Depression und Bluthochdruck als Risikofaktoren fürs Herz

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Rainer Muller
Rainer Mullerhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Depression und Bluthochdruck stellt eine Herz gefährdende Kombination dar, ein gezieltes Screening auf Depression bei kardiovaskulären Patienten könnte zielführend sein.

Unter dem Strich haben Herz-, Diabetes- oder Schlaganfall-Patienten mit Depression und Bluthochdruck ein besonders hohes Herz-Kreislauf-Risiko. Schließlich belegte dies unlängst eine Studie aus Schottland mit mehr als 35.000 Patienten. Dabei zeigte sich, dass das Risiko, innerhalb von vier Jahren eine Herzschwäche zu entwickeln, einen weiteren Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, oder an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben, bei Patienten mit Depression und Bluthochdruck um 83 Prozent höher und bei solchen mit Depression und niedrigem Blutdruck um 36 Prozent höher war als bei jenen, die normale Blutdruckwerte und keine depressiven Symptome aufwiesen.

 

Höheres kardiovaskuläres Risiko

Vorangegangene Studien hatten gezeigt, dass vorbelastete Patienten mit Herzerkrankung, Diabetes oder Schlaganfall ein höheres kardiovaskuläres Risiko als die Durchschnittsbevölkerung haben. Insbesondere wenn sie auch an sehr hohem Blutdruck oder Depressionen litten.

Die zitierte Studie umfasste die Daten von 35.537 Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Diabetes oder Schlaganfall. Das Vorliegen einer Depression wurde mittels des „hospital anxiety and depression score“ (HADS-D) erhoben. Der gemessene systolische und diastolische Blutdruck wurde in mehrere Kategorien klassifiziert. Darüber hinaus erhoben die Forscher über einen Zeitraum von vier Jahren kardiovaskuläre Ereignisse. Dazu zählten ein weiterer Schlaganfall oder Herzinfarkt, Herzinsuffizienz sowie Tod aufgrund von kardiovaskulären Ursachen.

Der kumulative Effekt von Depression und Bluthochdruck wurde bisher nicht erforscht, die vorliegende Studieist die erste ihrer Art.

Im Beobachtungszeitraum kam es bei 3.939 Patienten (11 Prozent) mindestens zu einem kardiovaskulären Ereignis. Das Vorliegen einer Depression erwies sich als signifikanter Prognosefaktor. Schon länger sind die Zusammenhänge zwischen Depression und Bluthochdruck Gegenstand der Forschung, es gibt unterschiedliche physiologische Theorien, die untersucht werden.

 

Adäquate Behandlung von kardiovaskulären Patienten mit Depression und Bluthochdruck verbessert Outcome

Eine engmaschige Blutdruckkontrolle und adäquate Behandlung von kardiovaskulären Patienten mit Depression könnte die gesundheitlichen Perspektiven in dieser Patientengruppe deutlich verbessern, dabei könnte ein gezieltes Screening auf Depression zielführend sein. Bisher haben die Studienautoren allerdings keine Belege dafür gefunden, dass eine Behandlung der Depression den kardiovaskulären Outcome verbessert, hier seien weitere Studien notwendig. Außerdem ist nicht klar, wie genau Depression und Bluthochdruck interagieren.

Quelle:

ESC 2015: Blood Pressure control, presence of depressive symptoms and clinical outcomes at 4 years in patients with cardiometabolic disease; B. Jani, S. Barry, J. Cavanagh, G. Der, N. Sattar, F. Mair

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