Cortisol im Haar zur Diagnose für Depressionen bei Teenagern

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Als Biomarker für Depressionen bei Teenagern wäre Cortisol im Haar sehr nützlich. Wobei eine Cortisolspiegel-Unterscuhung auch einfach und günstig wäre.

In  einer aktuellen Studie untersuchten Forscher die möglichen Zusammenhängen zwischen der Konzentration des Stresshormons Cortisol im Haar und den Depressionssymptomen der Jugendlichen. Überraschenderweise entsprach ein hoher Cortisolspiegel einerseits einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Depression. Andererseits bestand auch ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Cortisolspiegel und psychischen Problemen.

Im Grunde genommen leidet fast jeder achte Jugendliche an einer schweren Depression. Wobei der Anteil der Jugendlichen mit Depressionen in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen ist. Übrigens gehört Selbstmord zu den häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen. Leider können Kinder und Jugendliche ihre psychischen Probleme oft schlecht beschreiben. Außerdem übersehen Eltern und andere Kontaktpersonen oft bestimmte Warnzeichen und tun ernsthafte psychische Gesundheitsprobleme für normale Turbulenzen in der Pubertät ab.

 

Cortisol im Haar Prädiktor für Depressionen

Viele Forscher haben in den letzten zehn Jahren den Cortisolspiegel im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit untersucht. Doch nur wenige haben das Stresshormon als geeignet zur Vorhersage für Depressionen fokussiert. Laut Jodi Ford, Hauptautorin der Studie und außerordentlicher Professor für Krankenpflege an der Ohio State University, liefern die neuen Forschungsergebnisse dazu wichtige Erkenntnisse.

 

Im Detail

Die Studie untersuchte 432 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren, die Teil der größeren Studie Adolescent Health and Development in Context waren. Dieses Forschungsprojekt analysierte die Auswirkungen sozialer und anderer Faktoren auf die Gesundheit.

Bei der Untersuchung des Stresshormons Cortisol im Haar als Biomarker für Depressionen mussten die Teilnehmer auch einen neun Punkte umfassenden Fragebogen ausfüllen. Dabei bewerteten sie ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen. Beispielsweise die Frage, wie oft sie das Gefühl haben, dass ihr Leben gescheitert ist. Oder ob die Menschen ihnen gegenüber unfreundlich sind.

Weiter untersuchen die Wissenschaftler eine 3-Zentimeter-Haarprobe, mit der man den Cortisolspiegel der letzten drei Monate bestimmen konnten.

Dann untersuchten die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen depressiven Symptomen und dem Cortisolspiegel. Dabei zeigte sich, dass sowohl niedriges als auch hohes Cortisol eine statistisch signifikante Beziehung zur Depression aufweisen.

 

Einfacher und verhältnismäßig billiger Test

Unter dem Strich wäre es einfach und verhältnismäßig billig, Cortisol im Haar mit einem Test zu untersuchen. Das würde für eine breite Anwendung sprechen, sobald man weiss, welche Werte normal sind und welche Werte außerhalb des Bereichs liegen und Anlass zur Sorge geben. Hierzu sind längere, umfangreichere Studien notwendig, in der Depressionen und Cortisolspiegel bei Jugendlichen im Zeitverlauf untersucht werden.

Dabei glauben die Forscher auch, dass der Cortisolspiegel auch über einen längeren Zeitraum anzeigen könnte, ob Therapie und Medikamente bei depressiven Personen hilfreich sind. Oder ob die psychischen Störungen schlimmer werden.

Literatur:

Jodi LFord, Samantha J. Boch, Christopher R. Browning. Hair cortisol and depressive symptoms in youth. An investigation of curvilinear relationships. Psychoneuroendocrinology. Volume 109, November 2019, 104376. https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2019.104376

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About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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