Curcumin und Omega-3-Fettsäuren wirken bei Migräne gegen häufige Attacken

Curcumin ist der wichtigste Bestandteil von Kurkuma. © dreamsfolklore / shutterstock.com

Curcumin ist der wichtigste Bestandteil von Kurkuma. © dreamsfolklore / shutterstock.com

Die entzündungshemmenden Wirkungen von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren helfen bei Migräne, die Häufigkeit von Migräneattacken zu verringern.

Omega-3-Fettsäuren und Curcumin entfalten zusätzlich zu ihren entzündungshemmenden und Herz-Gefäße-schützenden Eigenschaften auch neuroprotektive Fähigkeiten, was auf eine breitere klinische Anwendung hinweist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die anti-neuroinflammatorische Anpassung durch Herunterregulieren der TNF-α-Genexpression und der Genproduktion. Dadurch könnten Migräne-Patienten durch die alleinige Verabreichung von Omega-3-Fettsäuren oder Curcumin eine erhebliche Verringerung der Migräneattacken bewirken.

Eine kürzlich durchgeführte präklinische Studie fand zudem heraus, dass die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren (sowohl von EPA als auch von DHA) in Verbindung mit Curcumin aus der Pflanze Curcuma positive Wirkungen auf die COX-2-Aktivität, auf das iNOS-Gen sowie auf die Stickoxid(NO)-Produktion in Makrophagenzellen entfaltet. Dadurch ergeben sich stärkere antioxidative Effekte.

Die Kombination von Omega-3-Fettsäuren und Curcumin verstärkt zudem die entzündungshemmenden Wirkungen von NSAR. Ein weiterer möglicher Vorteil besteht darin, dass die potenziellen synergetischen Wirkungen geringere Omega-3-Curcumin-Dosen ermöglichen.

 

TNF und Migräne

Den Stoffen Curcumin und Omega-3-Fettsäuren werden neuroprotektive und entzündungshemmende Effekte zugeschrieben, für die auch eine Hemmung der körpereigenen Produktion von TNF mitverantwortlich ist, was wiederum bei Migräne eine wichtige Rolle spielen könnte.

Forscher untersuchten unlängst, ob die TNF-Konzentration mit Hilfe der entzündungslindernden Effekte von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren gesenkt werden könnten. Die Ergebnisse waren durchaus vielversprechend und zeigten eine synergistische Wirkung, da Omega-3-Fettsäuren und Curcumin im Zusammenspiel effektiver waren.

Als Tumornekrosefaktor (abgekürzt TNF) bezeichnet man das multifunktionale Zytokin (Signalstoff) des Immunsystems. Es übt mit seinen verschiedenen regulierenden Funktionen auch bei den Entzündungen bei der Migräne Einfluss aus. Migräne ist bekanntlich eine neurologische Erkrankung mit entzündlichen Prozessen an Nerven und Nervenzellen.

Der Tumornekrosefaktor steigert die Reizbarkeit von Nervenzellen und die Aktivierung der Nozizeptoren. Das sind die Schmerzrezeptoren, die eine Entzündung der Nerven und Kopfschmerzen verursachen kann. Neben verschiedenen akut wirkenden Medikamenten und medikamentösen Migräneprophylaxen stehen Wirkstoffe im Fokus, die gegen die entzündlichen Prozesse wirken können.

Curcumin. Curcumin kommt im Gewürz Kurkuma vor und ist Hauptbestandteil der Gewürzmischung Curry. Die Wirkung von Curcumin wird seit langer Zeit in der indischen Medizin und hier auch gegen Migräne eingesetzt. Aktuelle, für die klassisch westliche Medizin geltenden Studien zeigen auch positive Effekte bei entzündlichen Gelenk- und Darmerkrankungen.

Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren werden vor allem günstige Effekte für Herz-Kreislauf-Patienten zugesprochen, doch neuesten Erkenntnissen zufolge beeinflussen Omega-3 Fettsäuren das im Gehirn befindliche Serotonin – und damit Verhalten und Psyche. Neben Wirkungen bei Psychosen und Depressionen werden auch solche gegen Asthma oder Arthritis untersucht.

 

Curcumin und Omega-3-Fettsäuren bei Migräne kombinieren

Wie eingangs erwähnt zeigen sowohl Curcumin als auch Omega-3-Fettsäuren neuroprotektive und entzündungshemmende Effekte. Die Wirkung werden mittels verschiedener Mechanismen erzielt. Und zwar gehören neben der Verringerung der Freisetzung von Zytokinen auch die Hemmung der körpereigenen Produktion von TNF. Hierzu sollen Curcumin und Omega-3-Fettsäuren dabei helfen, die Konzentration von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren zu senken.

Iranische Forscher der Tehran University of Medical Sciences untersuchten beispielsweise die entzündungslindernden Effekte von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren auf die Häufigkeit von Migräneattacken und die Konzentration des Biomarkers für entzündliche Prozesse, dem TNF.

Die Forscher untersuchten 74 Patienten mit episodischer Migräne in 4 Gruppen (eine Gruppe erhielt Curcumin und Omega-3-Fettsäuren, eine Gruppe Curcumin, eine Gruppe Omega-3-Fettsäuren und eine Gruppe nur Placebo) über 2 Monate unterschiedliche Wirkstoffzusammensetzungen.

Die Wissenschaftler wollten dabei vor allem auch wissen, ob Omega-3-Fettsäuren und Curcumin im Zusammenspiel effektiver sind, wobei Curcumin in einer Nano-Zubereitung eingesetzt wurde. Zu Beginn der Studie wurde die Menge an TNF im Blut der Patienten bestimmt.

 

Synergie-Effekt

Die Forscher fanden heraus, dass eine Kombination von Omega-3-Fettsäuren und Curcumin die Herstellung von TNF im Körper deutlich senkte. Diese Wirkung war stärker, als sie sich aufgrund der Wirkung von Curcumin und Fettsäuren allein hätte erwarten lassen.

Die beiden Substanzen wirkten also stärker gemeinsam, mit einem sogenannten Synergie-Effekt. Die Blutkonzentration von TNF war nach Einnahme der einzelnen Wirkstoffe sogar unverändert im Vergleich zum Vorbehandlungsmesspunkt.

Der synergistische Effekt von Omega-3-Fettsäuren und Curcumin zeigte positiven Einfluss auf die Kopfschmerzen der Patienten, die Häufigkeit der Migräneattacken traten durch die Anwendung der Wirkstoffkombination seltener auf. Die Studienergebnisse zeigen eine vielversprechende mögliche Ergänzungstherapie zur Behandlung von Migräne. Beispielsweise zeigte eine aktuelle Studie mit 80 Patienten, dass Omega-3-Fettsäuren sowie kombiniertes Omega-3 und Nano-Curcumin den VCAM-Serumspiegel und seine Genexpression bei Patienten mit episodischer Migräne senken können.

 

Omega-3 und Curcumin in der Nahrung

Neben der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln können Omega-3-Fettsäuren und Curcumin auch über die Nahrung aufgenommen werden. Die Dosierung der dahingend passenden Menge Kurkuma kann nur grob abgeschätzt werden, da die beschriebene Nano-Form bei den iranischen Patienten nur schwer mit klassischen Pulverformen verglichen werden kann.

Laut Ernährungsexperten gelten 1 bis 3 Teelöffel Kurkuma am Tag in der Nahrung als niedrige, gut verträgliche sowie wirksame Menge. Übrigens kann man Kurkuma gemeinsam mit schwarzem Pfeffer und in Fett erhitzen. Das schmeckt auch als Würze sehr gut und eignet sich auch deswegen zum reichhaltigen Verzehr.


Literatur:

Abdolahi M, Karimi E, Sarraf P, Tafakhori A, Siri G, Salehinia F, Sedighiyan M, Asanjarani B, Badeli M, Abdollahi H, Yoosefi N, Yousefi A, Rad AS, Djalali M. The omega-3 and Nano-curcumin effects on vascular cell adhesion molecule (VCAM) in episodic migraine patients: a randomized clinical trial. BMC Res Notes. 2021 Jul 23;14(1):283. doi: 10.1186/s13104-021-05700-x. PMID: 34301320; PMCID: PMC8305494.

Cardia L, Calapai F, Mondello C, Quattrone D, Elisa Sorbara E, Mannucci C, Calapai G, Mondello E. Clinical use of omega-3 fatty acids in migraine: A narrative review. Medicine (Baltimore). 2020 Oct 16;99(42):e22253. doi: 10.1097/MD.0000000000022253. PMID: 33080672; PMCID: PMC7572026.

Abdolahi M, Jafarieh A, Sarraf P, Sedighiyan M, Yousefi A, Tafakhori A, Abdollahi H, Salehinia F, Djalali M. The Neuromodulatory Effects of ω-3 Fatty Acids and Nano-Curcumin on the COX-2/ iNOS Network in Migraines. A Clinical Trial Study from Gene Expression to Clinical Symptoms. Endocr Metab Immune Disord Drug Targets. 2019;19(6):874-884. doi: 10.2174/1871530319666190212170140. PMID: 30760195.

Abdolahi M, Tafakhori A, Togha M, et al. The synergistic effects of omega-3 fatty acids and nano-curcumin supplementation on tumor necrosis factor (TNF)-α gene expression and serum level in migraine patients. Immunogenetics. 2017;69(6):371-378. doi:10.1007/s00251-017-0992-8.


Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

Die mobile Version verlassen