Die Trockene Haut – Sebostase

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Bei Sebostase – trockene Haut – fehlen die körpereigenen Lipide, die die Feuchtigkeit binden und einen Schutzschild gegen Umwelteinflüsse aufbauen.

Eigentlich ist die gesunde Haut normalerweise glatt und geschmeidig und schützt vor dem Eindringen von Bakterien, Allergenen oder chemischen Substanzen. Dafür benötigt die Ober­fläche ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Lipiden und Feuchtigkeit. Verantwortlich hierfür ist das so genannte Hydrolipidsystem. Dieses besteht aus einem natürlichen Schutzmantel aus Wasser, Lipide und Feuchtigkeitsbindenden Substanzen. Wenn nun die körpereigenen Lipide fehlen, entwickelt sich Die Trockene Haut – die sogenannte Sebostase. Diese kann dann eben wegen der fehlenden Lipidschicht der Hornhaut keine Feuchtigkeit mehr binden und einen Schutzschild gegen Umwelteinflüsse aufbauen.



 

Sebostase – wie sich trockene Haut präsentiert

Das Erscheinungsbild der trockenen Haut ist matt, stumpf, glanzlos, spröde und sie weist kleine Poren auf. Geringere Elastizität und erhöhte Infektionsgefahr sind die Folge.

Sebostase-Betroffene empfinden häufig ein unangenehmes Spannungsgefühl oder sogar Pruritus, was vor allem nach dem Waschen vorkommt. Dieser Juckreiz verleitet zum Kratzen, sodass die Haut verletzt und in der Folge mit Krankheitserregern infiziert werden kann.

Auch Ekzeme können daraus resultieren, weil Menschen mit trockener Haut auf schädigende oder reizende Einflüsse – wie Hitze, Kälte oder Sonnenstrahlen – besonders empfindlich reagieren. Eine ausreichende Versorgung der Hornhaut mit Feuchtigkeit ist erforderlich, um die Dermis gegen chemische Schädigungen von außen sowie Wasserverlust von innen zu schützen und die Elastizität der Epidermis aufrecht zu erhalten.

Was sind die Ursachen für ­Sebostase?

  1. Innere Einflüsse (Überbelastung, falsche Ernährungsweise, Stress, Einnahme von Medikamenten- und Genussmitteln, exzessiver Gewichtsverlust)
  2. Äußere Einflüsse (Wind, Sonne, übermäßig geheizte Räume, kaltes Wetter mit niedriger Luftfeuchtigkeit, Staub- und abgasreiche Luft, mangelnde Hygiene, falsche Pflege = intensives waschen, duschen oder baden, speziell in chlorhältigem Wasser)
  3. Individuelle Veranlagung
  4. Fortschreitendes Alter und Verminderung der natürlichen Ölung der Haut
  5. Verschiedene Hauterkrankungen (Ichthyosis congenita und alle Syndrome aus dieser Gruppe), bzw. Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen, Hypothyreose, Leber- oder Gallenleiden können auch zu trockener Haut mit damit gekoppelten Pruritus (renalis, hepaticus) führen.

 

Trockene Haut richtig reinigen und pflegen

Eine gründliche Reinigung morgens und abends ist die Voraussetzung für eine wirksame Hautpflege bei Sebostase. Schmutz und Schweißreste müssen von der Haut entfernt werden – sie wird befreit von Schmutz, Staub, Make-up und kleinen Hautschüppchen. Man kann folgende Reinigungspräparate die hautneutral, pflegend und hypoallergen sind, an den entsprechenden Körperstellen verwenden:

  • Wasch Gel = Erfrischende Gesichtsreinigung speziell bei fettiger und Mischhaut.
  • Reinigungsmilch für Gesicht und Augen = bei normaler, trockener und sensibler Haut.
  • Tonique ohne Alkohol = für normale und trockene Haut. Das Tonique beruhigt, erfrischt und befeuchtet die Haut. Die Pflegecrèmes dringen dann besser ein und deren Wirkstoffe werden besser aufgenommen.
  • Peeling Emulsion = für jeden Hauttyp. Für die Tiefenreinigung einmal wöchentlich, bei unreiner Haut jeden zweiten Tag. Ideal auch als Körperpeeling zu verwenden.

Bei Exsikkose – der kombinierten Störung des Wasser- und des Elektrolythaushalts – sollte hingegen auf ausgedehnte und besonders heiße Dusch- oder Wannenbäder verzichtet werden, da durch sie wichtige Bestandteile des Hydrolipidsystems herausgelöst werden. Gerade Patienten mit Sebostase sollte mit milden, seifenfreien Reinigungsprodukte gepflegt werden, die rückfettende Bestandteile enthalten.



Es ist darauf zu achten, dass die Hautfalten und Zehenzwischenräume nicht vergessen werden. Grundsätzlich ist es anzustreben, dass äußerlich anzuwendende Produkte die die Haut stark austrocknen, wie z.B. Franzbranntwein oder Arnikatinkturen (so genannte alte Hausmittel) gemieden werden. Weiterhin können Waschmittelreste in Kleidung und Bettwäsche die Haut irritieren, die Wäsche sollte also immer gründlich gespült werden. Wir unterscheiden im Prinzip drei Möglichkeiten, eine trockene Hautbeschaffenheit zu verbessern.

 

Möglichkeiten zur ­Verbesserung der trockenen Hautbeschaffenheit

Pflegende Bäder: Das Bad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern und das Wasser darf nicht zu heiß sein, da es sonst zum Fett- und Feuchtigkeitsverlust sowie zur Störung der Hautbarriere kommt. Die ideale Temperatur zum Waschen und Baden liegt zwischen 32 und 35°C. Die Trockene Haut nach dem Bad mit dem Handtuch nun trocken tupfen, damit die wertvollen Öle erhalten bleiben.

Die regelmäßige Anwendung von medizinischen Badezusätzen garantiert eine ausreichende Versorgung der Haut mit den wichtigen Lipiden und erhöht somit die Barrierefähigkeit der Dermis. Bei den Ölbädern wird zwischen den so genannten Emulsionsbädern und den Spreitungsbädern unterschieden. Emulsionsbäder lassen sich im Badewasser verteilen und besitzen eine höhere Reinigungskraft. Spreitungsbäder bilden einen Film auf dem Badewasser, der beim Verlassen des Bades auf die Haut aufzieht.

 

Betroffene sollten ihre trockene Haut bei Sebostase richtig pflegen

Cremen und Emulsionen ­durchfeuchten und ­schützten die Epidermis. Optimal befeuchtet wird Trockene Haut durch Biostimuline und Hyaluronsäure. Die Vitamine A und E ­sowie Panthenol sorgen für die ­Anregung der Hautfunktionen.

 

Tagespflege

Grundsätzlich sollen Cremen und Emulsionen zur Pflege am Tag die Epidermis durchfeuchten und schützen. Dazu desinfizieren, beruhigen und pflegen sie die Haut und verhindern, dass Schmutz, Staub und Make-up in die Hautpartien eindringen. Schließlich befeuchten sie auch optimal die Haut mittels sogenannter Biostimuline sowie Hyaluronsäure. Letztendlich regen weitere Inhaltsstoffe wie Vitamin A und Vitamin E sowie Panthenol die Hautfunktionen an.

 

Nachtpflege

Wenn der Körper ruht und neue Kräfte sammelt, wirken die Nachtcrèmes beruhigend auf die Haut. Schließlich aktivieren dabei die Biostimulatoren die Zelltätigkeit. Sebostase-Betroffene sollten in zum Schlafen eine aufbauende Nährcreme verwenden. Denn hier enthalten hochwertige Präparate eine erhöhte Dosierung an Wirkstoffen, welche die Gewebeerneuerung stimulieren und die Durchblutung fördern.

Anstatt große Mengen auf einmal zu verwenden, sollte man besser das Pflegeprodukt in kleinen Portionen auf die Haut auftragen. Dabei reibt man die Produkte nur mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen bis zum weitgehenden Einziehen ein. Ein verbleibender Fettfilm auf der Haut ist – mit Ausnahme bei der Anwendung von Fettsalben und Ölen – ein Zeichen, dass eine zu große Menge aufgetragen wurde. Dann eignet sich eine sogenanntes Zellstofftuch sehr gut, mit dem man einen Überschuss problemlos abtupften kann.

Grundsätzlich sollten Sebostase-Betroffene die verschiedenen Hautstellen, wie beispielsweise die Haut im Gesicht, immer gezielt und bedarfsgerecht pflegen. Schließlich will man damit einen Mangel an Feuchtigkeit und Fett ausgleichen sowie die Barrierefunktion der Haut verbessern.

Nach Dusche oder Bad empfiehlt sich deshalb eine Körpermilch zu verwenden. Diese ist feuchtigkeitsspendend, zieht sofort ein, pflegt die Haut und befeuchtet sie nachhaltig. Ein Dusch-Gel sollte rückfettende Substanzen enthalten und alkalifrei. sein. Der pH-Wert ist idealerweise hautneutral.

 

Viel trinken (Wasser, Tee)

Älteren Menschen fällt es oft schwer, die erforderlichen 2 Liter Flüssigkeit pro Tag aufzunehmen. Hierbei kann man sich einiger Tricks bedienen. Es gibt mittlerweile auch einen Trinkmanager. Einem Gerät, das ­jede halbe Stunde ein Geräusch von sich gibt und so an das Trinken erinnert.

Weiters kann man den Patienten anhalten, kleine Gefäße mit Tee bzw. Wasser zu füllen und an verschiedenen Stellen der Wohnung oder des Hauses zu deponieren und beim Vorbeikommen daran zu denken diese auszutrinken (funktioniert in der Praxis nach einer gewissen Gewöhnungsphase sehr gut).



 

Hilfreiche Vitamine und Nahrungsmittel

Eine regelmäßige Einnahme von Vitaminen in Kapselform (A, C, E), welche freie Radikale abfangen, ist als zusätzliche Maßnahme zu empfehlen. Einige Nahrungsmittel wie zum Beispiel Eidotter, Orangen oder Karotten bewirken ähnliches, weil sie einen hohen Anteil an Betakarotin haben.

Außerdem sind enthalten auch Aprikosen, Karotten und Melonen reichlich Vitamin A und C, welche die Haut weich und geschmeidig machen.

Stattdessen sollten Sebostase-Betroffene Alkohol und Koffein nur in Maßen konsumierien. Denn diese verursachen einen diuretischen Effekt, der den Zellen Flüssigkeit und Mineralstoffe entzieht.

Literatur:

Andersen YMF, Egeberg A. Seborrhoeic dermatitis – understood or understudied? Br J Dermatol. 2019 Oct;181(4):659. doi: 10.1111/bjd.18307. Epub 2019 Jul 30.


Quellen und weitere Informationen:

Die Trockene Haut. Dr. Reinhold Lautner, MEDMIX 07-08/2004

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/dry-skin/basics/definition/con-20030009

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