Gegen anfallsartigen Kopfschmerz: Erenumab zur Migräne-Vorbeugung

0

Der CGRP-Antikörper Erenumab, der seit kurzem zur Migräne-Vorbeugung zur Verfügung steht, ermöglicht weniger Migräneattacken und weniger Akut-Schmerzmittel.

Im Grunde genommen ist Migräne ein anfallsartigen Kopfschmerz, der weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen zählt. Denn etwa sechs bis acht Prozent der Männer sowie zwischen zwölf und vierzehn Prozent der Frauen leiden daran. Wobei unter den krankheitsbedingten Belastungen Migräne auf Platz 6 rangiert. Eine große Bedeutung im Behandlungsmanagement hat die Migräne-Vorbeugung. Hierzu stellen die neuen CGRP-Antikörper (Calcitonin Gene-related Peptide) einen innovativen und effektiven Therapieansatz dar. Einer dieser innovativen Wirkstoffkandidaten ist Erenumab, den 2018 die FDA und die EMA zugelassen hatten.

 

Mit Erenumab zwei Migränetage weniger pro Monat

Unter dem Strich waren vor allem die positiven Ergebnisse aus der Phase-III-Studie LIBERTY zur Wirksamkeit und Sicherheit von Erenumab für die Zulassung wichtig. Dabei erhielten die Substanz Patienten mit episodischer Migräne, bei denen eine Präventivbehandlung zuvor mehrfach fehlgeschlagen gewesen war.

Erenumab wurde in dieser aktuellen Studie an 955 Patienten mit episodischer Migräne im Vergleich zu Placebo getestet. Die Teilnehmer litten vor Studienbeginn im Durchschnitt an 8,3 Tagen im Monat an Migräneattacken. Durch eine monatliche Injektion von 70 mg Erenumab kam es zu einem Rückgang von 3,2 Tagen, bei doppelter Dosis zu einem Rückgang von 3,7 Tagen. Bei niedriger Dosierung konnten 43,3 Prozent und bei höherer Dosierung 50 Prozent der Patienten die monatlichen Migränetage halbieren.

 

CGRP-Antikörper zur Migräne-Vorbeugung

Erenumab bindet selektiv an den Rezeptor des Calcitonin Gene-Related Peptides (CGRP). CGRP ist als proinflammtorisches Neuropeptid stark gefäßerweiternd und zentral an der Schmerzauslösung sowie der neurogenen Entzündung beteiligt.

Den Entzündungsbotenstoff CGRP schütten die Synapsen des Trigeminusnervs bei einer Migräne-Attacke vermehrt aus. Er wirkt direkt auf die Hirnhaut und deren Gefäße, die sich erweitern und entzünden, und löst somit die Kopfschmerzen aus.

Mittlerweile belegen mehrere Studien die Wirksamkeit der CGRP-Antikörper. Dabei zeigen die diversen Studienergebnisse, dass mit dem neuen Therapie-Ansatz die Anfallsfrequenz von Migränepatienten senken kann. Ein Vorteil der CGRP-Antikörper ist auch ihre sehr gute Verträglichkeit. Außerdem kommen dadurch die Patienten mit weniger Akut-Schmerzmittel bei Migräneattacken aus.

 

Erenumab monatlich anwwenden

Die Erenumab-Therapie muss monatlich wiederholt werden und soll vor allem jene Patienten unterstützen, die viele Migräne-Attacken erleben und bei denen etablierte Therapien keinen Erfolg bringen. Natürlich liegen zur Langzeitverwendung noch keine Daten vor. Jedenfalls müssen weitere Studien herausfinden, ob sich mit der Zeit die Wirkung verbessert oder verschlechtert. Grundsätzlich sollte man sich aber von der Erenumab-Therapie keine langfristige Immunisierung oder gar eine Heilung der Migräne erwarten. Jedoch bringt diese speziell für die Migräne-Vorbeugung entwickelte Behandlungsform den PAtienten laut Experten beträchtlichen Nutzen. Jede verhinderte Migräne-Attacke bedeutet mehr Lebensqualität.

Literatur:

Goadsby PJ,Reuter U, Hallström Y,et al. A Controlled Trial of Erenumab for Episodic Migraine. N Engl J Med. 2017 Nov 30;377(22):2123-2132.

Share.

About Author

Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.