Chronische Blepharitis: eine Lidrandentzündung entwickelt sich langsam und schleichend

Problem Lidrandentzündung: Chronische Blepharitis und akute Blepharitis haben unterschiedliche Auslöser. © Gromovataya / shutterstock.com

Problem Lidrandentzündung: Chronische Blepharitis und akute Blepharitis haben unterschiedliche Auslöser. © Gromovataya / shutterstock.com

Als Chronische Blepharitis bezeichnet man eine Lidrandentzündung, die sich langsam und schleichend meist an den Wimpern entwickelt.

Eine Chronische Blepharitis – die Lidrandentzündung – tritt oft gemeinsam mit Trockenen Augen, bakteriellen Augeninfektionen und Hautprobleme wie Rosazea auf. Sehr oft ist die Erkrankung mit einer Bindehautentzündung – der Konjunktivitis – vergesellschaftet, wobei Kinder und Erwachsene gleichermaßen betroffen sind. Die chronische Lidrandentzündung entwickelt sich langsam und schleichend. Ganz im Gegensatz zu einer akuten Blepharitis, die oft zusammen mit einem Gerstenkorn auftritt.

 

Langsamer und schleichender Verlauf

Die chronische Blepharitis ist eine nichtinfektiöse, oft langsam und schleichend entstehende chronische Entzündung der Lidränder, deren Ursache meist nicht bekannt ist. Im Fokus bezüglich der Ursache stehen die Meibom-Drüsen. Das sind die Talgdrüsen am Rand der Augenlider, die man nach dem deutschen Historiker, Arzt und Anatomen Heinrich Meibom (gelebt von 1590 bis 1655) benannt hat.

Diese produzieren im Lid Lipide, die die Verdunstung der Tränenflüssigkeit dadurch verringern, dass sie eine Lipidschicht auf der wässrigen Schicht bilden.

Bei Funktionsstörung der Meibom-Drüsen kann ein Pfropfen aus hartem, wachsartigem Sekret entstehen, der die Drüsenöffnungen verstopfen. Die meisten Patienten mit Blepharitis haben eine erhöhte Tränenverdunstung und Trockene Augen. Grundsätzlich ist die Blepharitis eine leicht zu diagnostizierende Krankheit.

Als weitere Ursache einer Lidrandentzündung gelten Arzneistoffe wie Antihistaminika und Wirkstoffe zur Hormonersatztherapie. Weitere Faktoren sind Allergien, Milben sowie Läuseeier an den Wimpern. Außerdem noch  Kontaktlinsenlösungen und Kosmetika, Augentropfen sowie Salben. Erkrankungen, die Blepharitis begünstigen, sind die Hautkrankheiten Rosazea sowie seborrhoische Dermatitis. Weiter ein veränderer Östrogenspiegel durch Schwangerschaft oder Menopause sowie eine bakterielle Infektionen.

 

Chronische Blepharitis und ihre Symptome

Die typischen Symptome einer Blepharitis sind neben den entzündeten Lidrändern – die sich klinisch juckend, geschwollen, verklebt und gerötet nebst verkrusteten und verklebten Wimpern präsentieren – Lichtempfindlichkeit, trockene, müde, rötliche bis sehr rote und schmerzende Augen bis hin zu Sehbeeinträchtigungen. Die Bindehaut kann gerötet sein, spröde und schuppige Augenlider sowie exzessives Blinzeln sind weitere Symptome.

 

Chronische Blepharitis therapieren, Tipps und Tricks beachten

Die chronische Blepharitis erfordert eine medikamentöse Behandlung mit verschiedenen Tränenersatzmitteln und milden Salben. Eine sorgfältige Reinigung, Hygiene und Pflege der Augenlider ist essenziell und stellt den Schwerpunkt der Therapie einer Lidrandentzündung dar. Hierzu haben sich aktuell auch Reinigungsgels auf Teebaumölbasis bewährt. Auf Kosmetika und Kontaktlinsen sollte man eher verzichten.

Wenn Akne Rosazea chronische Blepharitis auslöst, kann das Antibiotikum Doxycyclin über mehrere Monate verschrieben die Beschwerden verbessern und den Zustand der Meibomschen Talgdrüsen normalisieren.

Neben dem täglichen Säubern der Augenlider gibt es auch professionelle Reinigungen der Augenlider ähnlich einer professionellen Mundhygiene beim Zahnarzt. Manche Ärzte empfehlen auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel.

 

Tipps und Tricks bei Lidrandentzündung

Unter dem Strich bietet Wärme Hilfe. Dementsprechend können unterstützend warme Kompressen – in Wasser oder auch entzündungshemmenden schwarzen Tee getränkt – aufgelegt werden. Damit lassen sich die wächsernen Pfropfen weich machen und eine Verdünnung des eingedickten Drüsensekrets erzielen. Alternativ kann eine Rotlichtlampe zum Einsatz kommen.

Außerdem kann auch eine Lidmassage hilfreich sein, um die zähen Sekrete zu lösen, die normale Abflussrichtung des Drüsensekrets zu unterstützen und die Oberfläche zu benetzen. Hierzu verwendet man am besten ein Wattestäbchen – angefeuchtet oder mit einer Augensalbe bestrichen. In Folge streicht man mit dem Wattestäbchen Ober- und Unterlid aus.

Stark verkrustete und schuppige Wimpern sollten die Betroffenen auch mild reinigen. Dazu gibt es verschiedene Produkte aus der Apotheke. Allerdings ist auch Schwarzer Tee empfehlenswert. Hingegen ist von Kamille abzuraten, da diese Heilpflanze allergische Reaktionen auslösen kann.

In speziellen Fällen können Antibiotika bei akuter ulzerierender Blepharitis und manchmal chronischer Blepharitis zum Einsatz kommen. Außerdem sind topische Corticosteroide bei persistierender akuter nichtulzerierender Blepharitis hilfreich.


Literatur:

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Mary Eberhardt; Guhan Rammohan. Blepharitis. StatPearls [Internet]. Last Update: February 16, 2019.

Wellens L, Van Ginderdeuren R, Mombaerts I. Chronic blepharitis. Int J Dermatol. 2018 Dec;57(12):1437-1438. doi: 10.1111/ijd.14122. Epub 2018 Jun 26.

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