Ernährung bei Gicht: Was man essen darf, und was nicht

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Lena Abensberg
Lena Abensberg
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Die Gicht ist eine schmerzhafte Rheuma-Erkrankung, bei der der Ernährung eine sehr wichtige Rolle zukommt. Zu empfehlen ist bei Gicht beispielsweise die DASH-Diät.

Die Gicht ist eine schmerzhafte Rheumaerkrankung, die durch zu hohe Konzentrationen von Harnsäure im Blut entsteht. Dabei bilden sich in der Folge scharfe, spitze Harnsäure-Kristalle. Und die können die Gelenke schädigen und Entzündungen hervorrufen. Sehr häufig ist eine erbliche Veranlagung zur Gicht – der sogenannten Hyperurikämie – gegeben. Durch die richtige Ernährung kann man bei Gicht vor allem Übergewicht vermeiden. Außerdem hilft ausreichend viel körperliche Bewegung dabei, dass man das individuelle Erkrankungsrisiko für Gicht maßgeblich senken kann.



Die richtige Ernährung kann bei Gicht helfen, dass der Harnsäurespiegel im Blut zurückgeht. Allerdings ist sie kein Heilmittel. Daher besteht weiterhin das Risiko, dass schmerzhafte Gichtanfälle wiederkehren. Die Ernährung kann da nur das Risiko senken, dass die Gelenkschäden ärger werden. Jedenfalls brauchen die Patienten auch. Einerseits um die Schmerzen zu bekämpfen. Andererseits auch, um den Harnsäurespiegel zu senken.

 

Welche Nahrungsmittel geeignet sind, welche weniger

Fleisch und Wurst sind gefährlich. Auf Innereien wie Hirn, Leber, Lunge etc. sollten Gichtpatienten verzichten. Außerdem sollte man nicht mehr als zwei bis drei Mal pro Woche Fleisch und Wurst verzehren. Weiters wird bei Geflügel und Fisch vor der Zubereitung das Entfernen der Haut empfohlen. Wissen sollte man auch, dass Fisch, Fischkonserven sowie Meeresfrüchte viel Harnsäure liefern. Hingegen sind Eier unbedenklich.

Milch und Milchprodukte. Milch, Buttermilch, Joghurt und Käse liefern kaum Harnsäure und sollten zur Deckung des Eiweißbedarfes herangezogen werden

Gemüse und Obst. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen bilden große Harnsäuremengen, ebenso Soja und Sojaprodukte wie Tofu oder Sojafleisch.

Gerichte mit den Gemüsesorten Artischocken, Broccoli, Schwarzwurzel, Lauch, Spinat, Rotkraut, Mais sowie Kohlsprossen sollten Menschen mit Gicht nur mit Vorsicht genießen.

Außerdem führt Fruchtzucker führt zu erhöhten Harnsäurespiegeln. Daher sollten Gichtpatienten Fruchtsäfte, generell süßes Obst in großen Mengen und Fertigprodukte mit Fruchtzucker (Fruchtjoghurt, Saucen, Dressings) meiden.

Celastrus-Produkte (Rundblättrige Baumwürger) sollen bei Gicht eine sehr gute Wirkung bringen.

Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln. Knäckebrot, Salzstangerl, Weiß- und Mischbrot in größeren Mengen erhöhen jedenfalls auch die Harnsäurespiegel.

Süße Lebensmittel. Unter dem Strich kann Fruchtzucker in Obst sowie Haushaltszucker in Süßspeisen die Harnsäure akut erhöhen. Deswegen muss man  Süßigkeiten mit Maß konsumieren.

Alkohol meidenAlkoholzufuhr führt jedenfalls zu einem raschen Harnsäureanstieg, besonders Bier.

Flüssigkeitszufuhr. Außerdem ist eine Flüssigkeitszufuhr mit beispielsweise Wasser und Tee von mindestens zwei Litern gleichmäßig über den Tag verteilt sehr wichtig.

Übergewicht abbauen. Im Grunde genommen sind Übergewicht und Gicht häufig miteinander verbunden. Deswegen stellt sich infolge der Gewichtsreduktion eine niedrigere Konzentration von Harnsäure im Blut ein.

 

Die DASH-Diät bei Gicht

Eine anscheinend effektive Rolle bei Gicht spielt die DASH-Diät, sie ist mit einem geringeren Risiko für Gicht verbunden. Denn sie hilft bei der Senkung des Harnsäurespiegels bei Personen mit Gicht. Hingegen erhöht die westliche Ernährung das Risiko für Gicht. Die DASH-Diät kann Männern mit Risiko für Gicht einen attraktiven vorbeugenden Ernährungsansatz bieten. Zudem gilt der Diätansatz auch als wirksam bei Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die DASH-Diät empfiehlt den Konsum von reichlich Obst und Gemüse sowie fettarmen Milchprodukten. Zudem sollten die Patienten weniger Fett verzehren.



 


Literatur:

Li et al. Dietary factors and risk of gout and hyperuricemia: a meta-analysis and systematic review. Asia Pac J Clin Nutr. 2018;27(6):1344-1356. doi: 10.6133/apjcn.201811_27(6).0022.

Ragab et al. Gout: An old disease in new perspective – A review. J Adv Res. 2017 Sep; 8(5): 495–511. Published online 2017 May 10. doi: 10.1016/j.jare.2017.04.008

Shen et al. Traditional uses, secondary metabolites, and pharmacology of Celastrus species – a review. J Ethnopharmacol. 2019 Sep 15;241:111934. doi: 10.1016/j.jep.2019.111934. Epub 2019 May 23.

Sharan K Rai, Teresa T Fung, Na Lu, Sarah F Keller, Gary C Curhan,  Hyon K Choi. The Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet, Western diet, and risk of gout in men. Prospective cohort study. BMJ. 2017; 357: j1794. Published online 2017 May 9. doi: 10.1136/bmj.j1794


Quelle:

http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/in-depth/gout-diet/art-20048524

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