Compliance bei Brustkrebs in den USA

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Compliance bei Brustkrebs wird in den USA staatlich gefördert. Dafür wurde ein Programm zur Unterstützung von Brustkrebspatieninnen mit geringem Einkommen ins Leben gerufen.

Dr. Alana Biggers, Leiterin der Klinik für Innere Medizin an der Universität Illinois, fand nach einer umfassenden Datenanalyse heraus, dass für viele Brustkrebs-Patientinnen die Therapie schlichtweg nicht bezahlbar war. Dadurch sank die Compliance der Patientinnen. „Programme, welche diese Kosten verringern, führen zu einer besseren Zusammenarbeit mit den Frauen und dadurch auch zu einer herabgesetzten Rezidiv-Rate bei Frauen mit geringerem Einkommen!“, so die Studienleiterin.

Dieses Thema ist besonders wichtig, denn Brustkrebs ist die häufigste Todesursache für Frauen auf der ganzen Welt. Die Hormontherapie mit Tamoxifen, einem selektiven Östrogenrezeptormodulator, in Kombination mit Aromatase-Hemmern, welche die Bildung weiblicher Hormone hemmen, soll über fünf Jahre eingesetzt werden. Die chirugische Entfernung des Tumors oder der gesamten Brust komplettiert die Behandlung und führt zu einer effektiven Reduktion von Rezidiven. Daher ist die konsequente Durchführung der Therapie essentiell.

Die Kollegen um Dr. Biggers evaluierten die Daten von 23.299 Frauen über 65 Jahre, zur Verfügung gestellt von der Amerikanischen Medicare and Mediaid Gruppe, in Bezug auf die Compliance der Patientinnen 3 Jahre nach Beginn der Therapie. Alle Teilnehmerinnen hatten entweder eine totale Mastektomie oder eine partielle Lobektomie in den Jahren 2006/2007. 27% dieser Frauen waren im Medicare Part 4 low-income-subsidy registriert, das bedeutet, sie befanden sich im Extra-Help-Program der Versicherung und werden finanziell unterstützt, um die Aufrechterhaltung der Therapie so lange wie nötig zu gewährleisten. Für die Teilnahme der Studie wurde ein Rahmen definiert, um fest zu stellen, welche Frauen als „compliant“ (Anm.: zusammenarbeitend in Bezug auf die Medikamenteneinnahme) anzusehen sind, nämlich jene deren Erfüllung der Einnahmeempfehlung bei über 80% der Dauer gegeben war.

Mehr Compliance bei Brustkrebs durch Subventionsprogramm

Als Dr. Biggers begann die Daten auszuwerten, stellte sie fest, dass die Gruppe der weißen Patientinnen in der Gruppe der Frauen mit geringem Einkommen die höchste Compliance aufwies. In weiterer Folge ermittelten die Studienleiter, die Compliance der 27% Frauen aus dem Subventionsprogramm, dabei stellten sie fest, dass keine Unterschiede bei der korrekten Einnahme zu erkennen waren. Sind alle Hürden beseitigt, sodass jede betroffene Frau sich die notwendigen Medikamente auch leisten kann, gibt es keine Unterschiede in der Compliance mehr.

Zusammenfassend waren Frauen, welche in das Subventionsprogramm eingeschrieben waren, eher bereit die Therapie über drei Jahre konsequent aufrechtzuerhalten, als Betroffene, welche nicht in dem unterstützenden Programm registriert waren – was für die erhöhte Compliance bei Brustkrebs spricht.

Bildtext: Compliance bei Brustkrebs wird in den USA nun  ein staatlich gefördert. © Syda Productions / shutterstock.com

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Dr. Sabine Stangl

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