CRT – Kardiale Resynchronisationstherapie

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Eine CRT – Kardiale Resynchronisationstherapie – soll hauptsächlich Patienten mit Linksschenkelblock und eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer unterstützen.

Zur Behandlung einer ausgeprägten Herzinsuffizienz bei eingeschränkter Pumpfunktion des Herzens und gleichzeitigem Vorliegen eines Linksschenkelblockes wird in erster Linie die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) zur Behandlung einer asynchronen Kontraktion unterschiedlicher Bereiche der linken Herzkammer
eingesetzt. Dabei wird ein sogenannter Dreikammerschrittmacher mit oder ohne Defibrillator‐Funktion mit insgesamt drei Elektroden im Herzen implantiert. Das System sorgt durch gleichzeitige Abgabe von Schrittmacherimpulsen in der rechten Herzkammer sowie an der Hinterwand der linken Herzkammer für einen Gleichklang der Muskelkontraktionen der linken Hauptkammer.

Grundsätzlich ist zwischen Links‐ und Rechtsherzinsuffizienz zu unterscheiden. Zusätzlich zu einer reduzierten Pumpfunktion in der linken Hauptkammer (linker Ventrikel) kann auch ein sogenannter Linksschenkelblock vorliegen. Das bedeutet, dass ein Teil der Erregungsausbreitung des Herzens blockiert ist und dadurch die linke Hauptkammer unphysiologisch – d.h. nicht normal – erregt wird. Dadurch kommt es zu einer zeitversetzten Kontraktion der muskulären Scheidewand zwischen rechter und linker Hauptkammer (intraventrikuläres Septum) und den äußersten Abschnitten der linken Hauptkammer. Diese Asynchronie führt bei einer bereits vorhandenen Einschränkung der Pumpfunktion zu einer weiteren Reduktion der Pumpleistung des linken Ventrikels.

 

Verschiedene Devices

Bei unzureichend erfolgreicher medikamentöser Therapie stehen zur Behandlung von Herzinsuffizienz verschiedene technische Optionen zur Auswahl. Herzschrittmacher heben durch Abgabe schwacher Stromimpulse an die Herzmuskulatur eine zu langsame Herzfrequenz auf ein programmierbares unteres Niveau n(z.B. 60 Schläge pro Minute) an.

Defibrillatoren sollen lebensbedrohliche, zu schnelle Herzrhythmusstörungen – beispielsweise Kammertachykardie sowie Kammerflimmern – beenden. Im Falle von regelmäßigen Kammertachykardien versucht der Arzt allen voran, die Rhythmusstörung mittels mehrerer hochfrequenter Schrittmacherimpulse schmerzfrei zu beenden. Wenn ihm das nicht gelingt oder ein Kammerflimmern vorliegt, so beendet er die Rhythmusstörung durch einen Schock. Allerdings kann das schmerzhaft sein, sofern der Patient bei Bewusstsein ist. Moderne Defibrillatoren können in der Regel alles, was ein entsprechendes Schrittmachersystem kann, aber nicht umgekehrt.

Ziel der CRT ist es, mithilfe einer dritten Elektrode eine simultane Stimulation zu erreichen. Damit kann im günstigsten Fall die Auswurfleistung des linken Herzens (Ejektionsfraktion, EF) verbessert werden. Der Arzt kann die Kardiale Resynchronisationstherapie je nach Bedarf mit einem Schrittmacher oder einem Defibrillator kombinieren. Dazu schiebt er via Herz‐Venen‐System eine Elektrode über die linke Herzkammer zur Behebung des asynchronen Kontraktionsmusters bei Linksschenkelblock. Im günstigen Fall kann die Elektrode an der Hinterwand platziert werden.

 

Zielgruppen für CRT

Die CRT kommt hauptsächlich bei Patienten mit Linksschenkelblock und eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer zum Einsatz. Die eingeschränkte Pumpfunktion kann aber auch bei Patienten auftreten, die bereits einen Herzschrittmacher haben, schrittmacherpflichtig sind und damit einen hohen Prozentsatz an rechtsventrikulärer Stimulation haben. Ob der Behandler die CRT mit einem Defibrillator implantiert, hängt davon ab, ob er einen Patienten mit einer zusätzlichen primär‐ oder sekundärprophylaktischen Defibrillator‐Indikation hat.

Quelle:

Statement » Herzinsuffizienz: Unterstützung aus der Welt der Technik «. OA Dr. Christian Wollmann, Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin 3, Ambulanz Kardiologie, Universitätskliniken St. Pölten zur 33. Jahrestagung der Medizinischen Gesellschaft Niederösterreich – www.medgesnoe.org

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