Dopingmittel Peginesatide: vergleichbar mit EPO

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Die Wirkung von Peginesatide – auch als Hematide bekannt– ist vergleichbar mit der von EPO – Erythropoietin. Die Substanz eignet sich deswegen als Dopingmittel.

Fachbeitrag. Peginesatide sollte ursprünglich gegen eine isolierte aplastische Anämie – Pure Red-Cell-Aplasie – eingesetzt werden. Das eingetragenen Hematide TM ist einer Vertreter der neuen Generation Erythropoiese-stimulierender Agenzien, der man ein hohes Missbrauchspotenzial als Dopingmittel zuspricht. Dabei binden bestimmte zyklische Peptide an den EPO-Rezeptor und induzieren dieselben intrazellulären Signale wie EPO. Der Prototyp war Peginesatide, ein pegyliertes EMP-Dimer.

Im März 2012 erhielt die Substanz in den USA die Zulassung für die Behandlung renaler Anämien. Im Februar 2013 wurde das für Dialysepatienten zugelassene Peginesatide aber wegen Unverträglichkeitsreaktionen mit teilweise tödlichem Ausgang zurückgerufen. Denn es kam zu tödlich verlaufenden anaphylaktischen Reaktionen.

 

Isolierte aplastische Anämie

Die isolierte aplastische Anämie ist eine spezielle Form der aplastischen Anämie, die auch Pure Red-Cell-Aplasia genannt wird und eine reine Erythrozytenanämie darstellt. Dabei handelt es sich um eine Störung der Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Dies ist auch der Grund, weshalb ausschließlich die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut verringert ist, die Zahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen ist dagegen normal.

Die isolierte plastische Anämie ist eine seltene Erkrankung. Neben einer angeborenen chronischen Form kann sie auch im Erwachsenenalter, etwa als Folge eines Thymustumors, auftreten. Ebenso kann sie auch eine gefürchtete Komplikation einer Epo-Therapie darstellen, wobei die Patienten Antikörper gegen das Hormon Erythropoetin entwickeln.

Aufgrund dieser Nebenwirkung wurde das synthetische Peginesatide entwickelt, das an den gleichen Rezeptor bindet und agonistisch wirkt wie das (natürliche oder rekombinante) Erythropoetin. Es wird aber aufgrund des gänzlich unterschiedlichen Aufbaus nicht von Antikörpern angegriffen.

 

Peginesatide vom Markt genommen

Wenn sich der Erythropoetin-Agonist Hematide aber als sicher erweisen hätte, so wäre es zur Behandlung der seltenen Epo-Komplikation anwendbar gewesen. Weiters hätte sich die Substanz auch zur Behandlung der renalen Anämie geeignet.

Die US-amerikanische Firma Affymax hatte Peginesatide unter dem Namen Hematide ™ als ein EPO-analoges Präparat entwickelt. Peginesatide ist ein kurzkettiges, zyklisches Polypeptid mit einer Disulfidbrücke, dessen Wirkung der des nativen EPO entspricht. Zur Vermeidung einer raschen Ausscheidung über die Nieren und zur Strukturstabilisierung war Peginesatide zudem PEGyliert.

 

Dopingmittel Peginesatide mittlerweile nachweisbar

Vor einigen Jahren wurde ein analytisches Verfahren zum Nachweis von Hematide. Denn die Substanz kann man vor allem im Ausdauersport auch als Dopingmittel missbrauchen. Die Nachweisverfahren wurden am Zentrum für präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und im Schweizer Dopinglabor in Lausanne entwickelt.

Quellen:

http://www.nada.de/de/nada/aktuelles/newsdetail/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=238&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0f6a6629101093680b0a47ccad2b075a#.V__u9yOLRjA

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21082943

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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