Cannabis-Augentropfen, wenn Trockene Augen Schmerzen bereiten

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Trockene Augen verursachen vor allem Rötung, Juckreiz sowie Brennen, wobei gegen das Symptom Schmerzen zukünftig Cannabis-Augentropfen helfen könnten.

Trockene Augen sind sehr häufig. Ursache dafür ist, dass die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist. Die Patienten leiden normalerweise unter einem Fremdkörpergefühl. Typische Beschwerden sind auch Rötungen und Brennen sowie Juckreiz in den Augen. Wenn Trockene Augen auch Schmerzen verursachen, könnten dagegen zukünftig Cannabis-Augentropfen (THC-Augentropfen) helfen.

 

Forscher setzen Hoffnungen in Cannabis-Augentropfen

Fast jeder Zehnte leidet in unseren Breiten an Trockenen Augen. Und damit häufig auch an chronischen, starken Schmerzen. Auf der Suche nach einer wirksamen und nebenwirkungsarmen Schmerztherapie haben Forscher jetzt Cannabis-Augentropfen entwickelt. Die ersten Studienergebnisse sind vielversprechend, in Kürze soll die Wirkung an Patienten getestet werden.Bislang gab es keine wirksame Therapie gegen die Augenschmerzen. Die Hoffnung der Forscher ruhen deshalb auf diese THC-Augentropfen.

 

Sicca-Syndrom – trockene Augen

Das sogenannte Sicca-Syndrom (trockene Augen) ist die häufigste chronische Augenerkrankung. Denn bis zu zehn Prozent der Bevölkerung leiden daran. Neben Sehbeschwerden gehören auch Augenschmerzen zu den wichtigsten Symptomen dieser Störung der Tränenproduktion. Wobei teilweise die Schmerzen so stark sind, dass die betroffenen Menschen dadurch sogar den Job verlieren. Oft kommt es auch privat zur Trennung. Viele Patienten entwickeln auch Suizidgedanken.

 

Tetrahydrocannabinol

Vor allem der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, als THC bekannt, kommt in der Medizin schon bei verschiedenen Leiden zum Einsatz. Dazu zählen chronische Schmerzen, Epilepsie, Multiple Sklerose sowie auch das Tourette-Syndrom. Nun hat sich eine Forschungsgruppe der Universitäts-Augenklinik Köln das Ziel gesetzt, nebenwirkungsarme Cannabis-Augentropfen zu entwickeln.

„Wir haben Augentropfen mit THC auf Basis von Semifluorierten Alkanen, SFAs, hergestellt“, erläutert Projektleiter Professor Dr. med. Philipp Steven. „Cannabiswirkstoffe lassen sich nicht in Wasser lösen. Daher nutzen wir die wasserfreie SFA-Technologie“, führt der Experte von der Universitäts-Augenklinik Köln aus. So können hohe Wirkstoffmengen an den Ort der Erkrankung, die Augenoberfläche, transportiert werden. „Das Auge, vor allem die Hornhaut, besitzt mehr Nervenenden als jedes andere Gewebe des menschlichen Körpers und ist deshalb auch so schmerzempfindlich“, erläutert Steven.

 

Cannabis-Augentropfen in einer experimentellen Studie wirksam

Die Forscher konnten die THC-Augentropfen bereits in einer experimentellen Studie erfolgreich testen. Die Ergebnisse zeigten, dass bei Mäusen mit Trockenen Augen die Cannabis-Augentropfen zu einer starken Besserung der Erkrankung sowie der Funktion der Nervenenden führten.

„Wir gehen davon aus, dass die Cannabis-Augentropfen an die Nervenenden binden und so ihre Wirkung vermitteln“, berichtet Steven. Aufgrund der verwendeten niedrigen Dosis erwarten die Wissenschaftler keine unerwünschten Effekte im zentralen Nervensystem, etwa in Form von psychischen Veränderungen.

„Wir haben jetzt eine plausible wissenschaftliche Grundlage, das ist ein großer Schritt nach vorn“, fasst der Kölner Augenarzt zusammen. „Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Anwendung bei Patienten stehen sehr gut.“ Die erste klinische Studie ist bereits in Planung.

Termin: DOG 2019 vom 26. bis 29. September 2019, Estrel Berlin


Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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