätzliche Behandlungsoption darstellen.

Quellen:

Amrein et al. Effect of High-Dose Vitamin D3 on Hospital Length of Stay in Critically Ill Patients With Vitamin D Deficiency: The VITdAL-ICU Randomized Clinical Trial. JAMA. 2014;312(15):1520-1530. doi:10.1001/jama.2014.13204. http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1911017&resultClick=3;


Quelle: Medizinische Universität Graz http://www.meduni-graz.at/

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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