Eleutherococcus – Taigawurzel – Sibirischer Ginseng

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Eleutherococcus senticosus – auch als Sibirischer Ginseng oder  Taigawurzel bezeichnet – zählt zu den pflanzlichen Immunstimulanzien.

Unter den europäischen Arzneipflanzen, die als Immunstimulanzien eingesetzt werden, ist Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel oder Sibirischer Ginseng bekannt – eine der bekanntesten. Die Heilpflanze gilt als Adaptogen – sprich ihre kontinuierliche Anwendung soll den menschlichen Organismus in die Lage versetzen, besser mit Stressoren umzugehen. Daher wird Eleutherococcus auch häufig als Tonikum im Alter und während der Rekonvaleszenz angewendet.



Der Eleutherococcus senticosus  – als Offenware und als Extrakt in Kapselform erhältlich – wird als Tonikum gegen Müdigkeit und Schwäche eingesetzt, bei Bluthochdruck ist Vorsicht geboten. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Nervosität, schneller Puls und Magen-Darm-Beschwerden.

Eleutherococcus soll im Sinne der Immunstimulanzien stimulierend und das Immunsystem anregend sowie tonisierend wirken. Weiters wurden antiviral wirksame und Blutzucker senkende Effekte beobachtet.

 

Die körpereigene Widerstandskraft unterstützen

Eleutherococcus wird zur Erhaltung und Aktivierung der körpereigenen Widerstandskraft – besonders bei außergewöhnlichen körperlichen, seelischen und geistigen Belastungen – eingesetzt. Eleutherococcus steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei Erschöpfungszuständen und ist wie oben erwähnt vor allem als »Adaptogen« bekannt.

In einer Studie an gesunden Probanden kam es nach 4-wöchiger Therapie mit einem ethanolisch-wäss­rigen Flüssigextrakt zu einer hochsignifikanten Zunahme immunkompetenter Zellen, vor allem von T-Lymphozyten, aber auch Killerzellen.

Eine signifikante Stimulierung der Phagozytose wurde an 35 Probanden nach täglicher Einnahme von 75 Tropfen eines Flüssigextraktes über 30 Tage beobachtet. Auch das Auftreten von Herpes simplex Typ II Infektionen konnte nach Einnahme eines Trockenextraktes mit 400 mg erheblich verringert werden.

 

Inhaltsstoffe von Eleutherococcus (Sibirischer Ginseng, Taigawurzel)

Die Taigawurzel enthält als Hauptinhaltsstoffe – so genannte Eleutheroside –, Saponine, Lignane und deren Glykoside, monomere Phenylpropane, Cumarine und Sterole. Außerdem sind immunstimulatorisch wirkende Polysaccharide enthalten. Eleutherosid B (4-O-β-D-glucosid Syringin) ist bioverfügbar und erreicht bereits nach 15 Minuten das Konzentrationsmaximum im Blut. Es wird innerhalb von 48 h vor allem zu 90% über die Nieren wieder ausgeschieden.

An gesunden Probanden konnte bei gleichzeitiger Gabe von knapp einem Gramm Taigawurzel sowie CYP2D6- (Dextromethorphan) und CYP3A4- (Alprazolam) Substraten keine Interaktion festgestellt werden.

300 mg eines Eleutherococcus-Trockenextraktes hatten während einer 8-wöchigen Einnahme keinen Einfluss auf den Digoxin-Blutspiegel. Digoxin ähnliche Substanzen in der Taigawurzel gaben vermutlich ein falsch positives Ergebnis in der Digoxin-Serum-Analyse.

Von der EMA wurden Eleutherococcus-Zubereitungen als »Traditional Herbal Medicinal Products« eingestuft. Sie sollten nicht länger als 2 Monate mit einer Tagesdosis von 2 bis 3 g Droge eingenommen werden.



Weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15207399

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10996277

https://www.thieme-connect.com/DOI/DOI?10.1055/s-0031-1300006

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/druginfo/natural/985.html

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