Tennisellbogen, Tennisarm, Golferellbogen: rasch behandeln

Der Tennisellbogen – auch Tennisarm genannt – ist eine Beinhaut- und Sehnenentzündung am Gelenk. © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Der Tennisellbogen, Tennisarm, ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenansätze der Unterarmstrecker am seitlichen äußeren Ellbogengelenk, die man schnell behandeln sollte.

Der Tennisellbogen – Tennisarm oder medizinisch Epicondylitis radialis humeri genannt, oder auch als Tennisarm bezeichnet – ist eine Entzündung der Beinhaut- und Sehnen am Gelenk, die man schnellstmöglich behandeln sollte. Wobei das Gelenk selbst aber nicht betroffen ist. Dieses Leiden zählt zu den Rheuma-Erkrankungen. Wobei Tennisellbogen beziehungsweise Tennisarm beziehungsweise Golferellbogen speziell zur Gruppe des Weichteilrheumatismus zählen. Dazu zählen alle Erkrankungen unserer Muskeln, Sehnen, Schleimbeuteln sowie dem Bindegewebe.

Die Bezeichnungen Tennisellbogen und Tennisarm sind ein wenig irreführend, denn nur 5% aller Menschen, die unter der Entzündung leiden, sind Tennisspieler. Natürlich hat mehr als die Hälfte aller Tennisspieler schon einmal an einem Tennisellbogen gelitten. Denn das Gelenk wird durch den Tennissport chronisch belastet.

 

Überlastung der Sehnen bei Tennisellbogen

Die Ursache dieser Erkrankung liegt in einer laufenden Überbelastung der Muskeln und Sehnen des Unterarms, sei es durch ständige einseitige Tätigkeiten oder Überbeanspruchung. Wobei einige Unterscuhungen auch eine genetische Komponente bestätigen.

Tägliches Arbeiten am Computer mit Maus und Tastatur, falsche Haltung bei der Garten- und Hausarbeit und falsche Techniken beim Sport führen zu einer Entzündung der Sehnenansätze am Gelenk.

Mit der Zeit kommt es aber auch zu kleinen Einrissen der Sehen und der Unterarmmuskeln. Damit geht die Erkrankung in ein chronisches Stadium über.

Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens, die in den seitlichen Unterarm bis zur Hand ausstrahlen können. Beugen und Strecken des Unterarms sind äußerst schmerzhaft.

Durch Belastungen wie das Heben, Greifen oder Tragen von Gegenständen wird der Schmerz verstärkt. Oft können die Betroffenen nicht einmal mehr eine Kaffeetasse halten oder einen Schraubenzieher verwenden. Auch das Tragen einer Einkaufstasche wird zum Problem.

Der Druck am Ellbogen ist unerträglich. Die Betroffenen sind in ihren Alltagsaktivitäten häufig stark beeinträchtigt, denn schon geringste Belastungen können zu heftigen Schmerzen führen.

 

Tennisarm, Tennisellbogen und Golfer-Ellbogen

Das Gegenstück zum Tennisellbogen ist übrigens der so genannte Golfer-Ellbogen. Dabei treten die Beschwerden an der Innenseite des Ellbogengelenks auf und sind wieder auf eine ständige mechanische Überlastung zurückzuführen wie beispielsweise durch Arbeiten im Haushalt und Garten.

Eine weitere recht häufige Erkrankung am Ellbogen ist eine Schleimbeutelentzündung (= Bursitis). Sie führt zu einer schmerzhaften Schwellung an der Streckseite des Gelenkes, das oft gerötet und überwärmt ist. Eine Bursitis wird meist durch ständiges Auflehnen (Lümmeln) am Ellbogen oder eine Verletzung ausgelöst.

Das Ellbogengelenk selbst kann im Rahmen von rheumatischen Gelenkentzündungen wie der rheumatoiden Arthritis (früher chronischen Polyarthritis genannt) oder einer Psoriasisarthritis betroffen sein. Das Gelenk ist deutlich geschwollen, gerötet und heiß. Besonders in den frühen Morgenstunden und nachts sind die Schmerzen und das Steifheitsgefühl groß.

 

Tennisellbogen, den Tennisarm: Entzündung rasch behandeln

Wichtig ist es jedenfalls, dass man die Beschwerden durch Tennisellbogen, Tennisarm, so rasch wie möglich behandeln kann. Und zwar bevor die Erkrankung chronisch wird. Der Rheumaspezialist oder ein Orthopäde stellen die Diagnose dabei durch gezielte klinische Untersuchungen, Röntgen und Blutanalysen.

Unter dem Strich müssen betroffene Personen bei akuten Schmerzen ihren Ellbogen absolut schonen. Dabei müssen sie jedenfalls schmerzauslösende Bewegungen strikt meiden. Beispielsweise können auch Bandagen sowie Verbände dabei helfen, den Arm ruhig zu halten.

Das Auflegen von Eisbeuteln, kalten Umschlägen oder kaltem Topfen wirkt schmerzlindernd. Zusätzlich hilft das Auftragen von Salben oder Gelen mit einem entzündungshemmenden Medikament (Antirheumatika).

Wenn dann die Schmerzen gelindert sind, dann kann man langsam mit Dehnungsübungen beginnen. Und danach können Kräftigungsübungen für die Unter- und Oberarmmuskulatur folgen.

Wenn lokale Maßnahmen nicht ausreichen, um den Schmerz zu beseitigen, kommen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Und zwar beispielsweise die Antirheumatika (NSAR) zum Schlucken. Für die sofortige Linderung der Schmerzen helfen lokale Injektionen am Ellbogen mit einem entzündungshemmenden Mittel und entzündungshemmende Infusionen in Kombination mit hochdosierten Vitaminen.

 

Dehnen, kräftigen und mobilisieren

Physikalische Maßnahmen wie Ultraschall, Strombehandlungen, Laser, spezielle Massagen und passive Dehnungen helfen genauso wie Akupunktur, manuelle Therapien, Magnetfeld und Stoßwellentherapie. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Therapien ist also sehr groß.

Bei bereits chronischen Beschwerden sollten alle belastenden Tätigkeiten so gut es geht eingestellt werden. Wieder sind hierzu Dehnungs- und Kräftigungsübungen für die entzündeten Sehnen und Muskeln enorm wichtig. Ein umfassendes, dreiphasiges Rehabilitationsprogramm mit Dehnung der Muskel- und Handgelenke sowie eine Mobilisierung der Gelenke hat sich dabei bewährt.

Zusätzlich wird mit physikalischen Therapien wie Ultraschall, Stromtherapien und speziellen Massagen der Tennisarm weiterbehandelt. Wobei eine Taping-Behandlung günstig und einfach anzuwenden ist. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Kinesio-Taping nicht vernachlässigbaren Placebo-Effekte auf zur Linderung der Schmerzen brachte.

Wenn man mit allen konservativen Therapien kein gutes Resultat erzielen konnte, dann kommen operative Techniken mit Spaltung der Sehnen am Ellbogen in Frage.


Literatur:

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