Einkorn bei Weizenunverträglichkeit das Getreide der Wahl

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Das Getreide Einkorn bei Weizenunverträglichkeit beziehungsweise Weizensensibilität gilt als sehr gute Wahl für die betroffenen Menschen.

Am Leibniz- Institut für Lebensmittel- Systembiologie haben Forscher unlängst in einer Studie 40 Weizensorten verglichen. Sie analysierten dazu jeweils sechs Sorten pro Weizenart, außerdem wuchsen alle untersuchten Getreidesorten unter den gleichen geografischen und klimatischen Bedingungen. Das Ergebnis war überraschend: In den Einkorn-Proben stellte man keine beziehungsweise eine nur sehr geringe Menge problematischer Eiweißmolekülen fest. Dementsprechend scheint Einkorn bei Weizenunverträglichkeit das bessere Getreide für betroffene Personen zu sein. Jedoch ist sich das Wissenschaftlerteam einig, dass noch sehr viel Forschungsbedarf besteht.

 

Die Weizenunverträglichkeit, die Weizensensibilität

Die Weizenunverträglichkeit beziehungsweise die Weizensensibilität kann neben Gluten auch von weiteren Eiweißmolekülen ausgelöst werden, dies sind sogenannte alpha-Amylase-Trypsin- Inhibitoren (ATI). Pflanzen produzieren diese Stoffe, um sich vor Feinden zu schützen, sie sind schwer verdaulich, sind verantwortlich für die Freisetzung von entzündungsfördernder Botenstoffe und versetzen dadurch auch unser Immunsystem in Alarmbereitschaft. Die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse werden im Gegensatz gehemmt. Die Folge sind Auswirkungen auf die Gesundheit: nicht nur Darmbeschwerden, sondern auch Müdigkeit, Benommenheit, depressive Verstimmung, aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen.

 

Wiederentdeckung des Einkorns

Schon vor 10.000 Jahren wurde Einkorn in Kleinasien kultiviert. Die Urform des Weizens gelangte dann vor etwa 5.000 Jahren über die Alpen nach Europa, wo man es bis Mitte des vorigen Jahrhunderts noch vereinzelt anbaute. Schließlich musste das Einkorn dem ertragreichen Weizen weichen. Im ökologischen Landbau wurde es wiederentdeckt, Einkorn ist eine anspruchlose Kulturpflanze, bei der man auf künstliche Düngemittel verzichten kann, außerdem ist sie resistent gegen viele Krankheiten und Schädlinge.

 

Die Vorteile von Einkorn bei Weizenunverträglichkeit unterstreichen den wichtigen gesundheitlichen Aspekt des Getreides

Für die typische goldgelbe Farbe des Einkorns (Triticum monococcum) ist der hohe Anteil von Carotinoiden (v.a. Lutein und Zeaxanthin) verantwortlich, dies wirkt sich positiv auf die Sehkraft und auf unser Immunsystem aus. Außerdem befinden sich im Einkorn bis zu 50 Prozent mehr hochwertige Proteine als im Weizen: damit wird das Nervensystem unterstützt und eine lange Sättigung erreicht. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Kupfer und Mangan kommen im Einkorn in hoher Konzentration vor. Ungesättigte Fettsäuren sind ebenfalls vorhanden. Wie jedes andere Vollkorn-Getreide senkt auch Einkorn das Risiko für Herz-Kreisauf- Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und Krebs.

 

Urgetreide Einkorn in der Küche

Einkorn ist leicht verdaulich und eignet sich bestens als Schonkost. Das Urgetreide hat ein leicht nussiges und süßliches Aroma. Aus dem gelblichem Mehl lassen sich Backwaren aller Art herstellen. Aber auch Rezepte für Suppen und Soßen sind beliebt. Aus Einkorngrieß kann man beispielsweise einen wunderbaren bekömmlicher und nahrhafter Frühstücksbrei kochen.

FAZIT. Für alle Menschen, die auf Weizen allergisch reagieren, Einkorn bei Weizenunverträglichkeit das Getreide der Wahl. Denn Einkorn ist grundsätzlich besser verträglich. Allerdings enthält dieses Urgetreide relativ viel Gluten. Deswegen eignet es sich auch nicht als Alternative bei Zöliakie.

Literatur:

Fabiana Antognoni, Roberto Mandrioli, Alessandra Bordoni, Mattia Di Nunzio, Blanca Viadel, Elisa Gallego, María Paz Villalba, Lidia Tomás-Cobos, Danielle Laure Taneyo Saa, Andrea Gianotti. Integrated Evaluation of the Potential Health Benefits of Einkorn-Based Breads. Nutrients. 2017 Nov; 9(11): 1232.

Geisslitz S, Ludwig C, Scherf KA, Koehler P (2018) J Agric Food Chem, DOI: 10.1021/acs.jafc.8b04411. Targeted LC-MS/MS reveals similar contents of α-amylase/trypsin-inhibitors as putative triggers of non-celiac gluten sensitivity in all wheat species except einkorn.


Quelle: Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie

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Mag. Barbara Novak

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