Diabetes-Medikamente – Update zur Diabetes-Therapie

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In den neuen Empfehlungen zur Typ-2-Diabetes-Therapie werden verschiedene Diabetes-Medikamente neu bewertet, vor allem bei kardiovaskulären Begleiterkrankungen.

Auf der Jahrestagung der EASD in Berlin haben die Fachgesellschaften EASD (European Association for the Study of Diabetes) und ADA (American Diabetes Association) im Oktober 2018 gemeinschaftlich ihre neuen Therapieempfehlungen zur Typ-2-Diabetes-Therapie vorgestellt. Im Zusammenhang mit neuen Diabetes-Medikamente-Empfehlungen findet sich darin einiges Neues.

 

Diabetes-Medikamente für die Typ-2-Diabetes-Therapie neu bewertet

Die European Association for the Study of Diabetes (EASD) und die American Diabetes Association (ADA) überarbeiteten damit die 2015-Version. Jedoch finden sich darin grundlegende Veränderungen. Dies betrifft insbesondere die Diabetes-Medikamente für die Typ-2-Diabetes-Therapie.

Als Basis-Typ-2-Diabetes-Therapie empfehlen die Experten weiterhin Metformin und Lebensstil-Interventionen. In der zweiten Stufe der Behandlung werden erstmals klinische Patientencharakteristika definiert, für die nun spezifische Empfehlungen für Diabetes-Medikamente bestehen.

 

Diabetes-Medikamente bei kardiovaskulärer Erkrankung

Wenn ein Diabetes-Patient an einer kardiovaskulären Erkrankung leidet, werden als Diabetes-Medikamente entweder GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder SGLT-2-Hemmer empfohlen. Wenn dabei die Herzinsuffizienz im Vordergrund stehtt, soll ein SGLT-2-Hemmer vorgezogen werden.

Wenn Patienten vor allem eine Gewichtsreduktion brauchen, so so sollten sie zunächst vor allem GLP-1-Rezeptor-Agonisten einsetzen. Dabei sollten solche Substanzen verwendet werden, für die ein kardiovaskulärer Nutzen in Endpunktstudien gesichert ist. Schließlich soll wenn eine Zweifachkombination nicht ausreicht, eine Tripeltherapie aus Metformin und SGLT-2- Hemmern sowie GLP-1-Rezeptor-Agonisten die Erkrankungen bekämpfen helfen.

Die Empfehlungen basieren auf den Ergebnissen kardiovaskulärer Endpunktstudien. Eine Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen im Vergleich zu Placebo konnte bisher durch die Substanzen Liraglutid, Semaglutid, Empagliflozin und Canagliflozin demonstriert werden.

Auf der EASD-Jahrestagung in Berlin wurden ergänzend die Daten der kardiovaskulären Endpunktstudie „Harmony Outcomes“ zu Albiglutid vorgestellt. Auch hierunter wurde der primäre Endpunkt signifikant gesenkt.

In einer kürzlichen Pressemitteilung der Firma AstraZeneca wurde zudem mitgeteilt, dass die Substanz Dapagliflozin in der Studie „Declare“ eine Überlegenheit in einem der beiden co-primären Endpunkte gezeigt hat. Im Portfolio der Diabetologen befinden sich nun also sechs Substanzen, die nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch die kardiovaskuläre Ereignisrate reduzieren. Dies hebt die diabetologische Behandlung auf ein neues Level.

 

Insulin Degludec in Deutschland wieder verfügbar

Noch in diesem Jahr wird das Langzeitinsulin Degludec wieder auf dem deutschen Markt verfügbar sein. Dies hat die Firma Novo Nordisk kürzlich bekannt gegeben. Insulin Degludec hat die längste Halbwertszeit aller derzeit verfügbaren Basalinsuline. Es wurde bereits 2014 auf dem deutschen Markt eingeführt. Nach gescheiterten Preisverhandlungen mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde das Präparat 2015 aber wieder zurückgezogen. Damals waren etwa 40 000 Patienten auf dieses Insulin eingestellt.

Quelle:

Statement »Medikamente in der Diabetestherapie: Was gibt es Neues?«. Professor Dr. med. Jens Aberle Tagungspräsident 12. Diabetes Herbsttagung; III. Medizinische Klinik und Poliklinik am UKE – Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur 12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), November 2018, Wiesbaden

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MEDMIX Online-Redaktion

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