Tennisellbogen. Tennisarm, Golfer-Ellbogen: rasch behandeln

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Dr. Thomas Schwingenschlögl
Dr. Thomas Schwingenschlöglhttp://www.dr-schwingenschloegl.at
Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie sowie Ernährungsmediziner Zusatzausbildungen: Österreichisches Ärztekammerdiplom für Akupunktur Österreichisches Ärztekammerdiplom für Ernährungsmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Kurmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Notfallmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Neuraltherapie Österreichisches Ärztekammerdiplom für Manuelle Medizin (Chirotherapie) Ordination: Reisenbauerring 5/1/5, A - 2351 Wiener Neudorf Ordinationszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8.00 bis 14.00 Uhr Mittwoch von 8.00 bis 18.00 Uhr Tel: 02236 / 865 910 E-Mail: gesundheit@dr-schwingenschloegl.at Wahlarzt für alle Kassen.

Unter einem Tennisellbogen oder Tennisarm versteht man eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenansätze der Unterarmstrecker am seitlichen äußeren Ellbogengelenk.

Der Tennisellbogen – medizinisch Epicondylitis radialis humeri genannt, oder auch als Tennisarm bezeichnet – ist eine Beinhaut- und Sehnenentzündung am Gelenk, das Gelenk selbst ist aber nicht betroffen. Dieses Leiden zählt zu den Rheuma-Erkrankungen. Wobei Tennisellbogen bzw. Tennisarm bzw. Golfer-Ellbogen speziell zur Gruppe des Weichteilrheumatismus zählen. Dazu zählen alle Erkrankungen unserer Muskeln, Sehnen, Schleimbeuteln sowie dem Bindegewebe.

Die Bezeichnungen Tennisellbogen und Tennisarm sind ein wenig irreführend. Denn nur 5% aller Menschen, die darunter leiden, sind Tennisspieler. Natürlich hat mehr als die Hälfte aller Tennisspieler schon einmal an einem Tennisellbogen gelitten. Denn das Gelenk wird durch den Tennissport chronisch belastet.

 

Überlastung der Sehnen bei Tennisellbogen

Die Ursache dieser Erkrankung liegt in einer laufenden Überbelastung der Muskeln und Sehnen des Unterarms, sei es durch ständige einseitige Tätigkeiten oder Überbeanspruchung. Tägliches Arbeiten am Computer mit Maus und Tastatur, falsche Haltung bei der Garten- und Hausarbeit und falsche Techniken beim Sport führen zu einer Entzündung der Sehnenansätze am Gelenk. Mit der Zeit kommt es aber auch zu kleinen Einrissen der Sehen und der Unterarmmuskeln. Damit geht die Erkrankung in ein chronisches Stadium über.

Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens, die in den seitlichen Unterarm bis zur Hand ausstrahlen können. Beugen und Strecken des Unterarms sind äußerst schmerzhaft.

Durch Belastungen wie das Heben, Greifen oder Tragen von Gegenständen wird der Schmerz verstärkt. Oft können die Betroffenen nicht einmal mehr eine Kaffeetasse halten oder einen Schraubenzieher verwenden. Auch das Tragen einer Einkaufstasche wird zum Problem. Ein Druck am Ellbogen ist unerträglich. Die Betroffenen sind in ihren Alltagsaktivitäten häufig stark beeinträchtigt, denn schon geringste Belastungen können zu heftigen Schmerzen führen.

 

Tennisarm, Tennisellbogen und Golfer-Ellbogen

Das Gegenstück zum Tennisellbogen ist übrigens der so genannte Golfer-Ellbogen. Hier treten die Beschwerden an der Innenseite des Ellbogengelenks auf und sind wieder auf eine ständige mechanische Überlastung zurückzuführen wie beispielsweise durch Arbeiten im Haushalt und Garten.

Eine weitere recht häufige Erkrankung am Ellbogen ist eine Schleimbeutelentzündung (= Bursitis). Sie führt zu einer schmerzhaften Schwellung an der Streckseite des Gelenkes, das oft gerötet und überwärmt ist. Eine Bursitis wird meist durch ständiges Auflehnen (Lümmeln) am Ellbogen oder eine Verletzung ausgelöst.

Das Ellbogengelenk selbst kann im Rahmen von rheumatischen Gelenkentzündungen wie der rheumatoiden Arthritis (früher chronischen Polyarthritis genannt) oder einer Psoriasisarthritis betroffen sein. Das Gelenk ist deutlich geschwollen, gerötet und heiß. Besonders in den frühen Morgenstunden und nachts sind die Schmerzen und das Steifheitsgefühl groß.

Wichtig ist, dass der Tennisellbogen rasch therapiert wird

Wichtig ist es jedenfalls, dass man die Beschwerden so rasch wie möglich behandelt. Und zwar bevor die Erkrankung chronisch wird. Der Rheumaspezialist oder ein Orthopäde stellen die Diagnose dabei durch gezielte klinische Untersuchungen, Röntgen und Blutanalysen.

Unter dem Strich müssen betroffene Personen bei akuten Schmerzen ihren Ellbogen absolut schonen. Dabei müssen sie jedenfalls schmerzauslösende Bewegungen strikt meiden. Beispielsweise können auch Bandagen sowie Verbände dabei helfen, den Arm ruhig zu halten.

Das Auflegen von Eisbeuteln, kalten Umschlägen oder kaltem Topfen wirkt schmerzlindernd. Zusätzlich hilft das Auftragen von Salben oder Gelen mit einem entzündungshemmenden Medikament (Antirheumatika).

Wenn dann die Schmerzen gelindert sind, dann kann man langsam mit Dehnungsübungen beginnen. Und danach können Kräftigungsübungen für die Unter- und Oberarmmuskulatur folgen.

Reichen lokale Maßnahmen nicht aus um den Schmerz zu beseitigen, kommen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie die Antirheumatika zum Schlucken zum Einsatz. Für die sofortige Linderung der Schmerzen helfen lokale Injektionen am Ellbogen mit einem entzündungshemmenden Mittel und entzündungshemmende Infusionen in Kombination mit hochdosierten Vitaminen.

 

Dehnen, kräftigen und mobilisieren

Physikalische Maßnahmen wie Ultraschall, Strombehandlungen, Laser, spezielle Massagen und passive Dehnungen helfen genauso wie Akupunktur, manuelle Therapien, Magnetfeld und Stoßwellentherapie. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Therapien ist also sehr groß.

Bei bereits chronischen Beschwerden sollten alle belastenden Tätigkeiten so gut es geht eingestellt werden. Wieder sind hierzu Dehnungs- und Kräftigungsübungen für die entzündeten Sehnen und Muskeln enorm wichtig. Ein umfassendes, dreiphasiges Rehabilitationsprogramm mit Dehnung der Muskel- und Handgelenke sowie eine Mobilisierung der Gelenke hat sich dabei bewährt.

Zusätzlich wird mit physikalischen Therapien wie Ultraschall, Stromtherapien und speziellen Massagen der Tennisarm weiterbehandelt. Wobei eine Taping-Behandlung günstig und einfach anzuwenden ist. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Kinesio-Taping nicht vernachlässigbaren Placebo-Effekte auf zur Linderung der Schmerzen brachte.

Sollte mit allen konservativen Therapien kein gutes Resultat erzielt werden, kommen operative Techniken mit Spaltung der Sehnen am Ellbogen in Frage.

Literatur:

Joseph M. Day, Ann M. Lucado, Timothy L. Uhl. A comprehensive  Rehabilitation Program for treating lateral elbow tendinopathy. Int J Sports Phys Ther. 2019 Sep; 14(5): 818–829.

Cho YT, Hsu WY, Lin LF, Lin YN. Kinesio taping reduces elbow pain during resisted wrist extension in patients with chronic lateral epicondylitis. A randomized, double-blinded, cross-over study. BMC Musculoskelet Disord. 2018 Jun 19;19(1):193. doi: 10.1186/s12891-018-2118-3.

Ahmad Z, Siddiqui N, Malik SS, Abdus-Samee M, Tytherleigh-Strong G, Rushton N. Lateral epicondylitis: a review of pathology and management. Bone Joint J. 2013 Sep;95-B(9):1158-64. doi: 10.1302/0301-620X.95B9.29285.

Abrams GD, Renstrom PA, Safran MR. Epidemiology of musculoskeletal injury in the tennis player. Br J Sports Med. 2012 Jun;46(7):492-8. doi: 10.1136/bjsports-2012-091164. Epub 2012 May 25.

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