Rotaviren: die häufigsten Verursacher für schweren Durchfall bei Kindern

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Rotaviren sind die häufigste Ursache für einen schweren Durchfall bei Kindern, der sehr häufig eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich macht.

Sowohl in der westlichen Welt als auch in den Entwicklungsländern kommt es weltweit jährlich zu fast 500.000 Todesfällen, über 2 Millionen Spitals­aufenthalten und etwa 25 Millionen Arztbesuchen, die durch Rotaviren verursacht werden. Die meisten Todesfälle finden sich in den Entwicklungsländern. Eine jüngste Studie aus den Niederlanden zeigt exemplarisch die dadurch verursachten enormen Kosten für das Gesundheitssystem.

Das Auftreten von Infektionen mit Rotaviren zeigt typische saisonale Schwankungen mit dem häufigsten Auftreten in der Übergangszeit von Winter auf das Frühjahr. Die Ansteckungszeit beträgt 1 bis 3 Tage, wobei etwa die Hälfte der betroffenen Kindern bereits am Tag zuvor und etwa ein Drittel eine Woche nach Beendigung der Symptome Rotaviren im Stuhl ausscheiden.

Rotavirus-Infektionen erfolgen meist als fäkal-orale Schmierinfektion von Mensch zu Mensch: 10 bis 100 Partikel reichen dafür aus, in einem Milliliter Stuhl eines erkrankten kindlichen Patienten können bis zu 100.000 Millionen Rotaviren gefunden werden.

 

Hohe Durchseuchungsquote der Rotaviren

Unter dem Strich gehört das Rotavirus zu den erfolgreichsten Viren überhaupt gehören, wie die beschriebenen Gründe zeigen. Es erreicht bereits mit 5 Jahren eine Durchseuchungsquote von an die 100%. Hingegen beispielsweise Varizellen mit 18 Jahren nur 97% erreichen. 2005 wurde die erfolgreiche Verminderung von nosokomialen Rotavirus-Infektionen um 75% beschrieben.

Um diesen Erfolg zu erreichen waren jedoch folgende Voraussetzungen notwendig. Denn zwei eigens dafür abgestellten Personen beobachteten während der Studie das Verhalten aller Personen im Krankenzimmer. Außerdem bekamen die Eltern ausführliche Informationsschreiben in mehreren Sprachen. Schließlich gab es auch ausgedehnte Ausbildungsprogramme über die Händedesinfektion für Schwestern, Ärzte sowie Studenten. Allerdings kann man diesen Aufwand in der Praxis normalerweise aus finanziellen Gründen nicht betreiben.

Deswegen treten Rotavirus-Infektionen auch weiterhin in großer Zahl. Dies gilt vor allem für die Wintermonaten in nahezu allen Kinderkliniken. übrigens sind Todesopfer durch Rotavirus-Infektionen in unseren Breiten glücklicherweise selten.

 

Behandlung

Ziel der Therapie von durch Rotaviren-Infektion verursachten Durchfall bei Kindern ist der möglichst rasche Ausgleich der Flüssigkeitsverluste. Dazu stehen spezielle Rehydra­tionslösungen zur Verfügung. Dabei bestätigten zahlreiche Untersuchungsergebnisse, dass die orale Rehydration effizienter und besser wirkt als eine parenterale.

Um dem Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei starkem Durchfall entgegenzuwirken, sollten die betroffenen Kinder viel Tee trinken. Infolge sollten sie mit fettarmer Nahrung behutsam wieder zu Kräften kommen. Hilfreich ist der Einsatz von Probiotika, unterstützend wirken verschiedene naturmedizinische Präparate.

Wenn der Durchfall bei Kindern länger anhält, kann der Einsatz einer Normolytlösung das Austrocknen – eine Dehydrierung – durch den starken Flüssigkeitsverlust verhindern. Spezielle Durchfallmittel sind in meisten Fällen von Durchfall bei Kindern vorerst nicht notwendig. Erst bei länger andauernden Durchfällen können Medikamente die Bewegung des Darmes vermindern und den Verlust an Mineralstoffen einschränken.

Literatur:

Pijnacker et al. Incidence and economic burden of community-acquired gastroenteritis in the Netherlands: Does having children in the household make a difference? PLoS One. 2019; 14(5): e0217347. Published online 2019 May 23. doi: 10.1371/journal.pone.0217347

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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