Epigenetische Faktoren und Übergewicht

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...
MEDMIX Newsroom
MEDMIX Newsroom
Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Als Risikomarker für die Entwicklung von Übergewicht konnten Forscher eine Epigenetische Variante auf dem POMC-Gen entschlüsselt.

Wissenschaftler an der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten in einer Studie zeigen, dass nicht nur genetische Faktoren das Risiko für Erkrankungen, in diesem Fall Übergewicht, beeinflussen. Auch Veränderungen im Umfeld des Erbguts, sogenannte epigenetische Varianten, können zum Entstehen von Krankheiten beitragen. Demnach führt eine epigenetische Variante auf dem Proopiomelanocortin-Gen (POMC-Gen), das eine besondere Rolle bei der Regulation des Körpergewichtes spielt, zu einem erhöhten individuellen Risiko, im Laufe des Lebens übergewichtig zu werden. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im aktuellen Fachjournal Cell Metabolism* veröffentlicht.

 

Epigenetische Veränderungen und Regulation des Körpergewichtes

Studien mit eineiigen Zwillingen weisen darauf hin, dass an der Regulation des Körpergewichtes ein hoher genetischer Anteil beteiligt ist. Die bislang gefundenen genetischen Varianten erklären allerdings nur einen kleinen Teil davon. „Daher sind wir der Frage nachgegangen, ob abgesehen von genetischen auch epigenetische Veränderungen eine Rolle bei der Regulation des Körpergewichtes spielen könnten“, erklärt Dr. Peter Kühnen, Wissenschaftler am Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie. Epigenetik bezieht sich hierbei auf Varianten, die die Funktion eines Gens regulieren können, ohne dass die betreffende Sequenz selbst verändert ist. Die vermutlich stabilste epigenetische Veränderung ist die sogenannte DNA-Methylierung, die Kopplung einer chemischen Verbindung, einer Methylgruppe, an die Erbsubstanz.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass adipöse Kinder und Erwachsene zu einem signifikanten Anteil an einer bestimmten Stelle des POMC-Gens eine höhere Methylierungsintensität aufwiesen als normalgewichtige Personen“, sagt Dr. Kühnen. Er ergänzt: „Dieselbe Methylierungsvariante konnten wir in POMC-Neuronen im Gehirn verstorbener, übergewichtiger Personen ebenfalls nachweisen.“ Das Team um den Endokrinologen konnte diese Veränderung nach der Geburt in Blutzellen nachweisen, im Verlauf der ersten Lebensjahre blieb sie unverändert. Zusätzlich konnten die Wissenschaftler einen Einfluss von väterlicher Seite auf diese POMC-DNA-Methylierung beim Kind beobachten. Die Veränderung auf dem für die Regulation des Körpergewichtes bedeutsamem Gen scheint dazu zu führen, dass das Risiko zur Entwicklung von Übergewicht erhöht ist.

Die untersuchten Veränderungen sind jedoch nicht die Hauptursache für die Entstehung von Fettleibigkeit, sondern nur ein potenzieller Faktor von vielen. In den nächsten Schritten versuchen die Wissenschaftler zu verstehen, wie diese epigenetische Variante des Gens entsteht und wie sich beispielsweise der Einfluss des Vaters auf den Grad der DNA-Methylierung des Kindes erklären lässt.

*Kühnen P, Handke D, Waterland RA, Hennig BJ, Silver M, Fulford AJ, Dominguez-Salas P, Moore SE, Prentice AM, Spranger J, Hinney A, Hebebrand J, Heppner FL, Walzer L, Grötzinger C, Gromoll J, Wiegand S, Grüters A, Krude H. Interindividual Variation in DNA Methylation at a Putative POMC Metastable Epiallele Is Associated

Latest News

Wirkung von Eleutherococcus (Taigawurzel, Sibirischer Ginseng)

Eleutherococcus senticosus – auch als Sibirischer Ginseng oder  Taigawurzel bekannt – bringt mit seiner pflanzlichen Wirkung unser Immunsystem in Schwung. Unter den europäischen Arzneipflanzen, die als...

Topische Aktinische Keratosen Behandlung, um Hautkrebs zu verhindern

Ohne Behandlung können sich Aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom – invasiven – Hautkrebs –entwickeln. Allerdings gibt es einige wirksame Therapien. Aktinische Keratosen stellen eine frühe Form von...

Zumindest schon vor 14.000 Jahren: Geschichte der Zahnmedizin älter als gedacht

Die Untersuchung eines etwa vor 14.000 Jahren behandelten kariösen Backenzahn mit einem Loch im Zahn schreibt die Geschichte der Zahnmedizin neu. Der älteste Nachweis für einen zahnmedizinischen...

Zytomegalie durch das Cytomegalievirus

Die Zytomegalie – eine Infektion mit dem Cytomegalievirus – kann in der Schwangerschaft schwere Missbildungen vor allem bei den frühgeborenen Kindern verursachen. Herpesviren haben sich im Laufe...

Löwenzahn – eine Heilpflanze mit Potenzial gegen Krebs

Der Frühlingsbote Löwenzahn bereichert die Küche und dient seit Jahrtausenden als wertvolle Heilpflanze gegen diverse Erkrankungen wie auch jüngst gegen Krebs. Der Löwenzahn als Heilpflanze ist...

More Articles Like This