Dengue-Infektionen in Brasilien – Erkrankungen verdoppelt

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Brasilien sieht sich erneut mit einer hohen Anzahl an Dengue-Infektionen konfrontiert, in den letzten Jahren starben hunderte Einwohner daran.

Dengue-Infektionen sind in vielen Gebieten der Erde (in etwa 100 Ländern) trauriger Alltag. Mit über 740.000 registrierten Erkrankungen bis Mitte April ist das zwar knapp 50 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2013. Doch verglichen mit dem Vorjahr sind das heuer doppelt so viele Erkrankungen. Wie viele andere Tropen- und Subtropenländern in Lateinamerika, Süd- und Südostasien, Zentralafrika und der Pazifikregion kämpfen auch die brasilianischen Gesundheitsbehörden ständig gegen das Dengue-Virus, das in Brasilien vor allem von der Ägyptischen Tigermücke, lateinisch Aedes aegypti, übertragen wird.

Es gib vier verschiedene Untergruppen (Serotypen) des Dengue-Virus. Diese haben sich vermutlich jeweils eigenständig innerhalb der letzten 2000 Jahre von nichtmenschlichen Primaten auf den Menschen übertragen. Durch die Weltkriege (speziell den zweiten) und die Globalisierung sind Dengue-Infektionen bzw. das Dengue-Fiebeer weltweit auf dem Vormarsch. Man spricht von emerging disease (sich ausbreitende Krankheit): das Dengue-Fieber ist die sich am schnellsten ausbreitende, virale, von Moskitos übertragene Krankheit. Im Zeitraum von von 1960 bis 2010 haben sich die Erkankungszahlen verdreißigfacht!

Symptome von Dengue-Infektionen

Dengue-Infektionen bzw. das Dengue-Fieber haben eine Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen. In den meisten Fälle verlaufen die Dengue-Infektionen oligosymptomatisch – also mild bzw. mit wenigen Symptomen einhergehend, ähnlich wie bei einem grippalen Infekt.

Ernsthafte Symptome sind Fieber mit Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Häufig treten sie gemeinsam mit einem Exanthem – einen Hautausschlag – auf. Man spricht dann von einer Denguetrias. Zum Krankheitsbild kann auch bis zu zwei Monate nach Krankheitsbeginn ein diffuser Haarausfall gehören.

Dengue-Hämorrhagisches Fieber

Die meisten Patienten sind nach 3 bis 7 Tagen wieder gesund. In etwa 2 bis 4 Prozent der Fälle nimmt die Krankheit aber einen sehr schweren Verlauf. Dann kann ein Dengue-Hämorrhagisches Fieber (DHF) oder ein Dengue-Schock-Syndrom (DSS) auftreten, was in 1 bis 5 % aller Fälle tödlich verläuft. Es gab auch Dengue-Epidemien mit Mortalitätsraten bis zu 15 %.

Kalte Jahreszeit dämmt Dengue-Infektionen

Trockenere und kühlere Jahreszeit wirkt Dengue-Infektionen entgegen. Denn die übertragenden Stechmücken vermehren sich bei Hitze und Feuchtigkeit wesentlich schneller. Epidemiologische Untersuchungen konnten zeigen, dass Dengue-Infektionen von Anfang Juni an kaum auftreten, teilweise sogar völlig verschwinden. Doch wenn es wieder wärmer und feuchter wird,vermehren sich die Moskitos wieder schneller und es beginnt wieder von Vorne.

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Ass.-Prof. Dr. Hannes Traxler

ARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN FACHARZT FÜR ANATOMIE MEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN

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