Die LOGI-Methode

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Lena Abensberg
Lena Abensberg
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Bei der LOGI-Methode ist die Energiedichte trotz einer Fettzufuhr von 40 bis 50 Prozent sehr niedrig. Schließlich gilt dies als optimal für den Fettstoffwechsel.

Die LOGI-Methode ist eine artgerechte Ernährung zur Behandlung von Übergewicht, Metabolischem Syndrom und Diabetes mellitus. Bis in die Neuzeit hinein waren Ernährung und Bewegung immer untrennbar miteinander verknüpft: Jagen und sammeln, um zu essen und überleben zu können. Was auch immer sonst noch zu tun war, alles konnte man nur mit eigener Hände Arbeit erledigen. Muskelkraft und Ausdauer waren folglich die entscheidenden Koordinaten des täglichen ­Lebens.

Und dementsprechend war die körperliche Ausstattung unserer frühzeitlichen Vorfahren: schlank, muskulös sowie fit. Seit der industriellen Revolution haben sich aber die Umweltbedingungen radikal gewandelt. Inzwischen leben die meisten Menschen weitgehend bewegungsfrei. Wir sitzen im Flugzeug, in Autos, am Schreibtisch, vor unseren Computern. Wenn nicht, sitzen wir in »Sitzungen«. Zwischendurch sitzen wir beim Geschäftsessen und nach getaner Arbeit verbringen wir selbst den größten Teil unserer Freizeit sitzend vor dem Fernseher.

 

Keine Software

Die evolutionäre Einheit – Ernährung durch Bewegung – ist im letzten Jahrhundert völlig auseinandergerissen worden. Unsere Gene hatten keine Chance, sich der radikalen Wandlung der Lebensumstände in dieser kurzen Zeit anzupassen. Es ist, als wären wir per Zeitmaschine in die »schöne neue Welt« »gebeamt« worden. Nun leben wir mit Steinzeit-Genen in einer High-Tech-Welt. Fehlende körperliche Aktivität ist genetisch nicht vorgesehen. Der Körper verfügt entsprechend nur über Software, die allein unter der Bedingung »tägliche körperliche Aktivität« optimal läuft. Die herrschende Dis­kordanz verursacht ständige Störungen im körperlichen Betriebssystem und Abstürze im Stoffwechsel sind nicht zu vermeiden.

Es kann noch ein paar tausend Jahre dauern, bis brauchbare Updates für unsere Gene verfügbar sind. Bis dahin bleibt vor allem eines: Bewegung! Nur wer täglich oder an den meisten Tagen der Woche ein gewisses Maß an körperlicher Aktivität absolviert, kann sein ganzes genetisches Potential zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit nutzbar machen. Was die Bewegung betrifft, so ist die heutige Sichtweise falsch justiert. Körperliche Aktivität wird von den meisten so eingeschätzt, als würde man damit etwas Zusätzliches für die Gesundheit tun. Doch sind tägliche körperliche Anstrengungen aus genetischer Sicht »normal«. Damit erst stellt der Körper sicher, dass seine Hardware und seine Software aufeinander abgestimmt sind und alles normal bzw. optimal funktioniert. Sport ist also nicht »gesund«, sondern Bewegungsmangel ungesund.

 

Low-Carb ist art­gerechte Ernährung

In unseren Breiten leidet etwa die Hälfte der Bevölkerung an Übergewicht. Die meisten haben chronischen Bewegungsmangel. Da auch das Durchschnittsalter zunimmt, werden zukünftig hier dutzende Millionen Menschen von einer mehr oder weniger ausgeprägten Insulinresistenz betroffen. Die Insulinresistenz bedingt mit der Zeit eine Glukoseintoleranz, was wiederum eine chronische Hyperinsulinämie zur Folge hat. Je höher die Kohlenhydratmenge und je höher der Glykämische Index (GI) der Nahrung, desto höher die Glykämische Last (GL). Je ausgeprägter die Glukose-Intoleranz, desto höher fallen bei hoher Glykämische Last die postprandialen Blutzucker- und Insulinkonzentration aus. Das sind unabhängige Risikofaktoren für Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen bzw. für Krebs.

Zur Prävention und Therapie dieser bedrohlichen Gesundheitstörungen bietet sich eine Ernährungsmodifikation an: Wenn man die Kohlenhydratanteile, vor allem bei Stärketrägern und Zucker senkt, und dafür die Eiweiß- und Fettzufuhr (bei Bevorzugung einfach ungesättigter Fettsäuren und einem niedrigen Omega–6/Omega-3 Verhältnis) senkt und die verbleibenden Kohlenhydratquellen mit niedrigem Glykämischen Index und mit hohem Anteil an Ballaststoffen (Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte) bevorzugt, wie es beispielsweise der LOGI-Methode entspricht, erreicht man nicht nur eine niedrige Glykämische Last. Damit ergibt sich auch im Vergleich zur herkömmlich empfohlenen Ernährung eine besonders hohe Nährstoffdichte.

Mit einer solchen Kost erzielt man zudem im Vergleich zu einer fettreduzierten, kohlenhydratbetonten Ernährung günstigere Stoffwechseleffekte. Die Insulinsensitivität wird gesteigert. In Folge sinken die prostprandialen und Nüchtern-Blutzuckerwerte, der Gesamtcholesterinspiegel, das LDL- und VLDL-Cholesterin wie auch die Triglyceride. Gleichzeitig wird das HDL-Cholesterin angehoben. Insgesamt wird damit das kardiovaskuläre Risiko gemindert.

Mit dieser Ernährungsumstellung werden weiterhin die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse geschont und damit das Risiko zur Entwicklung von Typ-2 Diabetes mellitus gesenkt. Bei Typ 2 Diabetikern ist zudem eine Verbesserung der Blutzuckerkontrolle und deutliche Minderung der Medikamentendosis die ­Folge.

 

Sehr niedrige Energiedichte bei der LOGI-Methode

Bei der LOGI-Methode ist die Energiedichte trotz einer Fettzufuhr von 40–50%, was für den Fettstoffwechsel optimal ist, sehr niedrig. Damit fällt es auch übergewichtigen Menschen verhältnismäßig leicht, eine negative Energiebilanz zu erzielen und abzunehmen. Wie eine Vielzahl kontrollierter Studien belegen, ist der Abnahmeeffekt tatsächlich umso größer, je niedriger der Kohlenhydratanteil ist.

Andererseits erschweren rigorose Low-Carb-Formen mit nur 10%igem Kohlenhydratanteil, wie sie die Atkins-Diät in ihren Einstiegsphasen darstellt, das Durchhaltevermögen, so dass der Langzeiterfolg ähnlich fraglich ist, wie der von Low-Fat. Vor diesem Hintergrund versprechen »sanfte« Low-Carb-Formen, wie LOGI mit Anteilen von etwa 20–30% an Kohlen­hydraten auf Dauer größeren Erfolg.

Dass die physiologische Wirkung von kohlenhydratreduzierten Kostformen so günstig ausfällt, dürfte kein Zufall sein. Die Menschheit hat Millionen Jahre lang in ihrer Entwicklungs­geschichte Low-Carb gelebt. Dass wir auch heute daran immer noch optimal adaptiert sein könnten, dass dies also eine »artgerechte« Ernährung darstellt, ist eine biologisch plausible These.

Quelle: Die LOGI-Methode. Dr. Nicolai Worm. MEDMIX 11/2005

Siehe auch: https://www.nicolai-worm.de/

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