Entspannungsverfahren bei Migräne – wirksame Alternative und Ergänzung

Erstmalig wurde nun eine Leitlinie zu Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne publiziert. © Monkey Business Images / shutterstock.com

Erstmalig wurde nun eine Leitlinie zu Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne publiziert. © Monkey Business Images / shutterstock.com

Entspannungsverfahren, Beratung und Edukation sind für Betroffenen mit Migräne und Kopfschmerzerkrankungen im klinischen Alltag von großer Bedeutung.

Entspannungsverfahren, Beratung und Edukation von Migränebetroffenen über ihre Kopfschmerzerkrankungen sind im klinischen Alltag von großer Bedeutung. Ziel ist es, die Betroffenen zum Experten für ihre eigene Erkrankung zu machen und einen souveränen Umgang mit der Erkrankung zu vermitteln. Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen stellen eine gut wirksame Alternative und Ergänzung der medikamentösen Behandlung dar.

 

Leitlinie zu Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen bei Migräne

Erstmalig haben Experten unlängst eine Leitlinie zu Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung bei Migräne publiziert. Die Leitlinie wurde von einer Autorengruppe der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) erarbeitet und bewertet die aktuelle Studienlage.
Schon die Beratung von Patienten resultiert in einer klinisch messbaren Kopfschmerzreduktion, diesbezügliche internetbasierte Beratungskonzepte scheinen einen vielversprechenden neuen Ansatz darzustellen. Bei den Entspannungsverfahren zeigt sich eine sehr gute Evidenz für die Progressive Muskelrelaxation, die gegenüber dem Autogenen Training einen Vorteil in der leichteren Erlernbarkeit und Anwendung hat.

 

Zusätzlich Sport

Auch wenn es bislang noch wenige Studien zu aerobem Ausdauersport vorliegen, kann eine begleitende Anwendung von Sport empfohlen werden. Sehr gute Evidenz zeigt sich für die die Kognitive Verhaltenstherapie, die vor allem Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen und Erwartungshaltungen positiv beeinflusst.

Interessant scheint der Ansatz, Migräneauslöser nicht grundsätzlich zu vermeiden, sondern im Rahmen einer Auslöserbewältigung einen besseren Umgang damit zu ermöglichen. Bei den effektiven Verfahren des Biofeedbacks scheint die Anwendung von Neurofeedback vielversprechend, wenngleich die wenigen und ausschließlich im Forschungskontext stattfindenden Studien noch keine generelle Bewertung zulassen.

Die Kombination von verhaltenstherapeutischer und pharmakologischer Behandlung ist sehr gut wirksam und bietet den großen Vorteil, einen zu hohen Verbrauch an Medikamenten vorzubeugen beziehungsweise zu reduzieren. Ideal ist jedenfalls ein multidisziplinärer Therapieansatz.


Literatur:

Kropp P, Meyer B, Dresler T, Fritsche G, Gaul C, Niederberger U, Förderreuther S, Malzacher V, Jürgens TP, Marziniak M, Straube A. Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne : Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft [Relaxation techniques and behavioural therapy for the treatment of migraine : Guidelines from the German Migraine and Headache Society]. Schmerz. 2017 Oct;31(5):433-447. German. doi: 10.1007/s00482-017-0214-1. PMID: 28364171.


Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)

Leitlinie: Kropp P, Meyer B, Dresler T, Fritsche G, Gaul C, Niederberger U, Förderreuther S, Malzacher V, Jürgens TP, Marziniak M, Straube A. Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne-
Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde 2016;35:502-515 http://dmkg.de/therapie-empfehlungen/migraene/leitlinie_entspannungsverfahren-und.html

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