Dauerstress erhöht Hautkrebsrisiko

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Stress und UV-Licht sind eine gefährliche Kombination. Tumoren wachsen unter Dauerstress stehenden Mäusen doppelt so schnell – das könnte auch für den Menschen relevant sein könnte.

Dauerstress bzw. andauernde psychische Belastungen wie die langjährige Pflege eines Angehörigen, ungelöste Konflikte oder chronischer Stress können das Krebsrisiko erhöhen. Schon vor einigen Jahren gab es dazu interessante tierexperimentelle Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Hautkrebsrisiko.

 

Mäuse unter Dauerstress

In der erwähnten Studie setzten Wissenschafter des John Hopkins Kimmel Cancer Centers bei einem entsprechenden Versuch, Mäuse stressigen Situationen und krebsverursachendem UV-Licht aus. Das Ergebnis war eindeutig: Gestresste Tiere erkrankten doppelt so schnell an Hautkrebs wie nicht-gestresste.

Man hat dabei 40 Mäuse dem Duft von Fuchsurin ausgesetzt – extremer Stress für die Nager. Daraufhin wurden sie mit hohen Dosen UV-Licht bestrahlt. Der erste Tumor trat nach acht Wochen auf. Bei Mäusen, die nur dem UV-Licht ausgesetzt waren, begann die Entwicklung eines Tumors erst 13 Wochen später. Nach 21 Testwochen hatten 14 der 40 gestressten Mäuse mindestens einen Tumor, und zwei der nicht-gestressten.

 

Dauerstress bei Menschen

Sollten solche Mechanismen auch für den Menschen relevant sein, dann könnten Entspannungsmethoden und Stress-Abbau wirksame Mittel zur Krebsvorbeugung sein. Zur Entwicklung wirksamer Behandlungs-Strategien ist ein umfassendes Verständnis der Mechanismen von Nöten, wie sich Stressfaktoren auf die Entstehung von Hautkrebs auswirken. Chronischer Stress dämpft diejenigen Zellen des Immunsystems in ihrer Aktivität, die Fremdzellen erkennen und auf ihre Zerstörung abzielen. Akuter Stress, der zeitlich begrenzt ist, könnte das Gegenteil von chronischem Stress auslösen, glauben die Experten.

 

Dauerstress zu wenig im Fokus der Medizin

Lange psychische Belastungen sind ein Krebsrisiko, das die Medizin zu wenig im Blick hat – Zusammenhänge sind nach wie vor zu wenig erforscht.

Beim Entstehen einer Krebserkrankung wirken mehrere Faktoren zusammen, deswegen ist es kompliziert, den Einfluss über seelische Zuständen bzw. Dauerstress auf die Krebsentstehung zu untersuchen. Weiters wird in der Praxis zu wenig auf die psychischen Aspekte der Erkrankung geschaut.

Für die überwiegende Zahl der Erkrankten wirkt die Diagnose Krebs traumatisierend. Fast die Hälfte von ihnen braucht psychotherapeutische Hilfe, damit sie mit der Angst und dem massiven Stress umgehen können, den die Krankheit auslöst.

Weitere Informationen:

http://www.biokrebs.de/presseinformationen/pressearchiv/1263-psychosomatischer-stress-ist-risikofakto-fuer-krebs

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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