Dopaminagonisten bei Morbus Parkinson

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Dopaminagonisten bewähren sich besonders bei Parkinson-Patienten mit motorischen Komplikationen, aber auch in späteren Stadien der Erkrankung – entsprechend hoch dosiert.

Bei der neurodegenerative Erkrankung Morbus Parkinson sterben die den Botenstoff Dopamin produzierenden Nervenzellen aus bisher ungeklärten Gründen fortschreitend ab. Je eher Morbus Parkinson diagnostiziert wird, desto frühzeitiger kann die Erkrankung effektiv therapiert und neuroprotektiv eingewirkt werden. Wenn bereits 40 bis 50% der Nervenzellen verloren sind, sind auch die Möglichkeiten der Therapie beschränkt. L-Dopa und Dopaminagonisten gehören zu den wichtigsten medikamentösen Theerapieoptionen.

 

Frühzeitige Diagnose

Die frühzeitige Diagnose des Morbus Parkinson ist ebenso eine klinische Heraus­forderung ist wie die Wahl der primären Therapie. L-Dopa ist nach wie vor die erste Wahl in der Parkinsontherapie. Die Mehrzahl der mit L-Dopa behandelten Patienten entwickelt allerdings motorische Komplikationen im Sinne von Fluktuationen und Dyskinesien. Ein erheblicher Anteil der Patienten leidet unter psychiatrischen Nebenwirkungen. Auch die relative Wirksamkeit von L-Dopa nimmt im Verlauf der Erkrankung ab.

 

Die Vorteile der Dopaminagonisten

Dopaminagonisten haben demgegenüber zumindest theoretisch eine Reihe von Vorteilen: sie wirken direkt am postsynaptischen Rezeptor ohne Notwendigkeit einer Metabolisierung in den degenerierenden nigrostriatalen Neuronen. Weiters haben sie eine längere Halbwertszeit – diese liegt für L-Dopa bei etwa 90 Minuten, moderne Dopaminagonisten haben Halbwertszeiten von 6 bis 60 Stunden.

Dopaminagonisten gehören deswegen heute wie L-Dopa zum Standardrepertoire der Parkinsontherapie und haben vor allem L-Dopa als Gold-Standard der Therapie in den ersten Krankheitsjahren und bei jüngeren Betroffenen fast abgelöst.

Denn klinische ­Daten lassen vermuten, dass der frühzeitige und primäre Einsatz von Dopamin­agonisten das Auftreten motorischer Komplikationen, insbesonders von Dyskinesien, verzögert. Eine primäre Monotherapie mit Dopaminagonisten sollten daher vor allem in der Therapie von jungen Patienten und bei Patienten mit hohem Risiko für das Auftreten von motorischen Komplikationen und niedrigem Risiko für andere Nebenwirkungen überlegt werden.

An Morbus Parkinson leiden etwa zwei Prozent der über 65-Jährigen. Es wird vermutet, dass sich die Erkrankungszahlen bis 2030 aufgrund der Demographie und der einhergehenden steigenden Lebenserwartung zumindest verdoppeln werden.

Zur Steigerung der Lebensqualität von Parkinson-Betroffenen ist es wichtig, frühe Parkinson-Symptome zu erkennen und eine frühe Diagnose zu stellen. Denn ein möglichst früher Behandlungsbeginn ist entscheidend.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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