Eisenmangel-Symptome bei Patienten mit Übergewicht und Adipositas

Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für einen Eisenmangel. Denn überfüllte Fettzellen schütten Eiweiße aus, wodurch der Körper das Spurenelement Eisen nicht mehr angesessen aufnehmen kann. © New Africa / shutterstock.COM

Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für einen Eisenmangel. Denn überfüllte Fettzellen schütten Eiweiße aus, wodurch der Körper das Spurenelement Eisen nicht mehr angesessen aufnehmen kann. © New Africa / shutterstock.COM

Bei starkem Übergewicht, Adipositas, kommt oft das Spurenelement Eisen zu kurz, wobei Eisenmangel-Symptome nach wie vor zu wenig beachtet werden.

Unter dem Strich sind Müdigkeit, Konzentrationsmangel, und Schlafstörungen die drei bekanntesten Symptome bei Eisenmangel. Allerdings gibt noch eine Reihe weiterer Beschwerden, wenn dem Körper das Spurenelement Eisen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Obwohl Eisenmangel in der westlichen Welt die häufigste Mangelerscheinung ist, wird ihm bisweilen eine viel zu geringe Bedeutung in Bezug auf seine Tragweite und die Auswirkungen beigemessen. Besonders Personen mit krankhaftem Übergewicht, Adipositas, sollten Eisenmangel-Symptome bekannt sein, um gegebenenfalls aktiv den eigenen Eisenstatus bestimmen zu lassen.

Außerdem hängt Adipositas bei Kindern eng mit der Entwicklung verschiedener Begleiterkrankungen zusammen. Wie beispielsweise nichtalkoholische Fettlebererkrankungen, Dyslipidämie, Typ-2-Diabetes mellitus, nicht angeborene Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Entzündungen und Anämie. In diesem verworrenen Zusammenspiel dieser Komorbiditäten und der damit verbundenen pathologischen Zustände wurde Fettleibigkeit auch sehr mit wichtigen Störungen des Eisenstoffwechsels in Verbindung gebracht. Diese Störungen können zu Eisenmangel und schließlich zu einem mit Fettleibigkeit verbundenen anämischen Zustand führen.

 

Eisenmangel-Symptome durch überfüllte Fettzellen bei Adipositas und Übergewicht

Wenn die Fettzellen des Körpers zu sehr gefüllt sind, werden körpereigene Eiweiße ausgeschüttet, die auch bei Entzündungen eine Rolle spielen. Dadurch kann in weiterer Folge die Aufnahme des Eisens, das über die Nahrung oder Tabletten zugeführt wird, stark eingeschränkt sein.

Viele Mediziner sind sich dieser Mechanismen noch nicht bewusst. Und daher verknüpfen sie Eisenmangel-Symptome bei Patienten mit Übergewicht nur in seltenen Fällen mit einem Eisendefizit.

Eisenmangel ist weit verbreitet. In der westlichen Welt ist es die häufigste und zugleich eine völlig unterbewertete Mangelerscheinung. Da die Eisenmangel-Symptome so vielfältig wie unspezifisch sind, wird Eisenmangel oft nicht erkannt.

In manchen Fällen leben Betroffene jahrelang weitgehend beschwerdefrei, bis sich der Eisenmangel bemerkbar macht. In anderen Fällen zeigen sich Eisenmangel bedingte Beschwerden sehr deutlich und früh.

Je schleichender dieser Prozess vor sich geht, desto mehr gewöhnen sich die Patienten an Eisenmangel-Symptome. und zwar an Energie- und Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall sowie depressiven Verstimmungen. Sie „schleppen“ sich dann buchstäblich durch den Alltag und durchs Leben.


Mögliche Symptome durch Eisenmangel

Müdigkeit sowie Energielosigkeit gehören zu den wichtigsten Symptomen.
– Zudem leiden Betroffen oft an einem Konzentrationsmangel.
– Weiter treten Schlafstörungen oft auf.
– Typisch sind auch eine Blässe, die bei Anämie auftritt.
– Kälteempfindlichkeit, beispielsweise kalte Extremitäten.
– Menschen mit Mangel am Spurenelement Eisen sind auch anfälliger für eine Infektion.
– Eisenmangel kann auch zu Haarausfall und brüchige Nägel führen.
– Auch Symptome wie eingerissene Mundwinkel (Rhagaden) beeinträchtigen das Leben der Persoen mit Eisenmangel.
– Manchmal kommte es auch zu KopfschmerzenDepressiver Verstimmung sowie zu Libidoverlust.
– Schließlich sind auch Restless Legs Syndrome typisch.


Im Anfangsstadium werden Eisenmangel-Symptome oft mit einfachen Erklärungen wie „Stress im Job“, „viel um die Ohren“ usw. abgetan. Wenn nichts gegen den Eisenmangel unternommen wird, entwickelt sich daraus früher oder später eine Anämie, die umgehend behandelt werden muss.

Menschen mit Übergewicht leiden oftmals auch unter dem Problem nährstoffarmer Ernährungsgewohnheiten durch ungesunde Lebensmittel und Crash-Diäten. Das führt dann neben der eingeschränkten Aufnahme-Fähigkeit des Darms für das Spurenelement Eisen zusätzlich zu einem Mangel.

 

Mangel durch operative Eingriffe

Ein zusätzlicher Grund für Eisenmangel-Symptome bei Personen mit Übergewicht sind operative Eingriffe, bei denen der Magen verkleinert wird, bzw. Teile des Magens, des Zwölffingerdarms und mitunter auch des oberen Dünndarms umgangen werden.

Allerdings findet genau in diesen Bereichen neben der Aufspaltung von Fetten, Eiweißen und Kohlehydraten auch die Aufnahme vieler Vitamine und Spurenelemente statt, sodass essentielle Nährstoffe medikamentös ergänzt werden müssen, damit diese Patienten nicht unterversorgt sind.


Risikogruppen für Eisenmangel

Frauen, bedingt durch

Leistungssportler (auch hier vor allem weibliche)

Patienten mit chronischen Erkrankungen:

– Patienten während oder nach einer blutreichen OP (z.B: Hüft-Gelenkersatz, Herzoperation,…)

– Menschen mit einer Krebserkrankung

Vegetarier und Veganer

– Personen, die häufig Blut spenden

Ältere Menschen

Menschen mit Übergewicht sowie Patienten nach Operationen zur Magenverkleinerung

 

Zusammenhang zwischen Adipostias und Übergewicht und Eisenmangel bei gesunden Jugendlichen

Im Grunde genommen sit die Beziehung zwischen Eisenmangel und Übergewicht sowie Adipositas noch zu ungenau definiert. Dazu haben Forscher nun eine Querschnittsstudie an 405 gesunden Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren durchgeführt.

Die Prävalenz von Eisenmangel bei ansonsten gesunden Jugendlichen mit Übergewicht oder Adipositas war nicht höher als bei Jugendlichen mit Normalgewicht. Die Auswirkung von Fettleibigkeit auf den Eisenstatus war gering.


Literatur:

Ortíz Pérez M, Vázquez López MA, Ibáñez Alcalde M, Galera Martínez R, Martín González M, Lendínez Molinos F, Bonillo Perales A. Relationship between Obesity and Iron Deficiency in Healthy Adolescents. Child Obes. 2020 Sep;16(6):440-447. doi: 10.1089/chi.2019.0276. PMID: 32877290.

González-Domínguez Á, Visiedo-García FM, Domínguez-Riscart J, González-Domínguez R, Mateos RM, Lechuga-Sancho AM. Iron Metabolism in Obesity and Metabolic Syndrome. Int J Mol Sci. 2020 Aug 1;21(15):5529. doi: 10.3390/ijms21155529. PMID: 32752277; PMCID: PMC7432525.

Zhao L, Zhang X, Shen Y, Fang X, Wang Y, Wang F. Obesity and iron deficiency: a quantitative meta-analysis. Obes Rev. 2015 Dec;16(12):1081-93. doi: 10.1111/obr.12323. Epub 2015 Sep 23.

Elmar Aigner, Alexandra Feldman, Christian Datz. Obesity as an Emerging Risk Factor for Iron Deficiency. Nutrients. 2014 Sep; 6(9): 3587–3600. Published online 2014 Sep 11. doi: 10.3390/nu6093587

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