Cumarin in Zimt bringt verschiedene gesundheitliche Wirkung

Cumarin wurde erstmals im Jahre 1822 aus Tonkabohnen isoliert, 1868 gelang die erste synthetische Herstellung, worauf es 1876 erstmals vermarktet wurde. © hjochen / shutterstock.com

Cumarin wurde erstmals im Jahre 1822 aus Tonkabohnen isoliert, 1868 gelang die erste synthetische Herstellung, worauf es 1876 erstmals vermarktet wurde. © hjochen / shutterstock.com

Bei Untersuchungen verschiedener Proben von Zimt wurden Gehalte an Cumarin von 8 bis 4.380 mg/kg festgestellt, die Unterschiede sind botanisch erklärbar.

Der aus der getrockneten Rinde des Zimtbaumes gewonnene Zimt zählt zu den ältesten Gewürzen. Es gibt hunderte Arten des immergrünen Zwergbaums, wobei Ceylonzimt und Chinazimt (oder Kassia) die wichtigsten Vertreter aus der Familie der Lorbeergewächse sind. Zimt ist ein wirkungsvolles Naturheilmittel, dass die Blutzuckerwerte und den Cholesterinspiegel senken kann. Zimt ist aber auch ein wärmendes Gewürz, dass den Stoffwechsel anregt, was beim Abnehmen unterstützend sein kann. Viele Wirkungen werden dem im Zimt enthaltenen Cumarin zugeschrieben.

Im Grunde genommen ist Zimt auf jeden Fall bei vielen Beschwerden und Erkrankungen ein hervorragendes und schmackhaftes Gewürz, das bei verschiedenen Therapien positive additive Effekte erzielt. Sogar bei Krebs, Schlaganfall und Alzheimer Demenz wird ihm positive Wirkung unterstellt.

 

Vor und Nachteile von Cumarin

Tatsächlich kommt der Riechstoff Cumarin in zahlreichen Pflanzen vor – so eben auch in Zimt. Cumarin wirkt gefäßerweiternd, krampflösend (spasmolytisch), beruhigend (zentral sedierend) und antibakteriell. Die Einnahme zu großer Mengen Cumarin kann dementsprechend zu Kopfschmerzen, Übelkeit bis zu Atemlähmung führen.

Weiter konnte man Leber- und Nierenschäden dokumentieren. Hier kann Cumarin bei sensiblen Personen bereits bei relativ niedrigen Dosierungen zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut. In schweren Fällen kann es zu einer Entzündung der Leber, die sich als Gelbsucht bemerkbar macht, kommen. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt, die Wirkung ist aber reversibel.

Unter dem Strich gilt als Durchschnittswert der Zimtkonzentration von in Mitteleuropa konsumierten Zimt hältigen Speisen 0,6 g Zimt pro 100 g Speise, wodurch sich ein durchschnittlicher Gehalt an Cumarin von 1,7 mg/100 g Speise ergibt. Durchschnittlich wird täglich 85,5 g einer zimthältigen Speise konsumiert, woraus sich eine Zimtaufnahme von 0,5 g bis zu 3 g pro Tag, je nach Altersgruppe, ergibt.

 

Bewertung des gesundheitlichen Risikos von Cumarin in Zimt

Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake, abgekürzt TDI) für Cumarin liegt jedenfalls bei 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Wobei das auch die oben erwähnten besonders empfindlichen Verbraucher berücksichtigt. Schließlich ist auch lebenslang genossen bei dieser Menge kein gesundheitliches Risiko durch Zimt mit seinem Cumerin zu erwarten.


Literatur:

Feng D, Zhang A, Yang Y, Yang P. Coumarin-containing hybrids and their antibacterial activities. Arch Pharm (Weinheim). 2020 Jun;353(6):e1900380. doi: 10.1002/ardp.201900380. Epub 2020 Apr 6. PMID: 32253782.

Egan D, O’Kennedy R, Moran E, Cox D, Prosser E, Thornes RD. The pharmacology, metabolism, analysis, and applications of coumarin and coumarin-related compounds. Drug Metab Rev. 1990;22(5):503-29. doi: 10.3109/03602539008991449. PMID: 2078993.


Quelle:

http://ec.europa.eu/health/archive/ph_risk/committees/04_sccp/docs/sccp_o_061.pdf

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