Einwegprodukte im Krankenhaus mehrfach nutzen

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Wenn medizinische Einwegprodukte nach einem validierten Verfahren professionell wiederaufbereitet, birgt dies kein erhöhtes Risiko für Patienten.

Die Wiederaufbereitung von Einwegprodukten wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss: Werden medizinische Einwegprodukte nach einem validierten Verfahren professionell wiederaufbereitet, birgt dies kein erhöhtes Risiko für Patienten. Allein bis zu 23 Mio. Euro Kostenersparnis bei Wiederaufbereitung von Kathetern ist so möglich.

„Die Diskussion um die Aufbereitung von Einweg-Medikalprodukten ist im Wesentlichen ökonomisch veranlasst, beinhaltet aber auch eine ethische Komponente, sofern mit einer Nicht-Aufbereitung Rationierung einhergeht beziehungsweise mit einer Aufbereitung Patientengefährdung zu befürchten ist“, so Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor am Ludwig Fresenius Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Seine Studie „Aufbereitung und Reparatur: Im Spannungsfeld zwischen Qualitätsanspruch und Kostendruck“ kommt zu dem Schluss, dass die meisten Anwender keine Probleme mit der Mehrfachnutzung der Einwegprodukte haben. Handhabungs- und Funktionalitätseinbußen, so die Untersuchung, treten jedoch bei wiederaubereiteten Einwegprodukten insbesondere dann auf, wenn dafür ungeeignete Produkte benutzt wurden und/oder wenn die Organisations- und Prüfabläufe fehlerhaft sind.

 

Wiederaufbereitung der Einwegprodukte nach validiertem Verfahren

„Die Wiederaufbereitung von Einmalprodukten nach einem validierten Verfahren, durchgeführt von einem professionellen Dienstleister, wird von den Anwendern als wesentliche Maßnahme zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Medizinbetriebs und als Beitrag zu Umweltschutz und Ressourcenschonung beurteilt,“ so Studienleiter Prof. von Eiff.

Durch die Untersuchung konnte zudem ermittelt werden, dass die Anwender ein großes Interesse an sogenannten Limited Patient Use-Produkten haben. Von diesen für eine mehrmalige beherrschte Wiederaufbereitung speziell konstruierten Produkten erwarten die Anwender – auch ca. 60 Prozent der Anwendungsgegner – Rechtssicherheit, erhöhte Wirtschaftlichkeit und gesicherte Funktionalität.

Kritsch wird von den Anwendern gesehen, dass Hersteller der Einwegprodukte ihre Produkte teilweise umkonstruieren, um eine Wiederaufbereitung gezielt zu erschweren. Dieses Herstellerverfahren habe die Materialkosten in den Krankenhäusern um bis zu 25 Prozent steigen lassen.

 

Hohe Kosteneffekte bei Wiederaufbereitung von Kathetern

Welche Kostensenkungseffekte die professionelle Wiederaufbereitung der Einwegprodukte hat, beschreibt Prof. von Eiff am Beispiel des elektrophysiologischen Katheters. Eingesetzt wird er bei Ablationen bei ca. 46.000 bis 50.000 Interventionen pro Jahr in Deutschland. „Nur allein bei diesem Produkt“, so der Medizinökonom „ergibt sich durch unsere Forschung allein in Deutschland jährlich ein Einsparpotenzial von 16 bis 23 Mio. Euro.“ Entsprechend seien auch die Effekte in anderen europäischen Ländern.

Die Studie „Aufbereitung und Reparatur: Im Spannungsfeld zwischen Qualitätsanspruch und Kostendruck“ von Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff wird bei der 17. P.E.G.-Fachtagung am 13. Oktober 2016 in München vorgestellt.

 

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