Chronische Blepharitis – langsam und schleichend

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Als Chronische Blepharitis bezeichnet man eine Entzündung der Augenlider, die sich besonders an der Wimpernreihe in Erscheinung treten kann.

Eine Chronische Blepharitis – die Lidrandentzündung – tritt oft gemeinsam mit Trockenen Augen, bakteriellen Augeninfektionen und Hautprobleme wie Rosazea auf. Sehr oft ist die Erkrankung mit einer Bindehautentzündung – der Konjunktivitis – vergesellschaftet, wobei Kinder und Erwachsene gleichermaßen betroffen sind.

Die chronische Blepharitis ist eine nichtinfektiöse, oft langsam und schleichend entstehende chronische Entzündung der Lidränder, deren Ursache meist nicht bekannt ist. Im Fokus bezüglich Ursache stehen die Meibom-Drüsen – die Talgdrüsen am Rand der Augenlider, die nach dem deutschen Historiker, Arzt und Anatomen Heinrich Meibom (gelebt von 1590 bis 1655) benannt wurden. Diese produzieren im Lid Lipide, die die Verdunstung der Tränenflüssigkeit dadurch verringern, dass sie eine Lipidschicht auf der wässrigen Schicht bilden.

Bei Funktionsstörung der Meibom-Drüsen kann ein Pfropfen aus hartem, wachsartigem Sekret entstehen, der die Drüsenöffnungen verstopfen. Die meisten Patienten mit Blepharitis haben eine erhöhte Tränenverdunstung und Trockene Augen. Grundsätzlich ist die Blepharitis eine leicht zu diagnostizierende Krankheit.

Als weitere Ursachen einer Lidrandentzündung werden Arzneistoffe (Antihistaminika und Hormonersatztherapie), Allergien, Milben und Läuseeier an den Wimpern, Kontaktlinsenlösungen und Kosmetika, Augentropfen und Salben, Rosazea und seborrhoische Dermatitis, ein veränderer Östrogenspiegel (Schwangerschaft oder Menopause) oder bakterielle Infektionen vermutet.

 

Chronische Blepharitis und ihre Symptome

Die typischen Symptome einer Blepharitis sind neben den entzündeten Lidrändern – die sich klinisch juckend, geschwollen, verklebt und gerötet nebst verkrusteten und verklebten Wimpern präsentieren – Lichtempfindlichkeit, trockene, müde, rötliche bis sehr rote und schmerzende Augen bis hin zu Sehbeeinträchtigungen. Die Bindehaut kann gerötet sein, spröde und schuppige Augenlider sowie exzessives Blinzeln sind weitere Symptome.

 

Chronische Blepharitis therapieren, Tipps und Tricks beachten

Zur medikamentösen Behandlung der chronischen Blepharitis werden Tränenersatzmittel und milde Salben eingesetzt. Eine sorgfältige Reinigung, Hygiene und Pflege der Augenlider ist essenziell und stellt den Schwerpunkt der Therapie dar. Auf Kosmetika und Kontaktlinsen sollte eher verzichtet werden.

Wenn Akne Rosazea chronische Blepharitis auslöst, kann das Antibiotikum Doxycyclin über mehrere Monate verschrieben die Beschwerden verbessern und den Zustand der Meibomschen Talgdrüsen normalisieren.

Neben dem täglichen Säubern der Augenlider gibt es auch professionelle Reinigungen der Augenlider ähnlich einer professionellen Mundhygiene beim Zahnarzt. Manche Ärzte empfehlen auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel.

 

Tipps und Tricks bei Lidrandentzündung

Wärme bietet Hilfe, dementsprechend können unterstützend warme Kompressen – in Wasser oder auch entzündungshemmenden schwarzen Tee getränkt – aufgelegt werden, um die wächsernen Pfropfen weich zu machen, eine Verdünnung dieses eingedickten Drüsensekrets zu erzielen. Alternativ kann eine Rotlichtlampe zum Einsatz kommen.

Außerdem kann auch eine Lidmassage hilfreich sein, um die zähen Sekrete zu lösen, die normale Abflussrichtung des Drüsensekrets zu unterstützen und die Oberfläche zu benetzen. Hierzu verwendet man am besten ein Wattestäbchen – angefeuchtet oder mit einer Augensalbe bestrichen. In Folge streicht man mit dem Wattestäbchen Ober- und Unterlid aus.

Stark verkrustete und schuppige Wimpern sollten die Betroffenen auch mild reinigen. Dazu gibt es verschiedene Produkte aus der Apotheke. Allerdings ist auch Schwarzer Tee empfehlenswert. Hingegen ist von Kamille abzuraten, da diese Heilpflanze allergische Reaktionen ausgelösen kann.

In speziellen Fällen können Antibiotika bei akuter ulzerierender Blepharitis und manchmal chronischer Blepharitis zum Einsatz kommen. Außerdem sind topische Corticosteroide bei persistierender akuter nichtulzerierender Blepharitis hilfreich.

Weitere Informationen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?Term=chronic+blepharitis

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Dr. Reinhold Lautner

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