DKOU 2016 – Zurück in die Zukunft

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...
MEDMIX Newsroom
MEDMIX Newsroom
Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

DKOU 2016 vom 25. bis 28. Oktober 2016 in Berlin: „Zurück in die Zukunft“ – Orthopäden und Unfallchirurgen zwischen Tradition und Innovation.

Vom Säugling bis zum Senioren – Orthopäden und Unfallchirurgen sorgen dafür, dass sich Menschen in jeder Lebensphase schmerzfrei bewegen können und bis ins hohe Alter mobil bleiben. Medizinische und technische Innovationen bieten den Fachärzten immer neue Möglichkeiten, Menschen mit Erkrankungen und Verletzungen der Haltungs- und Bewegungsorgane noch besser zu behandeln. Doch auch bewährte Diagnose- und Therapie-Konzepte haben in Orthopädie und Unfallchirurgie unverändert einen hohen Stellenwert. Wie Fortschritt und Tradition sich in Orthopädie und Unfallchirurgie vereinen lassen, diskutieren Experten vom 25. bis 28. Oktober 2016 auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2016) in Berlin. Mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ist der DKOU der größte europäische Kongress dieser Fachrichtung.

„Orthopädie und Unfallchirurgie werden zunehmend von Innovation und Hightech geprägt“, sagt Professor Dr. med. Heiko Reichel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC) mit Blick auf den DKOU 2016. Computergestützte Chirurgie und minimal-invasive Operationstechniken entwickeln sich fortlaufend weiter und bieten Fachärzten immer neue Möglichkeiten, Patienten noch besser zu versorgen. „Dennoch dürfen wir altbewährte Methoden nicht aufgeben und müssen auch diese – wenn sinnvoll – weiterentwickeln“, betont der Ärztliche Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm.

Highlights des DKOU 2016

Universitätsprofessor Dr. med. Heiko Reichel, Kongresspräsident des DKOU 2016
Universitätsprofessor Dr. med. Heiko Reichel, Kongresspräsident des DKOU 2016

– Statement Professor Dr. med. Heiko Reichel, Kongresspräsident des DKOU 2016, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) findet vom 25. bis 28. Oktober 2016 auf dem Messegelände Süd in Berlin statt. Wie in den Jahren zuvor werden hierzu weit über 10.000 nationale und internationale Teilnehmer erwartet. Das Spannende an der Orthopädie und Unfallchirurgie ist die eindrucksvolle Breite des Faches, die sich auch in diesem Kongress widerspiegelt. Highlights des DKOU sind einerseits die eingeladenen Sitzungen mit Tipps und Tricks sowie vielfältige Expertenrunden, für die namhafte nationale und internationale Spezialisten gewonnen wurden. Das Gewinnbringendste eines solchen Kongresses ist der Erfahrungsaustausch, das Lernen von Kollegen aus ganz Deutschland und vielen Ländern Europas.

Der DKOU hat sich seit einigen Jahren zunehmend international aufgestellt. Neben dem – deutlich kleineren – Kongress der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) ist der DKOU mehr und mehr der europäische Kongress für O & U geworden. Erstmals wird es an allen Tagen zwei komplette englischsprachige Sitzungsstränge geben.

Dies macht den DKOU insbesondere für nichtdeutschsprachige internationale Teilnehmer interessant. Mit der Schweiz und Israel wurden zwei renommierte Gastländer gewonnen, die den Kongress in Form mehrerer internationaler Sitzungen aktiv mitgestalten. Es gibt darüber hinaus englischsprachige Sitzungen der AO Foundation, der Orthopaedic Research Society sowie weiterer nationaler und internationaler Fachgesellschaften. Außerdem wird eine internationale Sitzung vom Hospital for Special Surgery aus New York gestaltet, auf der die Neuentwicklungen der amerikanischen Endoprothetik vorgestellt werden.

Das Motto des Kongresses lautet „Zurück in die Zukunft“ und soll den dynamischen Prozess zwischen Tradition und Moderne in unserem Fach widerspiegeln. Orthopädie und Unfallchirurgie werden zunehmend von Innovation und Hightech geprägt. Computergestützte Chirurgie und minimal-invasive Operationstechniken entwickeln sich fortlaufend weiter und bieten uns immer neue Möglichkeiten, Patienten noch besser zu versorgen. Dies wird sich auch in der Industrieausstellung des Kongresses widerspiegeln, in der als besonderes Highlight ein „Operationssaal der Zukunft“ präsentiert wird. Dennoch dürfen altbewährte Methoden nicht in Vergessenheit geraten, sondern sollten – wo immer sinnvoll – weiterentwickelt werden.

Ein Beispiel für die Kombination von Tradition und Fortschritt ist die erfolgreiche Behandlung des Gelenkverschleißes, der sogenannten Volkskrankheit Arthrose. 370.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke haben Orthopäden und Unfallchirurgen im Jahr 2014 bundesweit eingesetzt. Der Gelenkersatz gehört heute zu den chirurgischen Eingriffen mit den höchsten Erfolgsquoten und verhilft Betroffenen zu mehr Mobilität und so zu mehr Lebensqualität. Moderne minimal-invasive Techniken erlauben während des Eingriffs eine maximale Weichteilschonung, wodurch die Rehabilitation deutlich beschleunigt wird. Auf dem DKOU 2016 werden außerdem exzellente Langzeitergebnisse gelenkerhaltender Eingriffe präsentiert, die zeigen, dass es in vielen Fällen inzwischen gelingt, die Arthrose lebenslang zu verhindern oder zu verzögern. Dabei ist das Skalpell aber die letzte Instanz zur Behandlung von Gelenkbeschwerden. Viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang das aufklärende Gespräch mit dem Patienten über Prävention und mögliche konservative Behandlungsalternativen.

Das Arzt-Patienten-Gespräch muss den Patienten und seinen Arzt in die Lage versetzen, gemeinsam die richtige Entscheidung zu treffen. Unter der Überschrift „Choosing wisely – Gemeinsam klug entscheiden in O & U“ findet während des DKOU ein Rundtisch-Gespräch mit Patientenvertretern und Selbsthilfegruppen statt, das sich dieses wichtigen Themas annehmen wird. Überhaupt wird der Kontakt zu unseren Patienten auch dieses Jahr wieder großgeschrieben. Den Betroffenen sollen die großartigen aktuellen Behandlungsmöglichkeiten in O & U, aber auch die realistischen Erwartungen dargestellt werden, die an zeitgemäße Therapiemethoden gerichtet werden können. Auch deshalb wird im Rahmen des DKOU 2016 wieder ein Patiententag stattfinden, der gemeinsam mit der Deutschen Rheuma-Liga e.V. veranstaltet wird.

Ein besonders wichtiges Thema ist die Nachwuchsförderung sowie die Rekrutierung und Begeisterung der jungen Generation für unser Fach. Hierzu wird es vielfältige Veranstaltungen auf dem DKOU geben. Hervorzuheben ist der Tag der Studierenden, organisiert vom Jungen Forum der DGOU, an dem junge Studierende einen ganzen Tag von Assistenzärzt(innen) aus O & U durch den Kongress begleitet werden – mit dem Ziel, ihnen einen tiefen Einblick in dieses schöne Fach zu geben und sie für eine spätere Tätigkeit in Orthopädie und Unfallchirurgie zu begeistern.

Gelenkersatz gehört zu den erfolgreichsten Eingriffen Ein Beispiel für die erfolgreiche Kombination von Tradition und Fortschritt sieht Reichel in der Behandlung der Volkskrankheit Arthrose. 220 000 künstliche Hüftgelenke haben Orthopäden und Unfallchirurgen bundesweit im Jahr 2014 eingesetzt. Dank minimal-invasiver Techniken bleibt die Muskulatur während dieses Eingriffs weitgehend geschont, was die Rehabilitation deutlich beschleunigt. „Der Gelenkersatz gehört zu den chirurgischen Eingriffen mit den höchsten Erfolgsquoten und verhilft Betroffenen zu mehr Mobilität und so zu mehr Lebensqualität“, betont Reichel. Auf dem DKOU 2016 würden zudem exzellente Langzeitergebnisse gelenkerhaltender Eingriffe präsentiert, die zeigen, dass es in vielen Fällen inzwischen gelingt, die Arthrose zu verhindern oder zu verzögern. Dabei sei das Skalpell aber die letzte Instanz zur Behandlung von Gelenkbeschwerden, ergänzt Reichel „Es gibt viele erfolgreiche Methoden, um Bewegungsfunktionen mit Medikamenten und Physiotherapie zu erhalten und wiederherzustellen – die Chirurgie sollte erst zum Einsatz kommen, wenn diese Maßnahmen nicht greifen.“

DKOU 2016: Traumaforschung: Unfallopfer und Schwerstverletzte besser versorgen

Weltweit erleiden jedes Jahr 20 bis 50 Millionen Menschen schwere Verletzungen infolge eines Verkehrsunfalls. „Bei der Versorgung von Menschen mit körperlichen und psychischen Traumata hat sich in Deutschland in den letzten Jahren viel getan, sie ist jedoch noch zu segmentiert“, erklärt Professor Dr. med. Florian Gebhard, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. (DGU). Der Ärztliche Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Ulm ist auch Präsident der Deutschen Traumastiftung, die im vergangenen Jahr gegründet wurde. Ziel der Stiftung ist es, Trauma-Patienten eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehört neben der körperlichen Behandlung und Nachsorge auch die seelische. Für unfallgeschädigte Senioren hat die DGU Anfang dieses Jahres außerdem das AltersTraumaRegister® ins Leben gerufen. „Durch den demografischen Wandel erwarten wir, dass sich die Zahl der Knochenbrüche bei älteren Menschen mindestens verdoppeln wird“, so Gebhard. „Mithilfe des Registers können wir die Behandlungsergebnisse messen und zentral erfassen, wo Handlungsbedarf besteht“, sagt Gebhard. Die neuesten Erkenntnisse aus der Traumaforschung, der Einsatz neuer Technologien und die optimale Versorgung von Schwerstverletzten werden deshalb wichtige Themenschwerpunkte auf dem DKOU 2016 sein.

DKOU 2016: Klug entscheiden in Orthopädie und Unfallchirurgie

Vier von fünf Menschen in Deutschland leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen. Bei 80 Prozent der Betroffenen können Orthopäden keine körperliche Ursache feststellen. Die aktuelle Leitlinie zum unspezifischen Rückenschmerz empfiehlt, teure bildgebende Untersuchungen wie ein MRT oder ein CT frühestens nach sechs Wochen anhaltender Schmerzen vorzunehmen. „Bei den meisten Patienten klingt Schmerz mit rein konservativen Maßnahmen wie Bewegungs-, Physio- oder Wärmetherapie und Medikamenten innerhalb dieses Zeitraumes ab – Spritzen oder Operationen bringen keine zusätzliche Entlastung“, sagt Dr. med. Manfred Neubert vom Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). Trotzdem wird immer wieder bei Patienten ohne Warnsignale innerhalb der Sechs-Wochenfrist eine Kernspintomographie veranlasst.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das aufklärende Gespräch mit dem Patienten über mögliche Alternativen zur Schmerzbekämpfung. „Das Arzt-Patienten-Gespräch muss den Patienten und seinen Arzt in die Lage versetzen, gemeinsam eine gute Entscheidung zu treffen“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Sonneberger Orthopädiezentrum in Bremen. Aber es gibt auch neue Entwicklungen: Minimal-invasive und endoskopische Interventionen schließen die Lücke zwischen rein konservativer Behandlung und den klassischen Operationen. Hier könnte sich durchaus eine Perspektive für die Zukunft ergeben, wodurch die Zahl der Rückenoperationen zurückgehen könnte. Die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen bleibt weiterhin ein wichtiger Baustein. Auch deswegen wird im Rahmen des DKOU 2016 wieder ein Patiententag stattfinden.

Der gemeinsame Kongress der DGOOC, DGU und des BVOU findet vom 25. bis 28. Oktober 2016 auf dem Messegelände Süd in Berlin statt. Die Anmeldung zum DKOU 2016 ist im Internet möglich. Unter www.dkou.de können Interessierte die Vorträge außerdem live verfolgen.

Latest News

Wirkung von Eleutherococcus (Taigawurzel, Sibirischer Ginseng)

Eleutherococcus senticosus – auch als Sibirischer Ginseng oder  Taigawurzel bekannt – bringt mit seiner pflanzlichen Wirkung unser Immunsystem in Schwung. Unter den europäischen Arzneipflanzen, die als...

Topische Aktinische Keratosen Behandlung, um Hautkrebs zu verhindern

Ohne Behandlung können sich Aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom – invasiven – Hautkrebs –entwickeln. Allerdings gibt es einige wirksame Therapien. Aktinische Keratosen stellen eine frühe Form von...

Zumindest schon vor 14.000 Jahren: Geschichte der Zahnmedizin älter als gedacht

Die Untersuchung eines etwa vor 14.000 Jahren behandelten kariösen Backenzahn mit einem Loch im Zahn schreibt die Geschichte der Zahnmedizin neu. Der älteste Nachweis für einen zahnmedizinischen...

Zytomegalie durch das Cytomegalievirus

Die Zytomegalie – eine Infektion mit dem Cytomegalievirus – kann in der Schwangerschaft schwere Missbildungen vor allem bei den frühgeborenen Kindern verursachen. Herpesviren haben sich im Laufe...

Löwenzahn – eine Heilpflanze mit Potenzial gegen Krebs

Der Frühlingsbote Löwenzahn bereichert die Küche und dient seit Jahrtausenden als wertvolle Heilpflanze gegen diverse Erkrankungen wie auch jüngst gegen Krebs. Der Löwenzahn als Heilpflanze ist...

More Articles Like This