Dermatomykosen oder superfiziellen Mykosen

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Dermatomykosen oder superfiziellen Mykosen sind Pilzinfektionen der freien Haut und deren Adnexe wie Haarfollikel und Nagelorgan.

Kopfpilz- und Nagelpilz-Infektionen hängen heutzutage immer seltener mit mangelnder Hygiene und schlechten Lebensbedingungen zusammen, denn vor allem in hochentwickelten Ländern nahmen Kopf- und Nagelpilzinfektionen in den vergangenen Jahren signifikant zu. Unter Dermatomykosen oder superfiziellen Mykosen werden Pilzinfektionen der freien Haut und deren Adnexe wie Haarfollikel und das Nagelorgan verstanden. Drei vollkommen unterschiedliche Erregergruppen – Dermatophyten, Hefe- oder Sprosspilze sowie Schimmelpilze können diese oberflächlichen Mykosen verursachen.

 

Pilzinfektionen betreffen Haut, Haare und Nägel, aber auch Schleimhäute sowie innere Organe

Während Dermatophyten durch ihr Enzymsystem auf keratinhältige Strukturen angewiesen sind und daher nur Haut, Haare und Nägel befallen können, können Hefe- und Schimmelpilze auch Schleimhäute und innere Organe besiedeln und zu einer systemischen Pilzinfektion führen.

Infektionen durch Dermatophyten, die Dermatophytosen, zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten des Hautorgans, mit unterschiedlicher Verteilung. In Abhängigkeit von geographischen Regionen sowie von sozioökonomischen Umständen sind schätzungsweise 10 bis 15% der Weltbevölkerung davon betroffen.

Früher glaubte man, dass Pilzinfektionen des Hautorgans ähnlich wie Ektoparasitosen (Ungezieferbefall der Haut) mit mangelnder Hygiene, schlechten Wohn- und Lebensbedingungen sowie Krankheiten eng zusammenhängen. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieses ätiologische Muster allerdings drastisch geändert. Gerade in hoch entwickelten Ländern wie Europa sowie den USA nehmen seit 1990  Kopfpilz- (Tinea capitis) – sowie Nagelpilz-Infektionen deutlich zu.

 

Dermatomykosen-Symptome und Behandlung

Dermatomykosen zeigen sich durch juckende, leicht gerötete und schuppende Haut sowie durch nässende Bläschenbildung. Es kann mitunter ein sehr starker Juckreiz auftreten, dennoch sollten es betroffene Patienten vermeiden, sich zu kratzen, denn damit vergrößert sich einerseits die Gefahr, die Erkrankung über die Finger auf andere Körperbereiche zu übertragen.

Es entstehen kleine Wunden und Hautrisse auch dem Pilz, die es gestatten, in tiefer gelegene Hautschichten vorzudringen. Zusätzlich kann es zu Sekundärinfektionen mit Bakterien kommen, die die Heilungschancen sehr negativ beeinflussen können.

Dermatomykosen müssen mit wirksamen Antimykotika konsequent behandelt werden. Für die Anwendung im Haarbereich, der Kopfhaut, kommen alternativ zu Salben flüssige Mittel zum Einsatz. Antimykotika müssen grundsätzlich längerfristig angewendet werden, bis ein Erfolg eintritt.

Weitere Informationen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK7902/

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Dr. Reinhold Lautner

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