Butter und Käse laut Hildegard von Bingen

0

Butter und Käse sollten laut Hildegard von Bingen nicht am Speiseplan fehlen. Sie empfahl die Milchprodukte vor allem für besonders abgemagerte, durch Krankheit geschwächte, oft lungenkranke Personen.

Die allgemeine Ernährungsempfehlungen der Hildegard von Bingen waren durchaus vernünftig und sinnvoll. Sie entsprechen auch heute noch oft den modernen Ernährungsempfehlungen. Bei der Frage nach der täglichen Nahrungsmenge bezieht sich Hildegard von Bingen auf den Heiligen Benedikt: „Wie es in der Schrift heißt: Jedem wurde zuteil, was er nötig hatte. Das heißt, dass man auf die verschiedenen Bedürfnisse Rücksicht nimmt.“

Statur, Körpergröße, körperliche Arbeit, individueller Appetit etc. wurden in den benediktinischen Klöstern bei der Bemessung der Speisemengen berücksichtigt. Wichtig ist auch, dass das Essen gut schmeckt, und so wurde in den benediktinischen Klöstern versucht, soweit möglich auf die individuellen Vorlieben Rücksicht zu nehmen. Hildegard von Bingen betonte auch die nicht zu unterschätzende Bedeutung wohlschmeckender Speisen für Wohlbefinden und Gesundheit.

 

Butter und Käse sollte sein

Butter – hier ist vor allem Kuhbutter gemeint – ist laut Hildegard von Bingen gesund und sollte am Speiseplan nicht fehlen. Das gilt ganz besonders für abgemagerte, durch Krankheit geschwächte sowie für lungenkranke Personen.

Man vermutet heute, dass Hildegard von Bingen bei ihrer Empfehlung vor allem an die damals weit verbreitete Lungentuberkulose dachte, die – auch als Schwindsucht bezeichnet – die betroffenen Patienten sehr schwächt. Doch auch Übergewichtige sollten laut Hildegard von Bingen nicht auf Butter zu verzichten –allerdings in kleinen Mengen. Das rechte Maß hat Hildegard immer wieder eingemahnt – nicht nur für Butter und Käse, sondern für alle Speisen und Getränke.

Auch beim Verzehr von Käse spielt die individuelle Konstitution eine Rolle: Schlanke sowie muskulöse Menschen können bei Hartkäse reichlich zugreifen, während fettleibige Personen eher zu Weichkäse greifen und bei Hartkäse zurückhaltender sein sollten. Aber auch beim Käse gilt: Es gibt weder ein absolutes Gebot noch ein absolutes Verbot: Wer gelernt hat, auf den eigenen Körper und dessen Bedürfnisse zu hören, wird automatisch nur zu den Speisen greifen, die dem eigenen Körper gut tun und zur Erhaltung der Gesundheit beitragen.

Damit jeder den Käse essen kann, der für ihn am besten geeignet ist, sollten in den Klöstern auch immer drei Käsearten auf den Tisch kommen: ein Hartkäse, ein Weichkäse und ein Frischkäse (Topfen), wobei diese verschiedenen Käsearten je nach individuellem Bedürfnis entweder einzeln genossen oder in beliebigem Verhältnis gemischt werden sollten.

Share.

About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.