Corona-Pandemie gefährdet Therapieverlauf bei Krebspatienten

Coronaviren © creativeneko / shutterstock.com

Es wäre wichtig, dass auch während der Corona-Pandemie für Krebspatienten Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen wahrgenommen werden.

Medizinische Fachgesellschaften und Studien prognostizieren eine deutliche Zunahme der Sterblichkeit bei Krebs in den nächsten Jahren. Die Gründe für Krebspatienten sind unter anderem, dass es während der beiden Lockdowns zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr zu Verschiebungen und Rückgängen diagnostischer und onkologischer Leistungen kam. So wurden das frühzeitige Erkennen und die rechtzeitige Behandlung von Krebserkrankungen verzögert.

„Der Kollateralschaden der Pandemie ist leider größer als gedacht. Es wäre wichtig, dass auch während der Pandemie Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen wahrgenommen werden. Denn die beste Therapie der Welt wirkt nicht, wenn sie nicht bei Patientinnen und Patienten ankommt“, appelliert Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG im Rahmen des Welt-Krebstages am 4. Februar an die Bevölkerung.

 

Erste Hilfe für Betroffene

Einstellung und Wissen der Patientinnen und Patienten über die Krankheit und deren Behandlung haben einen wesentlichen Anteil am Therapieerfolg. Damit Betroffene und Angehörige mehr über ihre Patientenrechte erfahren, wie sie selbst ihre Therapie mitbestimmen und wie und wo sie finanzielle und betreuende Unterstützung erhalten können, gibt es die kostenlose Online-Schulung „Das Recht auf die bestmögliche Therapie“ auf dem Info-Portal selpers.com.

 

Medizinische Meilensteine in der Krebstherapie

Derzeit sind der Medizin mehr als 250 Krebsarten bekannt. Die Erforschung und Behandlung jeder einzelnen von ihnen gilt als äußerst komplex. Dennoch ist die Diagnose Krebs heute nicht automatisch mit einem Todesurteil verbunden. Denn die moderne Krebsmedizin trägt dazu bei, dass Patienten immer mehr Lebensqualität und wertvolle Lebenszeit gewinnen. Krebs wird dadurch zunehmend eine chronische Erkrankung, ist in manchen Bereichen bereits heilbar und mit neuen diagnostischen sowie therapeutischen Möglichkeiten immer besser behandelbar. Dazu haben in den letzten zehn Jahren medizinische Meilensteine wie die Immuntherapie, personalisierte Medizin und die CAR-T-Zell-Therapie gesorgt.

 

Neue Therapien in der Pipeline

In der Onkologie hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) im Zeitraum von 1995 bis 2018 118 Arzneimittel zugelassen. Allein 2019 wurden in Europa 22 neue Krebsmedikamente auf den Markt gebracht, 12 davon mit neuem Wirkstoff. Bis 2026 könnten Betroffenen weitere 160 neue Therapien zur Verfügung stehen. In Österreich ist Krebs nach wie vor die am intensivsten beforschte Krankheit. 2018 sponserte die pharmazeutische Industrie 455 klinische Prüfungen zur Entwicklung neuer Arzneimittel. 206, also rund 45,3 Prozent, davon entfielen dabei auf die Onkologie. Durch die Teilnahme an diesen Studien haben Patientinnen und Patienten frühen Zugang zu Medikamenten mit modernsten Wirkstoffen.


Quelle:

PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs: www.pharmig.at

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