Ideale Antidepressiva mit bester Wirkung ohne Nebenwirkungen finden

Antidepressiva mit für den Patienten beste Wirkung und möglichst ohne Nebenwirkungen zu finden, ist oft nicht leicht. © lea-rojec / shutterstock.com

Ideale Antidepressiva sollten möglichst rasch ohne Nebenwirkungen sowohl in der akuten Phase als auch in der Langzeitbehandlung beste Wirkung bringen.

Unter dem Strich leiden auch in den deutschsprachigen Ländern Millionen Menschen an jedem beliebigen Stichtag an einer mehr oder weniger ausgeprägten Depression. Depressionen stellen auch den mit Abstand größten Risikofaktor für Suizide da. Sehr häufig findet man Depressionen auch als Begleitphänomen bei Schlaganfällen, Epilepsien, Multipler Sklerose, Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson. Häufig ist eine adäquate medikamentöse Behandlung dieser Depression mit einem oder auch kombiniert mit mehreren Wirkstoffen notwendig. Ganz entscheidend für den weiteren Verlauf der Grunderkrankung sind oft auch mit psychotherapeutischen Maßnahmen. Jedenfalls stellt die Auswahl der anscheinend idealen Antidepressiva für die jeweiligen betroffenen Patientinnen und Patienten, mit bester Wirkung möglichst ohne Nebenwirkungen, eine große Herausforderung für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte dar.

 

Das individuell beste Antidepressivum mit starker Wirkung und möglichst ohne Nebenwirkungen finden

Das ideale, für den jeweiligen Patienten beste Antidepressivum sollte möglichst rasch möglichst allen Betroffenen bei möglichst ohne oder mit geringen Nebenwirkungen helfen. Und zwar sowohl in der akuten Phase als auch in der Langzeitbehandlung. Bei der Auswahl des Antidepressivums ist die Vorerfahrung – sowohl des Patienten als auch des Behandelnden – von großer Bedeutung. Dabei ist es entscheidend, dass die am Therapieprozess beteiligten Personen über den Wirkmechanismus Bescheid wissen.

In sehr vielen Krankheitsfällen muss der Arzt die Auswahl auch über das Nebenwirkungsprofil des jeweiligen Wirkstoffs treffen. Und zwar muss er dabei mögliche Nebenwirkungen berücksichtigen, die beim jeweiligen Patienten unter keinen Umständen auftreten dürfen.

 

Gastrointes­tinale und sexuelle Nebenwirkungen

Sehr oft sind beispielsweise gastrointes­tinale sowie auch sexuelle Nebenwirkung relevant. Weiter sind auch Gewichtszunahmen und Müdigkeit von großer Bedeutung für die Betroffenen. Vor allem im außerstationären, ambulanten Bereich sind sogenannte SSRI – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI = Selective Serotonin Reuptake Inhibitor) – zumeist die Mittel der ersten Wahl.

Bei Nichtansprechen eines Wirkstoffes ist der Umstieg auf ein Antidepressivum mit einem anderen, komplexeren Wirkmechanismus sinnvoll. Hierzu spielen heute vor allem auch die SNRI –Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI = Selective Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor) – eine wichtige Rolle.

 

Fazit

Unter dem Strich sind nach wie vor eine rasche und richtige Diagnosestellung essenziell. Natürlich spielt auch eine ausreichend lang andauernde und ausreichend hoch dosierte Therapie eine entscheidende Rolle. Wichtig ist es auch, ein großes Augenmerk auf die Compliance, die zumeist beunruhigend niedrig ist, zu legen. Deswegen sollten Ärztinnen und Ärzte schon im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen sprechen.

Primär sollte ein Antidepressivum als Monotherapie zum Einsatz kommen. Bei Therapieresistenz können Kombinationen sinnvoll sein, wobei hier die Expertise des behandelnden Arztes von höchster Wichtigkeit ist. Unter dem Strich kommen heutzutage immer mehr Antidepressiva zum Einsatz, da sie oft bei bester Wirkung auch wenig Nebenwirkungen verursachen. Dennoch gibt es auch bei modernen Antidepressiva Nebenwirkungen , die potenziell gefährlich sein können.

Vor der Auswahl des anscheinend idealen Antidepressivums sollte der Arzt deshalb eine ausführliche Anamnese und Aufklärung machen. Wichtig ist dabei sein Wissen zu den Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, um in der Behandlung mit Antidepressiva beste Wirkung möglichst ohne nennenswerten Nebenwirkungen zu erzielen. Damit lässt sich schließlich die Adhärenz bei den Patienten sehr gut fördern.


Literatur:

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