Clindamycin – ambulant und stationär im Einsatz

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...
Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Clindamycin ist ein gut wirksames Antibiotikum gegen grampositive Kokken, Aerobier, Propionibakterien und Corynebacterium diphteriae.

Clindamycin – ein Wirkstoff aus der Gruppe der Lincosamid-Antibiotika – kommt bei akuten und chronischen bakteriellen Infektionen zum Einsatz. Speziell wird es zur Therapie schwerer Staphylokokken-Infektionen bei Patienten mit einer Penicillin-Allergie ­gegeben.

 

Anwendung und Indikation von Clindamycin

Im Grunde genommen kann man das Clindamycin oral – in Kapselform oder als Suspension – sowie i.v. (intravenös) eingesetzen. Zur topischen und parenteralen Anwendung wird das Phosphat verwendet. Wenn Patienten mit Penicillin-Allergie an einer schweren Staphylokokken-Infektionen leiden, so kann man das Antibiotikum wirksam gegen grampositive Kokken (Staphylokokken, Streptokokken), Aerobier (zum Beispiel Fusobacterium, Actinomyces, Bacteroides fragilis), Propionibakterien und Corynebacterium diphteriae einsetzen. Außerdem ist der Wirkstoff für die Aknetherapie geeignet. Schließlich ist die Kombination mit Chinin bei einer Chloroquin-resistenten Malaria angezeigt.

Im Grunde genommen kann das Clindamycin auch zur Therapie der ZNS- und Augentoxoplasmose und bei AIDS verabreicht werden. Es wirkt allerdings kaum oder gar nicht gegen ­aerobe gramnegative Stäbchen, Hämophilus-Arten, Enterokokken, Neisserien, Mykoplasmen und verschiedene Clostri­dium-Arten. Es sind heute zahlreiche Resistenzen bekannt. Aufgrund der chemischen Struktur ist eine partielle Kreuzresistenz mit Lincomycin und teilweise mit Makrolide gegeben.

 

Nebenwirkungen

Häufige Neben­wirkungen sind Übelkeit, Diarrhö und Erbrechen. Die Diarrhoe kann in seltenen Fällen zu einer pseudomembra­nösen ­Enterokolitis führen kann. Schwere Durchfälle, Schmerzen und eventuell Blut und Schleim im Stuhl verlangen einen ­sofortigen Abbruch der Therapie. Selten sind Leberschäden mit Anstieg der Transaminasen, Allergien und Leukozytopenie zu befürchten.

 

Wirkungs­mechanis­mus, Wirkspektrum, pharmakologische Aspekte

Clindamycin unterscheidet sich strukturell deutlich von den Makrolid-Antibiotika, sind aber hinsichtlich ihres Wirkmechanis­mus, ihres Wirkspektrums und der pharmakologischen Aspekte den ­Makrolid-Antibiotika sehr ähnlich.

Clindamycin ist ein halbsynthetisches Derivat von Lincomycin, ein 7-Chlorolincomycin aus Streptococcus lincolnensis var linconensis. Dabei handelt es sich um eine schwache, fettlösliche Base. Am 7. Kohlenstoffatom ist die Hydroxylgruppe durch Chlorid ersetzt, welches zu einem besseren antibiotischen Effekt führt.

Clindamycin führt über eine Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen zu einer Hemmung der Proteinbiosynthese der Bakterien. Das Antibiotikum bindet dabei direkt im Peptidyltransferase-Zentrum des Ribosoms. Die Struktur der ribosomalen Untereinheit im Komplex mit Clindamycin zeigt, dass die Protein-Biosynthese durch »molekulares Mimikry« unterbrochen wird.

Da es selbst aber keine Peptidbindung eingehen kann, bringt das Antibiotikum die ­Peptidyl-Transferase-Reaktion zum Stillstand. Wobei daraus meist eine bakteriostatische Wirkung resultiert.

Literatur:

Patrick B. Murphy; Jacqueline K. Le. Clindamycin. StatPearls [Internet]. Update: May 16, 2019.

Latest News

Neues Zentrum zum Plasmaspenden von BioLife in Wien eröffnet

Anfang November 2019 eröffnete in Wien das modernste Zentrum BioLife-zum Plasmaspenden in der Operngasse. Plasmaspenden haben eine wichtige Rolle. Denn Plasma...

Auch leicht erhöhte Schilddrüsenwerte können bereits gefährlich sein

Bereits leicht erhöhte Schilddrüsenwerte scheinen gefährlich zu sein und könnten das Risiko für Demenz, Schlaganfall und Herztod erhöhen. Leicht erhöhte Schilddrüsenwerte durch eine Überfunktion der Schilddrüse erhöhen...

Lindenblüten als Heilpflanze: Hilft schweißtreibend bei Erkältung

Als Heilpflanze werden Lindenblüten schon seit jeher bis heute mit Erfolg verwendet. Vor allem der Lindenblütentee zählt zu den bekanntesten Hausmitteln. Die Linde gilt als Symbol für...

HWS-Syndrom – einfache, alltägliche Übungen lindern die Schmerzen

Das HWS-Syndrom ist eine typische Berufskrankheit, wobei Betroffene mit einfachen Übungen die chronischen Schmerzen im Nacken Lindern kann. Wenn ein Patient mit chronischen Nackenschmerzen beim Arzt vorstellig...

Heiserkeit, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen behandeln

Meistens lassen sich Heiserkeit, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen wirksam ohne Arzt behandeln – dafür eignen sich einfache Hausmittel und rezeptfreie Präparate. Beschwerden im Hals- bzw. Rachenraum wie Halsschmerzen,...

More Articles Like This