Efeublätter bieten mehrfache Wirkungen zur Behandlung von Husten

Efeublätter kann man im Frühjahr bis Frühsommer sammeln und als Heilmittel verwenden. Doch Vorsicht: sein sind gift und können Allergien verursachen. © nadtochiy / shutterstock.com

Efeublätter kann man im Frühjahr bis Frühsommer sammeln und als Heilmittel verwenden. Doch Vorsicht: sein sind gift und können Allergien verursachen. © nadtochiy / shutterstock.com

Die Wirkung der Efeublätter hilft bei Husten, denn die Behandlung mit Efeu verdünnt den Schleim in den Atemwegen und erleichtert dessen Auswurf.

Die Efeublätter bezeichnet man wissenschaftlich Hederae folium (Efeu – Hedera helix), ihre Inhaltsstoffe bringen eine natürliche Wirkung zur sanften Behandlung von Husten. Wobei der Efeu vor allem auch bei krampfartigen Husten hilft.

Deswegen gibt es in der Apotheke verschiedene, rezeptfreie Darreichungsformen mit Efeu, die gegen Husten helfen sollen. Dazu zählen beispielsweise Hustensaft (Hustensirup), Lutschpastillen, Hustentropfen, Hustenzäpfchen und Brausetabletten sowie natürlich als Tee erhältlich.

Allerdings gilt der Efeu als giftig. Zudem kann er allergische Reaktionen auslösen. Daher trinken heutzutage nur mehr wenige Menschen Tee aus Efeublätter. Jedenfalls muss man bei der der innerlichen Anwendung von Efeu sehr vorsichtig sein. Man darf den Tee wegen der Vergiftungsgefahr keinesfalls zu stark und zu lange einnehmen.


Pflanzliche Heilmittel gegen Husten: wirksame, bewährte Behandlung

Quelle: Lukas Gojda / shutterstock.com
Bei Husten sind verschiedene Formen für pflanzliche Heilmittel zugänglich. © Lukas Gojda / shutterstock.com

Seit jeher sind pflanzliche Heilmittel gegen Husten eine wirksame, bewährte Behandlung, vor allem in der Behandlung von bestimmten Hustenformen wirken sie sehr gut. Mehr dazu siehe https://www.medmix.at/pflanzliche-heilmittel-zur-behandlung-von-husten/


Dreifach-Wirkung der Efeublätter zur Behandlung bei Husten

Die Inhaltsstoffe der Efeublätter wirken sekretolytisch, expektorierend sowie bronchospasmolytisch. Sekrolytisch heisst, dass Efeu dabei hilft, dass der Schleim in den Atemwegen dünnflüssig wird. Die expektorierende Eigenschaft sagt aus, dass Efeu zudem den Auswurf des Schleims aus den Bronchien erleichtert.

Bronchospasmolytisch sagt schließlich aus, dass Efeu mit seinen Inhaltsstoffen Krämpfe in den Bronchien lösen kann. Zudem bewirkt die Heilpflanze, dass sich die unteren Atemwege erweitern. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Saponine und Phenolcarbonsäuren. Durch die beschriebene dreifache Wirkung kann Efeu den Schleim lösen und die Bronchien befreien. Wobei auch viele klinische Studien die Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit von Efeu belegen konnte.

 

Hedera helix seit Jahrhunderten bewährt

Seit Jahrhunderten hat sich die Heilkraft des Efeu bei Infekte der Atemwege bewährt. Efeu (Hedera helix L.) ist eine windende Pflanze, die mittels Haftwurzeln an Bäumen oder Mauern emporwachsen. Die immergrünen Efeublätter sind an den nicht blühenden Zweigen drei- bis fünfeckig gelappt und weiß geadert.

Die Lianen bilden lange und flexible, aber unverhältnismäßig schmale Stängel. Es gibt auch zahlreiche botanische Anlagen mit Efeu. Gerade für die botanische Forschung sind auch die Klettergewohnheiten, die hohe Wuchsform sowie das Vorkommen in eher feuchten Wäldern von Bedeutung.

Efeu ist nahezu weltweit verbreitet und wird in unterschiedlichen Darreichungsformen gegen verschiedene Erkrankungen angewendet. Bereits in der Volksmedizin des 19. Jahrhunderts hat man Efeu gegen Katarrhe der Atemwege eingesetzt. Heute werden Efeublätter bei Erkrankungen der Atemwege – vor allem zur Husten-Behandlung – angewendet.


Quelle: emberiza / shutterstock.com
Efeublätter © emberiza / shutterstock.com

Unter dem Strich lösen Efeublätter bei lästigem Husten den Schleim und unterstützen die Atemwege.


Sehr gute Wirkung bei Husten

Im Grunde genommen entfalten Efeublätter-Zubereitungen mit ihren Hauptwirkstoffen eine indirekte Wirkung in der Lunge, die bei Husten den Körper unterstützt. Beispielsweise kommt es zur Erhöhung der Surfactantbildung der Lungenzellen. Und damit verringert sich die Zähigkeit des Schleims (Reduktion der Schleimviskosität) und die Muskulatur der Bronchien entkrampft. Zudem kommt es zu einer Weitstellung der Bronchien, das heisst, dass sie sich erweitern.

Das vorhandene Schleimsekret kann der Körper dann durch die Verringerung der Schleimviskosität leichter abhusten. Die Entspannung und die Erweiterung der Bronchialmuskulatur unterstützt wiederum das Abhusten.

Im weiteren Verlauf der Husten-Behandlung mit Efeu muss man dann nicht mehr so oft husten. Beziehungsweise geht die Anzahl der Husten-Attacken zurück.

Man wendet Efeu beziehungsweise Efeublätter im Grunde genommen vor allem zur Unterstützung der Schleimlösung in den Atemwegen an. Zahlreiche klinische Studien konnten ihre Wirksamkeit bei verschiedenen Erkrankungen hinreichend belegen.

Das war beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und bei akuter Entzündung der Atemwege mit Husten als Begleiterscheinung der Fall. Auch Katarrhe der Luftwege gehörten dazu. Unter dem Strich hilft Efeu jedenfalls bei der symptomatischen Behandlung von Erkrankungen der Atemwege.


Saponine zeigen als Hustenlöser gute Wirkung bei Husten

Efeu-Blätter sind wichtige Saponine-Vertreter, die sich als pflanzliche Hustenlöser zur Behandlung von Husten seit langem bewährt haben. © ternadtochiy / shutterstock.com

Saponine helfen dabei, Schleim zu verflüssigen und können mit ihrer Wirkung als pflanzliche Hustenlöser den Husten lindern und den Patienten die Genesung erleichtern. Mehr dazu siehe https://www.medmix.at/saponine-expektorantien-husten/


Wirkung der Saponine in Efeublättern fachlich im Blickpunkt

Saponine sind die wirkungsbestimmenden Inhaltsstoffe bei der Behandlung mit Efeublätter-Zubereitungen. Cirka 2,5 bis 6 Prozent Triterpen-Saponine mit ihrer Hauptkomponente Hedera-Saponin C verhindern, dass an Alveolarzellen die β2-Rezeptoren durch Endocytose von der Zelloberfläche entfernt werden. Durch die vermehrte Präsenz dieser Rezeptoren wird die intrazelluläre Antwort auf eine β2-adrenerge Stimulation erhöht.

Das resultiert einerseits in einer gesteigerten Bildung von Surfactant, das eine Verflüssigung zähen Schleims und damit ein leichteres Abhusten ermöglicht, und andererseits in einer Erniedrigung der intrazellulären Ca2+-Ionenkonzentration, die wiederum eine Erschlaffung der Bronchialmuskulatur und eine Bronchialerweiterung nach sich zieht.

Weitere Stoffe sind Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Polyacetylene, Sterole, ätherisches Öl sowie freie Aminosäuren.

Übrigens soll Efeu auch hypoglykämische Aktivitäten entfalten können und antidiabetische Potential haben. Aktuelle histopathologische Untersuchungen lebenswichtiger Organe zeigten dazu eine Schutzwirkung von Efeu bei Ratten mit Diabetes.

Schließlich wirken Efeublätter auch gegen manche pflanzenpathogene Pilzarten. Zusätzlich zu den Wirkungen beim Menschen unterstützt der Efeu damit Gemüsearten und Zierpflanzen.


Hausmittel gegen Husten: Schwarzer-Rettich Hustensaft

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Der Hustensaft mit Schwarzem Rettich ist ein altes Hausmittel gegen Husten, um einen natürlich hergestellten Schleimlöser bei Husten anwenden zu können. © TwilightArtPictures / shutterstock.com

Ein altbekanntes und bewährtes Hausmittel gegen Husten ist Schwarzer-Rettich-Hustensaft, bei dem der Zucker am Hustenrezeptor im Rachen verbleibt, sehr gut wirkt und vor allem auch für Kinder sehr geeignet ist. Mehr dazu unter https://www.medmix.at/hausmittel-gegen-husten-schwarzer-rettich-hustensaft/


Literatur:

Saeed Khan S, Adil A, Naeem S, Jaffar N, Khatoon H, Ansar H, Shafiq Y. Evaluation of Acute and Chronic Antidiabetic Activity of Ivy (Hedera helix L.) Aqueous Leaf Extract in Rat Model. Pak J Biol Sci. 2020 Jan;23(11):1357-1368. doi: 10.3923/pjbs.2020.1357.1368. PMID: 33274862.

Silveira D, Prieto-Garcia JM, Boylan F, Estrada O, Fonseca-Bazzo YM, Jamal CM, Magalhães PO, Pereira EO, Tomczyk M, Heinrich M. COVID-19: Is There Evidence for the Use of Herbal Medicines as Adjuvant Symptomatic Therapy? Front Pharmacol. 2020 Sep 23;11:581840. doi: 10.3389/fphar.2020.581840. PMID: 33071794; PMCID: PMC7542597.

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Published online 2019 Feb 22. doi: 10.1093/jxb/erz071


Quelle:

Teedrogen und Phytopharmaka. Wichtl, Max, 5. Auflage, 2009.

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