Diabetisches Makulaödem mit Injektion ins Auge behandeln

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Dr. Darko Stamenov
Dr. Darko Stamenov
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Diabetisches Makulaödem – die Behandlung mit Medikamentenapplikation in den Glaskörper des Auges hat die Lasertherapie als Goldstandard abgelöst.

Zu den häufig auftretenden Komplikationen bei Diabetes mellitus gehören Veränderungen am Augenhintergrund – unter dem Begriff diabetische Retinopathie werden verschiedene Netzhauterkrankungen des Auges zusammengefasst. Das Auftreten dieser diabetischen Retinopathie ist bei Diabetikern nur eine Frage der Zeit – so die vorherrschende Meinung. Je später man an Diabetes erkrankt, umso geringer ist das Risiko für Komplikationen der Augen. Eine dauerhafte Beeinträchtigung beim Sehen tritt auf, wenn die durch den Diabetes hervorgerufenen Veränderungen den Bereich der Makula betreffen. Ein Diabetisches Makulaödem betrifft fast jeden zehnten diabetischen Patienten, sogar zur Erblindung kann ein derartiges diabetisches Makulaödem, das mit DMÖ abgekürzt wird, führen.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung einer diabetischen Augenerkrankung stellt die Basis zur Verhinderung von Blindheit infolge von Diabetes dar. Die Früherkennung von beginnenden Veränderungen der Netzhaut wird durch neue bildgebende Verfahren wie die Fluoreszenzangiographie und die Optische Kohärenztomographie (OCT) einfacher gemacht, wodurch sekundenschnell krankhafte Netzhautveränderungen sichtbar gemacht werden.

 

Spätschaden durch Diabetisches Makulaödem

Netzhauterkrankungen bei Diabetikern treten vor allem dann auf, wenn die Erkrankung nicht ausreichend internistisch eingestellt ist, wodurch Diabetes bedingte Spätschäden überhaupt erst entstehen. Durch Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten können solche Spätschäden am Auge in vielen Fällen verhindert werden.

Dennoch sollte jeder Diabetiker seine Augen einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen lassen. Wenn aber bereits Sehproblemen bestehen, so sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. Denn auch Spezialisten können langfristige Netzhautschädigungen kaum noch reparieren. Kontrollen der Augen sind jedenfalls auch bei vollkommener Beschwerdefreiheit erforderlich, vor allem weil die diabetische Retinopathie anfangs meist ohne Symptome verläuft.

 

Intravitreal Medikamentenapplikation in den Glaskörper des Auges

Der neu Goldstandard ist die intravitreal Medikamentenapplikation in den Glaskörper des Auges, wofür sich mehrere Behandlungsoptionen anbieten. Bei etwas älteren Betroffenen appliziert der Experte monoklonale Antikörper ins Auge. Diese setzen an verschiedenen Punkten der Freisetzung und Produktion des Wachstumsfaktors Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) an. Dadurch kommt es zu einer Abnahme des Ödems, wobei dieser Effekt aber zeitlich begrenzt ist.

Ein weitere Option ist es, ein Kortikosteroid in den Glaskörper des Auges zu spritzen. Damit werden die krankhaften Entzündungsprozesse bei einem diabetischen Makulaödem unterdrückt, was zu raschem Ödemrückgang und so zu einer schnellen aber auch langfristigen Verbesserung der Sehkraft führt.

Noch vor nicht all zu langer Zeit war die Lasertherapie Goldstandard in der Therapie des diabetischen Makulaödem. Dabei wirken schwach energetische Laserherde auf die krankhaften Netzhautareale, wobei der Effekt nach mehreren Tagen einsetzt.

Wichtig für die Behandlung diabetischer Augenerkrankungen ist ein interdisziplinäres gemeinsames Vorgehen von Augenärzten und Diabetologen, was zur Steigerung der Lebensqualität des betroffenen Diabetikers und zu reduzierten Behandlungskosten führt.

Literatur:

Chen E, Looman M, Laouri M et al. Burden of illness of diabetic macular edema: literature review. Curr Med Res Opin 2010; 26: 1587–1597.

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