Endometriumkarzinom – Adipositas-Chirurgie verringert Risiko

Endometriumkarzinom im CT. © MBq Disk / wikimedia

Endometriumkarzinom im CT. © MBq Disk / wikimedia

Die Adipositas-Chirurgie scheint einer Endometriumkarzinom-Entwicklung entgegenwirken zu können. Fettleibigkeit gilt als größter Risikofaktor.

Adipositas und Diabetes gelten als wichtigste Risikofaktoren für ein Endometriumkarzinom. Uteruskarzinom oder Korpuskarzinom sind weitere Bezeichnungen für diese häufigste maligne Erkrankung des Genitaltraktes bei der Frau. Grundsätzlich ist das Endometriumkarzinom ein bösartiger, von der inneren Schleimhautschicht der Uterus ausgehender Krebs der Gebärmutter.

 

Häufigkeit von Fettleibigkeit, Adipositas, und Gebärmutterkrebs beziehungsweise einem Endometriumkarzinom ansteigend

Da immer mehr Männer und Frauen mit Adipositas leben, steigt auch die Endometriumkarzinom-Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich an. Epidemiologische Studien zeigen, dass das Gebärmutterkrebs-Risiko mit einem BMI-Anstieg von 5 kg/m2 um 60 % ansteigt. Schließlich verursacht Adipositas etwa 40 % aller Endometriumkarzinom-Erkrankungen. Dementsprechend ist die Adipositas-Chirurgie beziehungsweise eine bariatrische Operation laut einer aktuellen Studie nicht nur wirksam bei Fettleibigkeit, sondern senkt auch das Risiko für ein Endometriumkarzinom.

Weitere Risikofaktoren sind beispielsweise ein früher Zeitpunkt des ersten Eintretens der Regelblutung, eine späte Menopause, Diabetes, eine niedrige Parität, eine polyzystisches Ovarialsyndrom, spezielle Östrogenersatztherapien und eine Tamoxifentherapie sowie eine frühere Strahlentherapie.

 

Klinisches Bild und Chirurgie

Ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide weisen häufig auf ein Endometriumkarzinom hin. Operation und gegebenenfalls Bestrahlung können in den meisten Erkrankungsfällen eine Heilung bringen. Der Chirurg entfernt bei der Operation die gesamte Gebärmutter sowie Eierstöcke und Eileiter auf beiden Seiten. Schließlich kann auch wenn nötig die Entfernung angrenzender Gewebe und der Lymphknoten im kleinen Becken angezeigt sein.

 

Konservative Therapien

Überlegenswerte Behandlungsoptionen in frühen Stadien sind selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM), Aromataseinhibitoren und Gonadotropin-releasing-Hormon-Antagonisten sowie hormonelle Therapieformen mittels Gestagenderivate. Wegen des günstigeren Nebenwirkungsprofils werden häufig Gestagenderivate bevorzugt. Entscheidend für den Therapieerfolg ist dabei die passende Auswahl der Patienten für die jeweilige Behandlung.

 

Nebenwirkungsmanagement

Durch den Krebs und die Therapie können Symptome wie Bauchdecken- und Adhäsionsbeschwerden, sexuelle Funktionsstörungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Scheidentrockenheit sowie Harnblasen- und Darmstörungen auftreten. Diese Beschwerden müssen sowohl in der Primärtherapie, als auch bei der Rehabilitation und der Nachsorge behandelt werden.


Literatur:

MacKintosh ML, Derbyshire AE, McVey RJ, Bolton J, Nickkho-Amiry M, Higgins CL, Kamieniorz M, Pemberton PW, Kirmani BH, Ahmed B, Syed AA, Ammori BJ, Renehan AG, Kitchener HC, Crosbie EJ. The impact of obesity and bariatric surgery on circulating and tissue biomarkers of endometrial cancer risk. Int J Cancer. 2019 Feb 1;144(3):641-650. doi: 10.1002/ijc.31913. Epub 2018 Nov 20. PMID: 30289975; PMCID: PMC6519061.

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