Der Eichenprozessionsspinner und seine Gifthaare haben Hochsaison

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Vor allem zu Beginn des Sommers macht der Eichenprozessionsspinner besonders oft Probleme. Die Gifthaare der Raupe stellen für den Menschen ein großes Gesundheitsrisiko dar.

Jahr für Jahr kann der Eichenprozessionsspinner ab Ende April bis in den Sommer hinein für den Menschen zum Problem werden. Der kritische Zeitraum ist vor allem von Mitte Mai bis Juli. Zwar verursachen die Raupen kaum einen ökologische Schaden durch seinen Blattfraß. Hingegen können die Gifthaare bei Menschen erhebliche gesundheitliche Beschwerden wie vor allem Juckreiz verursachen. Unter dem Strich muss man mit den Raupen aber gar nicht in Kontakt kommen. Denn der Wind kann die Haare aus den Raupennestern bis zu 200 Meter weit tragen. Außerdem bleiben die Gifthaare einige Monate lang giftig.

 

Die Eichenprozessionsspinner-Raupe stellt je nach Region ein unterschiedliches Risiko dar

Die Eichenprozessionsspinner-Raupe kann eine Größe von bis zu fünf Zentimeter bekommen. Sie haben eine graue Farbe mit dunkler Rückenlinie und bilden rotbraune Warzen mit einer langen Behaarung. Gefährlich werden sie, sobald die Raupen größer als zwei Zentimeter sind und lange Haare aufweisen. Ab dem dritten Raupenstadium haben Eichenprozessionsspinner sehr sehr viele, extrem feine Brennhaaren. Die Raupen sind praktisch übersäht von mehreren hunderttausend Brennhärchen und können bis zu 600.000 haben. Diese sind mit Widerhaken versehen, die den Giftstoff Thaumetopoein abgeben.

Wenn nun Menschen mit diesen Härchen in Kontakt, treten Juckreiz, Quaddeln oder Hautausschläge auf. Wenn man die Härchen einatmet, kann dies Atembeschwerden sowie sogar Asthmaanfälle verursachen. Im Auge verursacht das auf Eiweißbasis aufgebaute Nesselgift oft eine Bindehautentzündung. Auch generalisierte Beschwerden, etwa Schwindel, Übelkeit, Fieber oder Schüttelfrost, konnte man schon beobachten. Wobei die Symptome oft erst über Nacht auftreten.

 

Finger weg und von befallen Bäumen fernhalten

Jedenfalls empfehlen Experten, dass man in betroffenen Eichenwälder nicht vom Weg abkommt. Und dass man vor allem keinesfalls die Raupen oder die Raupennester berühren sollte. Im Grunde genommen sollte man sich von den befallenen Bäumen fern halten. Oft sind Warntafeln aufgestellt. Auch müssen Eltern ihre Kinder darüber informieren.

In der Nähe von befallenen Eichen ist es bei windigem Wetter auch nicht ratsam, Gartenarbeit zu machen. Beziehungsweise sollte man die Haut vor den Gifthaaren mit Kleidung schützen. Bei Kontakt mit Raupenhaaren ist intensives Duschen und Waschen der Kleidung bei 60 Grad ratsam. Auch sollte man sein Auto innen und außen reinigen, sofern man es in der Nähe von Raupennester geparkt hat.

 

Erste Hilfe gegen das Eichenprozessionsspinner-Gift

Als erste Hilfe empfehlen Experten, dass man kühle Umschläge auflegt. gegen den starken Juckreiz können auch Wirkstoffe aus der Apotheke schnell helfen. Dort bekommt man wirksame Cremen oder Gels mit Kortison sowie auch Antihistaminika als Tabletten. Wer aber Probleme beim Atmen oder im Auge hat, muss sofort zu einem Arzt. Übrigens halten die Beschwerden oft ein bis zwei Wochen lang an.

Um sich zu schützen, sollte man befallene Bäume, oft Eichen, oder Waldgebiete möglichst meiden. Ist das nicht möglich, sollte man möglichst viel Haut bedeckt halten. Nach einem möglichen Kontakt mit den Raupenhaaren sollte man duschen, sich die Haare waschen und am besten mit einem Haarfön trocknen.

Quellen:

Österreichisches Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft

ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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