Cushing-Syndrom: Überschuss an Stresshormonen

Bei bis zu zwei Drittel der Patienten ist das Cushing-Syndrom Folge einer Mutation in dem Gen PRKACA. © Maya2008 / shutterstock.com

Ein kleiner Tumor in der Nebenniere kann dauerhaft eine Überdosis des Stresshormons Cortisol verursachen und ein Cushing-Syndrom auslösen.

Ein kleiner Nebennierentumor kann dauerhaft für die Überdosis mit dem Stresshormon Cortisol verantwortlich sein, was ein Cushing-Syndrom zur Folge hat. Ursache sind Genmutationen, die die Hormonproduktion unkontrolliert steigern. Die erst unlängst erfolgte Entdeckung der genetischen Ursachen vom Cushing-Syndrom soll die Diagnose vereinfachen und die Therapie verbessern.

 

Ursachen und Beschwerden bei Cushing-Syndrom

Patienten mit Cushing-Syndrom leiden unter Gemütsstörungen, Gewichtszunahme am Körperstamm, Akne und rötlichen Streifen an Bauch, Hüften oder Achseln. Auch das „Vollmondgesicht“ und der „Büffelnacken“ sind typische Zeichen der Erkrankung. Ursache ist eine krankhaft gesteigerte Produktion des Nebennierenhormons Cortisol. In der Folge entwickeln viele Patienten auch Bluthochdruck, eine Abwehrschwäche mit Wundheilungsstörungen sowie Diabetes mellitus und Osteoporose.

Bei einem Teil der Patienten mit Cushing-Syndrom sorgt eine Mutation im Gen PRKACA, das die Nebenniere eine pathologische Hormonproduktion einleitet. Das Gen enthält die Information für das Enzym Proteinkinase A, welches die Bildung von Cortisol regelt. Eine Besonderheit der Mutationen ist, dass sie nicht zum Ausfall des Enzyms führen, wie dies meistens der Fall ist, sondern zu seiner ständigen Aktivierung.

Meist entsteht die Mutation im Laufe des Lebens in einer der beiden Nebennieren. Die Entfernung der betroffenen Nebenniere kann zwar die Erkrankung heilen, ohne dass der Patient langfristige Nachteile hat. Einige Menschen haben aber die Veranlagung, ein Cushing-Syndrom zu entwickeln, von ihren Eltern geerbt. Da das Gen bei ihnen auf Chromosom 19 in allen Körperzellen doppelt vorliegt, bilden beide Nebennieren krankhafte Mengen an Cortisol. Die Behandlung besteht dann in der Entfernung beider Drüsen. Die Patienten müssen anschließend lebenslang Cortisol einnehmen.


Literatur:

Calebiro D, Di Dalmazi G, Bathon K, Ronchi CL, Beuschlein F. cAMP signaling in cortisol-producing adrenal adenoma. Eur J Endocrinol. 2015 Oct;173(4):M99-106. doi: 10.1530/EJE-15-0353. Epub 2015 Jul 2. PMID: 26139209.

Beuschlein F, Fassnacht M, Assié G, et al.: Constitutive Activation of PKA Catalytic Subunit in Adrenal Cushing’s Syndrome. New England Journal of Medicine (2014) 370:1019-28

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