Beim Einsatz von Cortison Nebenwirkungen verringern

Strukturformel von Cortisol. © NEUROtiker / Wikimedia

Strukturformel von Cortisol. © NEUROtiker / Wikimedia

Ärzte und gut geschulte Patienten können gemeinsam dazu beitragen, bei bestmöglicher Wirksamkeit mögliche Nebenwirkungen von Cortison zu verringern.

Eine Therapie mit Cortison, Glukokortikoiden, kann bei Autoimmunerkrankungen, Allergien sowie Entzündungen Wunder wirken. Manchmal sogar Leben retten. Doch Patientinnen und Patienten haben – gerade bei Cortison-Anwendungen, die länger als vier Wochen dauern – oft Angst vor Nebenwirkungen. Dazu gehören etwa ein „Mondgesicht“, Gewichtszunahme, aber auch Osteoporose und Thrombosen. Doch häufig kann man beim Einsatz von Cortison die Nebenwirkungen verringern beziehungsweise abmildern. Voraussetzung ist ein Grundwissen über die Abläufe rund um das Hormon im Körper und wie man ihnen flexibel begegnen kann. Was Patientinnen und Patienten sollten jedenfalls besser über eine Therapie mit dem Stresshormon wissen.

 

Nebenwirkungen beim Einsatz von Cortison verringern

Glukokortikoide, umgangssprachlich häufig Cortison genannt, gehören in Deutschland zu den am Häufigsten verordneten Medikamenten. So lag das Prednisolon-Präparat nur eines Herstellers mit knapp 3,5 Millionen Verordnungen im Jahr 2019 bei den gesetzlich Krankenversicherten auf Platz 24. Doch hinter dem Begriff „Glukokortikoide“ verbergen sich verschiedene Substanzen, die auch in ihrer Wirkkraft und Wirkdauer sehr unterschiedlich sind. Den Ausgang bildet das körpereigene Hormon Cortisol, das in den Nebennieren gebildet wird.

Um eine bessere Wirksamkeit zu erreichen, wurden verschiedene künstlich hergestellte Glukokortikoide weiterentwickelt, die ihm nachempfunden sind. Prednisolon etwa wirkt je nach Darreichungsform vier- bis fünfmal stärker als der natürliche Ausgangsstoff, Dexamethason sogar 30-mal mehr. Dies ist wichtig zu wissen, wenn man über diese Substanzgruppe spricht.

Ebenso wichtig ist die Kenntnis der Symptome sowohl einer Über- als auch Unterversorgung mit Glukokortikoiden. Hierzu kann man viel von Krankheitsbildern lernen, die mit einer Erhöhung oder Verringerung des Cortisolspiegels einhergehen..

Ein Zuviel an Cortisol, wie etwa beim Cushing-Syndrom, führt unter anderem zu dem gefürchteten Aufschwemmen des Körpers bei gleichzeitigem Muskelverlust. Ein Mangel des Stresshormons, der etwa bei einer Schwächung der Nebennierenrinde vorkommt, hat häufig einen dramatischen Leistungsverlust, Muskel- oder Gelenkschmerzen wie bei einer Grippe, Müdigkeit und das Gefühl von Unterzuckerung zur Folge.

Diese mitunter drastischen Folgen für den Körper lehren uns, auch Über- und Unterversorgung mit Glukokortikoiden im Rahmen einer Therapie frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls gegenzusteuern.

 

Was viele ebenfalls nicht wissen: Der Cortisolspiegel hat einen eigenen Tagesrhythmus – morgens ist er am höchsten.

Darüber hinaus steigt er bei größeren Anforderungen wie seelischem und körperlichem Stress. In Ruhe fällt der Wert. Sobald Patienten mit einem körpereigenen Mangel an Cortisol, also etwa Fieber und Gliederschmerzen bekommen, kann die Dosis zu niedrig sein. Patienten, die länger Glukokortikoide einnehmen oder an einer Störung der Produktion leiden, sollten deshalb genau über diese Symptome, aber auch das tägliche Auf und Ab dieses Hormons geschult werden. So lässt sich das persönliche Befinden besser einordnen und gegebenenfalls einer Unter- oder Überversorgung vorbeugen. „Eine große Hilfe bei der Schulung kann hier die Unterstützung durch speziell weitergebildete qualifizierte Endokrinologie-Assistenten DGE sein.“

Ebenso können Ärzte möglichen unerwünschte Wirkungen einer Cortison-Therapie entgegenwirken beziehungsweise mögliche Nebenwirkungen verringern. Dem Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln, kann man beispielsweise mit einer täglichen Gabe von 1000 I.E. Vitamin D und je nach Situation mit zusätzlichen knochenschützenden Medikamenten begegnen; der Thrombosegefahr lässt sich bei besonders gefährdeten Patienten mit einer klassischen Antikoagulations-Therapie vorbeugen.

 

Fazit

Unter dem Strich kann die Therapie mit Glukokortikoide eine segensreiche und Lebens(qualität) rettende Maßnahme bei völlig verschiedenen Erkrankungen sein. Doch Ärzte und Patienten müssen gleichermaßen gut Bescheid wissen, auch um mögliche Nebenwirkungen von Cortison verringern zu können.


Literatur:

PharMaAnalyst © Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) (www.wido.de)

https://www.endokrinologie.net/endokrinologie-assistentinnen.php


Quelle:

Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): www.endokrinologie.net

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