Die Kräutertherapie mit dem Weidenröschen ist gut für die Prostata

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Weidenröschen-Extrakte sind effektive als ergänzende Kräutertherapie bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. der benignen Prostatahyperplasie.

Unter dem Strich sind Weidenröschen-Extrakte sehr vielversprechend als ergänzende Kräutertherapie bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata. So bestätigten unlängst Forscher alt Bewährtes aus der Volksmedizin. Die sogenannte benigne Prostatahyperplasie (BHP) macht sich übrigens häufig bemerkbar durch Probleme beim Wasserlassen. In den westlichen Industrienationen lässt sich bei etwa der Hälfte der über 60-jährigen Männer eine BPH nachweisen. Auch weitere biologische und biochemische Eigenschaften sind laut Studien bestätigt. Wie etwa das Vorhandensein von Oenothein B, Flavonoiden sowie anderen Polyphenolen. Dies fördert die Weiterentwicklung der therapeutischen Behandlungen mit der schmalblättrigen Pflanze.

 

Wissenswertes zum Weidenröschen

Die Geschichte dieser Pflanze  steckt voller Zauber und Mysterien: Während sich Schamanen vom Rauchen der Blätter Heilkräfte versprachen, benutzte man das Weidenröschen in Europa schon lange als Blitz abwehrende Pflanze. In Mitteleuropa hat man die Wirkung von Weidenröschen-Tee bei Vergrößerungen der Prostata und Prostataentzündungen seit jeher sehr geschätzt. Heutzutage ist die Bedeutung wesentlich geringer, wenn auch nach und nach wieder entdeckt wird.

Das Weidenröschen (Epilobium angustifolium) ist ein Vertreter der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Der deutsche Botaniker Christian Konrad Sprengel entdeckte an dieser Art 1790 die Fremdbestäubung.Das ist die Übertragung von Pollen auf die Narbe einer anderen Blüte oder Pflanze der gleichen Art. Für Fremdbestäubung ist auch der Wind verantwortlich. Dazu sind die Samen mit Flughaaren versehen. Diese verwendete man in früherer Zeit zum Flechten von Kerzendochten. Es kann sein, dass sich daraus der Name Stauden-Feuerkraut, den man für das schmalblättrige Weidenröschen auch verwendet, entwickelt hat.

Das Weidenröschen ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 Zentimetern. Ein weit kriechendes Rhizom ist das Überdauerungsorgan und dient auch zur vegetativen Vermehrung. Wobei die aufrechten Stängel schwach behaart und bis in die Spitze dunkel-purpur gefärbt sind. Von Juni bis September erscheinen zahlreiche rosa- bis purpurfarbene Blüten, die endständig und traubig angeordnet sind.

 

Weidenröschen-Tee mit seiner besonderen Wirkung für Blase, Nieren und Prostata

Der Weidenröschen-Tee wirkt effektiv bei Blasenleiden, Blasenschwäche, Nierenerkrankungen sowie Frauenleiden. Die rückbildende Wirkung bei der vergrößerten Vorsteherdrüse beim Mann wurde zunächst in Amerika entdeckt. Indianer verwendeten schon immer die amerikanischen Arten, um Harnträufeln und Harnverhaltung älterer Personen zu behandeln. Auch bei Entzündungen der Prostata oder der Blase hat man Erfolg mit Weidenröschen-Tee oder Weidenröschen-Extrakt. Bei Blasenentzündung ist auch eine Teemischung aus Weidenröschen und Brennnessel empfehlenswert und einen Versuch wert. Beide Heilpflanzen weisen harntreibende Wirkung auf.

 

Weidenröschen in der Kosmetik als eine Art natürliches Cortison

In Amerika verwendet man Pflanzenauszüge in der kosmetischen Industrie und auch in Babyfeuchttüchern. Man erzielt dabei eine gewisse antibakterielle Wirkung ohne die Haut zu reizen. Diese Eigenschaft bewährt sich in diversen Hautlotionen und Cremen und werden von Herstellern als eine Art natürliches Cortison gepriesen.

 

Verwendung in der Küche

Die jungen Triebe der Weidenröschen-Pflanze können wie Vogerlsalat gegessen werden. Und sie schmecken auch ähnlich. Aus der ganzen Pflanze kann man auch Spinat kochen, der nicht nur gut mundet. Sondern er bringt auch viele wertvolle Inhaltsstoffe, wie etwa Vitamin C, aber auch Flavonoide, Anthocyane, Schleimstoffe, Pektin sowie Gerbstoffe. Salat und Spinat schmecken jedenfalls ausgesprochen fein und sind es wert, probiert zu werden.

Literatur:

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Stolarczyk M, Naruszewicz M, Kiss AK. Extracts from Epilobium sp. herbs induce apoptosis in human hormone-dependent prostate cancer cells by activating the mitochondrial pathway. J Pharm Pharmacol. 2013 Jul;65(7):1044-54.

Igor A. Schepetkin, Liliya N. Kirpotina, Larissa Jakiw, Andrei I. Khlebnikov, Christie L. Blaskovich, Mark A. Jutila and Mark T. Quinn. Immunomodulatory Activity of Oenothein B Isolated from Epilobium angustifolium. J Immunol. 2009 Nov 15; 183(10): 6754–6766.

Kosalec I, Kopjar N, Kremer D. Antimicrobial activity of Willowherb (Epilobium angustifolium L.) leaves and flowers. Curr Drug Targets. 2013 Aug;14(9):986-91.

S.HIRSCH, F.GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

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Mag. Barbara Novak

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