Walnuss und Walnussbaum: Inhaltsstoffe und Wirkungen

Nicht nur Menschen schätzen den Walnussbaum. © Bildagentur Zoonar GmbH / shutterstock.com

Nicht nur Menschen schätzen den Walnussbaum. © Bildagentur Zoonar GmbH / shutterstock.com

Die Inhaltsstoffe der Walnuss und des Walnussbaums zeigen vielfältige gesundheitliche Wirkungen, sowohl innerlich als auch äußerlich bei Hautbeschwerden.

Die Wirkungen der Inhaltsstoffe der Walnuss und des Walnussbaums nutzen die Menschen seit langem für Spülungen, Umschläge sowie Bäder bei Beschwerden der Haut ein. Und zwar bei leichten, oberflächliche Entzündungen der Haut sowie bei starker Schweißabsonderung der Hände und der Füße. Auch chronische Ekzemen und Geschwüre kann man beispielsweise mit Walnusstee behandeln. Das regelmäßige Essen von Walnüssen soll wiederum gut für Herz und Gefäße sein. Das senkt nachweislich den Cholesterinspiegel und unterstützt die Blutgefäße.

In manchen Teilen Österreichs betrachtet man eine gute Ernte der Walnuss auch als Zeichen dafür, dass im nächsten Jahr viele Buben geboren werden.

Die lateinische Bezeichnung der sogenannten Echten Walnuss ist Juglans regia. Die Griechen sprachen noch von der „göttlichen Eichel“. Bei der Übertragung ins Lateinische entstand daraus „Jovis glans“. Das bedeutete Jupiter-Eichel oder Jupiter-Nuss. Durch Umbildung von Jovis glans entstand der heutige Gattungsname Juglans. Diesen hat im Jahr 1753 Carl von Linné mit dem Artnamen regia – königlich – ergänzt. Weitere Volksnamen der Walnuss sind Christnuss, Steinnuss und Welschnussbaum.

 

Walnuss und der Walnussbaum

Den Walnussbaum und die Walnuss, Juglans regia, kultiviert man seit langem in Gärten. Wenngleich das äußere Erscheinungsbild keine besondere Zierde darstellt. Oft ist der bis meist 20 m hohe Walnussbaum unsymmetrisch. Er kann aber bis zu 35 Meter groß und 150 Jahre alt werden. Kleinere Bäume wirken oft untersetzt und plump.

Der Walnussbaum ist einer der letzten, der im Frühjahr austreibt, noch dazu ohne auffällige Blüten. Und er ist der erste kahle Baum im Herbst. Und zwar wiederum ohne auffällige Herbstfärbung der Blätter sowie ohne farbige Früchte.

Er hat aber zwei Dinge zu bieten, die ihn so beliebt machen: der Walnussbaum liefert edles Holz und reichhaltige, Energie geladene Nüsse. Außerdem zeigt der Baum durch seine silbrige Rinde und seine knorrigen Äste Charakter.

 

Nussbaum – Walnussbaum – Juglans regia

Der Nussbaum mit lateinischem Namen Juglans regia stammt ursprünglich aus Armenien, dem südlichen Kaukasus, Nordpersien, Burma, China und Japan, er wurde aber bereits seit der Jungsteinzeit kultiviert.

Die Römer brachten ihn nach Gallien, dem heutigen Frankreich, deshalb wurden die in der römischen Zeit kultivierten Sorten nux gallica – gallische Nuss – bezeichnet.

Schon Kaiserin Maria Theresia forderte: „An jedem Hof soll ein Walnussbaum stehen.“

Später wurde er dann Walch- oder Welschbaum genannt bezugnehmend auf die in Gallien lebenden Kelten, die in der alten germanischen Bezeichnung Welsche oder Walsche genannt wurden. Daraus entwickelte sich im 18. Jahrhundert der Name Walnuss – „welsche oder walsche Nuss“.

Ein Walnussbaum beginnt ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte zu tragen. Erst ab dem vierten Jahrzehnt werden gute Erträge erzielt, die Bäume fruchten aber nicht jedes Jahr gleich gut. Hierbei spielt das Wetter eine wichtige Rolle, es heißt zum Beispiel, gute Nussjahre wären auch gute Weinjahre.

Seit langem hat man auch die alte Bauernregel überliefert, wonach eine reiche Nussernte im Herbst einen frühen, langen und schneereichen Winter nach sich zieht. In manchen Teilen Österreichs betrachtet man eine gute Nussernte auch als Zeichen dafür, dass im nächsten Jahr viele Buben geboren werden.

 

Walnussbaum verdrängt andere Bäume

Man sagt, dass der Walnussbaum andere Pflanzen im Garten verdrängen. Tatsächlich gibt der Baum Hemmstoffe ab, die verhindern, dass andere Gewächse in Konkurrenz um die Nährstoffe gedeihen. Diese biochemische Abwehr wird als Allelopathie bezeichnet.

Schon Kaiserin Maria Theresia forderte: „An jedem Hof soll ein Walnussbaum stehen.“ Der Anbau der Echten Walnuss erfolgt in erster Linie wegen des Fruchtertrags. Da aber auch das Holz sehr begehrt und eines der teuersten Hölzer ist, wird seit Ende des letzten Jahrhunderts vermehrt versucht, den Baum forstwirtschaftlich zu nutzen. Das ist allerdings auch mit ein Grund, dass der Bestand der Walnuss stark zurückgegangen ist.

 

Walnuss, Walnussbaum und Walnussblätter und ihre pharmazeutischen, gesundheitlichen Wirkungen

Aufgrund des Gerbstoffgehalts setzt man den Walnusstee für Spülungen, Umschläge sowie Bäder bei Hautleiden ein. Dazu gehören vor allem leichte, oberflächliche Entzündungen der Haut und übermäßige Schweißabsonderung beispielsweise der Hände und der Füße. Zudem verwendet man den Walnusstee bei chronischen Ekzemen und Geschwüren.

Die Gerbstoffe reagieren mit den Proteinen entzündeter Schleimhäute und schützen sie vor toxischen Substanzen. Das beschleunigt die Heilung der Entzündung.

In der Volksmedizin wird die Droge auch innerlich als Adjuvans bei den oben genannten Hautleiden sowie als Antidiarrhoikum und Adstringens beschrieben. Zudem soll die Walnuss wiederum gut für Herz und Gefäße sein sowie bei Diabetes helfen. Denn sie verbessert die Funktionen der Gefäße und wirkt gegen das schlechte LDL- Cholesterin.

 

Walnusstee und Walnüsse begehrt und bewährt

Um den Walnusstee zu erhalten, setzt man 1,5 g fein geschnittene getrocknete Walnussblätter mit kaltem Wasser an. Diese Substanz erhitzt man dann zum Sieden und gibt nach 3 bis 5 Minuten die Flüssigkeit durch ein Teesieb. Man trinkt davon 1- bis 3-mal täglich 1 Tasse. Für Umschläge und Spülungen verwendet man eine Abkochung von 5 g Droge auf 200 ml Wasser (1 Teelöffel = etwa 0,9 g).

 

Die Walnuss hat viele Kalorien, bringt mit seinen Omega-3-Fettsäuren aber rasch ein Sättigungsgefühl!

Die Kerne der Früchte sind als Walnüsse bekannt und haben überdurchschnittlich viel von den für das Herz gesunden Omega-3-Fettsäuren. Weiter 11 bis 16 Prozent Eiweiß sowie 15 bis 23 Prozent Kohlenhydrate. Weiters sind sie reich an Zink und Kalium, außerdem enthalten sie Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Kalzium und die Vitamine A, B1, B2, B3, C, E und Pantothensäure. Der Energiegehalt ist höher als bei anderen Nüssen (ca. 2740 kJ / 655 kcal je 100 g).


Literatur:

Hayes D, Angove MJ, Tucci J, Dennis C. Walnuts (Juglans regia) Chemical Composition and Research in Human Health. Crit Rev Food Sci Nutr. 2016 Jun 10;56(8):1231-41. doi: 10.1080/10408398.2012.760516. PMID: 25747270.


Quellen:

Der Walnussbaum – Baum des Jahres. MEDMIX 12/2008.

http://www.extension.umn.edu/garden/yard-garden/trees-shrubs/growing-black-walnut/

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