Edelweiß und seine heilenden Wirkungen

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In der Volksmedizin kennt man die heilenden Wirkungen von Edelweiß seit langem – vor allem gegen Magen-Darm-Beschwerden und jüngst auch gegen Arteriosklerose.

Vor allem das Alpenedelweiß – einem Angehörigen der Familie der Korbblütler – erfreut sich großer Beliebtheit. Leontopodium (so der lateinische Name) soll vor zehntausenden Jahren aus dem Zentralasiatischen Raum »eingewandert« sein. Neben Vorkommen im Himalaya-gebiet ist das etwa 20 Zentimeter hohe Edelweiß mit seinen filzigen, weißgrauen Blütenblättern in den Alpen, den Karpaten, am nördlichen Apennin und in den Pyrenäen zu finden.

Speziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Alpenedelweiß stark gefährdet und bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts (das Alpenedelweiß wurde bereits 1886 unter Naturschutz gestellt) geschützt: dementsprechend st das Pflücken verboten (nur bei Genehmigung).

Als Symbol der österreichischen Kaiserin Sissi – bekannt durch ein 1865 gemaltes Porträt des Malers Franz Xaver Winterhalter, das die Kaiserin mit neun in ihr Haar geflochtenen künstlichen Edelweißsternen zeigt, wurden zur alpinen Pflanze in der K&K-Monarchie mit zunehmender Kaiserinverehrung zahlreiche romantische Mythen verbreitet. So bedeutete es sehr großen Mut, Edelweiß zu pflücken. Nur verwegenen abenteuerlustigen Kletterern konnte das nach Ansicht der Menschen gelingen. Allgemein verkörperte das Alpenedelweiß Werte wie Mut, Treue und Gemeinschaft.

 

Edelweiß in der Naturmedizin

Edelweiss beinhaltet Gerbstoffe als Tannine, Flavonoide, Phenylpropan- und Hydroxyzimtsäurederivate sowie flüchtige Verbindungen wie Hexenylacetat, Limonen, Pinen und Cumarin. Jüngste Untersuchungen lassen auch vermuten, dass Edelweiß freie Radikale binden und oxydationshemmend wirken kann.

Das Alpenedelweiß wird in den österreichischen und bayrischen Alpengebieten auch als »Bauchwehbleaml« sprich Bauchwehblümchen bezeichnet. In diesem Sinne kam Edelweiß jahrhundertelang gegen Bauchschmerzen aber auch gegen Durchfall sowie gegen Brustschmerzen und Rheuma zur Anwendung. Heutzutage wird Edelweiß auch als verdauungsfördernd und leicht beruhigend eingesetzt.

Seit einigen Jahrzehnten wird Edelweiß auch bei dermatologischen Problemen eingesetzt. So sollen die Inhaltsstoffe der Pflanze aufgrund des hohen Tanningehalts eine haut-protektive Wirkung entfalten und weiters auch antibakterielle, antiseptische, antimykotische und gefässverengende Eigenschaften besitzen. hinzu kommen die enthaltenen Flavonoide, die der Brüchigkeit von Blutkapillaren entgegenwirken sollen und die Gefässe vor der Bildung von Besenreissern und Couperose schützen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Edelweiß seit jeher angewendet. Dutzende Arten kommen ausschließlich im zentralasiatischen Raum vor – insbesondere in China, Nepal, Tibet und der Mongolei. Dort füllt man beispielsweise Kopfkissen mit Edelweiß präventiv gegen Atemwegserkrankungen.

Edelweiß bei Gefäßwandverdickungen

Aus den Wurzeln haben österreichische Forscher der Universität Innsbruck vor einigen Jahren das Leoligin gewonnen, das zur Therapie von Gefäßerkrankungen eingesetzt wurde. Dabei zeigten sich in Zellkulturanalysen das Leoligin als wirksames Mittel gegen Gefäßwandverdickungen – der Innenwand der Blutgefäße.

Die einmalige Gabe von Leoligin verringerte in einer tierexperimentellen Untersuchung die unerwünschten Gefäßwandverdickungen in Venen-Bypässen im Vergleich zu unbehandelten Mäusen um die Hälfte. Dabei hat Leoligin im Gegensatz zu anderen Wirkstoffen die Gefäßinnenwand nicht angegriffen, bereits bestehende Verdickungen konnten reduziert werden.

Gefäßwandverdickungen bilden die Vorstufe von Arteriosklerose und zählen zu den wichtigsten Ursachen vieler Herzkreislauferkrankungen. Bei chirurgischen Eingriffen an Gefäßen, wie etwa bei Bypassoperationen, spielen Gefäßwandverdickungen eine wichtige Rolle.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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