Häufigkeit und Sterblichkeit einer Infektion mit Clostridium difficile

Clostridium difficile Infektion: verdreifacht. © Kateryna Kon / shutterstock.com

Clostridium difficile Infektion: verdreifacht. © Kateryna Kon / shutterstock.com

Eine Infektion mit Clostridium difficile – mit ihrer steigenden Sterblichkeit und Häufigkeit – ist immer öfter auch bei ambulanten Patienten zu beobachten.

Nicht nur in Nordamerika kann man unter dem Strich eine zunehmende Häufigkeit einer Clostridium difficile Infektion (CDAD) beobachten. Sondern auch in europäischen Staaten kann man das zu bemerken. Statistiken zeigen für die deutschsprachigen Länder eine kontinuierlich steigende Zahl an Durchfallpatienten mit der Clostridium difficile Infektion in den letzten Jahren.

 

Stamm NAP1/O27

Die zunehmende Zahl an Infektionen und eine erhöhte Mortalität in Nordamerika und einigen EU-Ländern ist durch ein epidemisches Auftreten des hypervirulenten Clostridium difficile Stamm NAP1/O27 bedingt. In Mitteleuropa wurde der Stamm NAP1/O27 nur in Einzelfällen beobachtet. Jedenfalls kam es bislang zu keinem epidemischen Auftreten.

Neben dem Stamm NAP1/O27 scheinen weitere hypervirulente Stämme von Clostridium difficile zu existieren. So zeigte eine aktuelle Untersuchung in den Niederlanden einen schweren Verlauf der Erkrankung durch den Stamm O78.

 

Clostridium difficile Infektion auch bei ambulanten Durchfallpatienten

Die Clostridium difficile Infektion wurde bisher als nosokomiale Infektion angesehen, von der vor allem ältere, multimorbide Patienten betroffen sind. In Nordamerika ist diese Infektion bereits seit Jahren auch sehr häufig bei ambulanten Patienten zu beobachten. Zudem war Clostridium difficile in einer aktuellen epidemiologischen Untersuchung von Patienten mit Durchfall aus Arztpraxen in Österreich war bereits der am zweithäufigsten nachgewiesenen Erreger.

Zudem konnte man in den Vereinigten Staaten auch etliche schwere Fälle einer Clostridium difficile Infektion mit teilweise letalem Verlauf bei ansonsten gesunden Patientinnen nach einer Geburt nachweisen. Die mit dieser Infektion einhergehende Mortalität scheint bisher unterschätzt worden zu sein und beträgt in der österreichischen Statistik 6–7%.

 

Diagnostik

In der Diagnostik einer Clostridium difficile Infektion werden von den meisten Labors ELISA-Toxinschnelltests für C. difficile eingesetzt. Bisher ging man von einer Sensitivität dieser Tests von 80–90% zum Nachweis einer Clostridium difficile Infektion aus. Aktuelle Daten können dies jedoch nicht bestätigen. Für den Toxin A-Test wird eine Sensitivität von 33–59% angegeben, für den kombinierten Toxin A+B-Test eine Sensitivität von 38%. Letzterer soll auch nur Toxin B-produzierende pathogene Stämme nachweisen. Aus diesem Grund und zur Stammtypisierung von Isolaten werden aus epidemiologischen Gründen nun zunehmend auch Kulturen mit Clostridium difficile empfohlen.


Literatur:

Păduraru DN, Ion D, Dumitrașcu MC, Petca R, Petca A, Șandru F, Andronic O, Radu G, Bolocan A. Clostridium difficile infection characteristics in a general surgery clinic. Exp Ther Med. 2021 Oct;22(4):1112. doi: 10.3892/etm.2021.10546. Epub 2021 Aug 3. PMID: 34504566; PMCID: PMC8383759.

Stallmach A. Clostridium difficile infection : What is currently available for treatment? Internist (Berl). 2016 Dec;57(12):1182-1190. German. doi: 10.1007/s00108-016-0149-0. PMID: 27796474.

Mizusawa M, Doron S, Gorbach S. Clostridium difficile Diarrhea in the Elderly: Current Issues and Management Options. Drugs Aging. 2015 Aug;32(8):639-47. doi: 10.1007/s40266-015-0289-2. PMID: 26233437.

Burke KE, Lamont JT. Clostridium difficile infection: a worldwide disease. Gut Liver. 2014 Jan;8(1):1-6. doi: 10.5009/gnl.2014.8.1.1. Epub 2014 Jan 13. PMID: 24516694; PMCID: PMC3916678.

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