Chloriertes Wasser und Asthma

Asthma-Risiko oft unbekannt: Frau und Baby im Hallenbad © Zsolt Biczo / shutterstock.com

Insbesondere Kinder unter zwei Jahren, die zu Allergien neigen, könnten im Hallenbad eine Überempfindlichkeit gegenüber Chlor entwickeln, wodurch das Riko für Asthma stark erhöht wird. © Zsolt Biczo / shutterstock.com

Vorsicht bei der Wahl des Hallenbades: Stark chloriertes Wasser erhöht bei Kindern sehr deutlich das Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken.

Die sogenannte Chlorierung von Wasser wird weltweit angewandt, da Wasser damit effektiv von Krankheitserregern befreit werden kann. Chloriertes Wasser dient zur Desinfektion von Trinkwasser und Abwässern sowie der Wasseraufbereitung in Schwimm- beziehungsweise Hallenbädern.

Bereits seit mehreren Jahren warnen allerdings verschiedene nationale Gesundheits- und Umweltagenturen, dass stark chloriertes Wasser das Asthma-Risiko speziell bei Kindern drastisch erhöhen können. Speziell das Babyschwimmen mit Kleinkindern unter 2 Lebensjahren sollte vermieden werden.

Auch die Gefahr, andere chronische Lungenerkrankungen zu entwickeln, kann nach Ansicht der meisten Lungenfachärzte durch chloriertes Wasser erhöht werden. Eine etwa 10 Jahre alte belgische Untersuchung belegte dies mit Daten, wobei von einer besonders alarmierenden Erkenntnis gesprochen wurde.

 

Chloriertes Wasser vor allem für Kinder unter 2 Jahren gefährlich

Insbesondere kleine Kinder unter zwei Jahren sind gefährdet, da sich ihre Lungen noch in der Entwicklung befinden. Vor allem Kinder, die zu Allergien neigen, könnten eine Überempfindlichkeit gegenüber Chlor entwickeln. Bereits eine stark nach Chlor riechende Schwimmbadluft könnte dann Asthmaanfälle auslösen.

Das größte Risiko stellen schlecht belüftete Schwimmhallen dar, deren Wasserqualität zudem mangelhaft ist. Wenn Chlor im Wasser mit Urin oder Schweiß reagiert, entsteht der Reizstoff Trichloramin, der die Schleimhäute in den Atemwegen und Augen reizt. Trichloramin gelangt in die Luft und sorgt für den typischen Hallenbadgeruch – auch bekannt als Chlorgeruch.

Deshalb sollten Schwimmhallen über eine sehr gute Belüftung verfügen und die wasserhygienischen Standards peinlich genau einhalten. Bei der Wahl eines Schwimmkurses für Kinder sollten zudem Badeanstalten bevorzugt werden, bei denen chlorfreie Desinfektionsverfahren – etwa mit UV-Licht – zum Einsatz kämen.

 

Hallenbäder für ältere Asthma-Patienten empfehlenswert

Generell ist Schwimmen im Hallenbad aber für ältere Asthma-Patienten durchaus empfehlenswert, denn normalerweise beruhigt die warme, angefeuchtete Luft in der Schwimmhalle die überempfindlichen Atemwege von Asthmatikern und senkt damit ihr Risiko für Asthmaanfälle.

Grundsätzlich lassen sich die erwähnte Risiken im Hallenbad allerdings technisch mit der vorgeschriebenen Badewasseraufbereitung  minimieren.« Dazu ist eine ausreichende Verdünnung des Badewassers mit Füllwasser und eine regelmäßige Lufterneuerung notwendig.


Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1740550/pdf/v060p00385.pdf

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