Mit Brivudin die Gürtelrose behandeln

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Brivudin – der Wirkstoff gegen Herpesviren – wird vor allem bei Patienten über 50 Jahren gegen Infektionen mit Herpesvirus 1 und Herpes zoster – der Gürtelrose – angewendet.

Herpes zoster – die Gürtelrose – sollte rasch ein Arzt behandeln, bereits nach der Ausbruch der ersten Symptome. Hierzu eignet sich der antivirale Wirkstoff Brivudin ist ein, der sich seit langem in der Behandlung der Gürtelrose bewährt hat. Die Dauer Therapie beträgt normalerweise eine Woche, wobei Übelkeit die häufigste mögliche unerwünschte Wirkung darstellt.



 

Gürtelrose durch das Varicella zoster-Virus

Bei der Gürtelrose wird das Varicella zoster-Virus im Nervensys­tem reaktiviert, die Erkrankung tritt vor allem im höheren Alter auf. Viele Kinder erleiden eine sogenannte Varicellen-Infektion – die Windpocken. Die Infektion ist im Grunde genommen problemlos, doch die die eingedrungenen ­Herpesviren verweilen im Körper und gelangen über die Nervenbahnen in das zentrale Nervensystem ZNS. Mehr als 9 von 10 Personen in Mitteleuropa tragen übrigens Herpesviren im Körper.

Dort schlummern sie unentdeckt jahrzehntelang und warten auf ihre „Chance“ und schlagen bei Abnahme der zellulären Immunabwehr – beispielsweise durch Medikamente wie Immunsuppressa nach Transplantationen, Krebs, AIDS oder Autoimmunerkrankungen bzw. auch durch geschwächte Abwehrkräfte im höheren Alter – zu.

Das Herpes zoster-Virus vermehrt sich dann, löst in den betreffenden Ganglien Entzündungen und Nekrosen aus und führt zu den typischen gefüllten Bläschen auf den entzündeten Hautstellen – Neuralgien, Parästhesien, Gehirnhautentzündung und Lähmung können die Folge sein.

 

Zusammenhang Windpockenimpfung und Gürtelrose

Die Windpockenimpfung – die Kinder vor einer Erkrankung mit Windpocken schützt – scheint auch indirekte Effekte auf eine Herpes Zoster zu haben. So könnten möglicherweise die in der Kindheit nicht geimpften Erwachsenen ein erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose-Erkrankung zu haben. Braunschweiger Forscher (Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung – HZI) konnten mit ihren Untersuchungen demonstrieren, dass die Windpockenimpfung langfristig zu weniger Gürtelrose-Fällen führt (publiziert in „Human Vaccines & Immunotherapeutics“).



 

Brivudin gegen Gürtelrose

Das sogenannte Nukleosidanalogon Brivudin kommt in der Therapie von Infektionen mit dem Herpesvirus 1 und Herpes zoster – der die Gürtelrose auslöst – zum Einsatz. Vor allem über 50 Jahre alte Patienten werden mit Brivudin behandelt.

Brivudin hemmt das Herpes zoster-Virus 200- bis 1.000-fach stärker als die anderen zum Einsatz kommenden Virustatika Aciclovir und »Penciclovir (der aktive Metabolit von Famciclovir).

Die orale Bioverfügbarkeit von Brivudin liegt wegen des starken »First pass«-Effektes bei 30% (maximale Plasmaspiegel bereits nach 1 Stunde bei einer terminalen Halbwertszeit von 16 Stunden). Mahlzeiten können die einmal tägliche Aufnahme von Brivudin verzögern.

Die tägliche Tablette sollte über einen Zeitraum von einer Woche lang einnehmen, die Uhrzeit der Anwendung sollte kaum variieren. Die Therapie mit Brivudin sollte nach zwei, maximal drei Tagen nach Auftreten der ersten Hautzeichen begonnen werden.

Der Patient sollte darauf aufmerksam gemacht werden, den Arzt zu verständigen, wenn sich in den ersten 2 bis 3 Tagen der Behandlung mit Brivudin der Zustand verschlechtert oder auch nicht verbessert hat.




Literatur:

Wollina U, Machetanz J. Herpes zoster und postzosterische Neuralgie. Hautarzt. 2016 Aug;67(8):653-65. doi: 10.1007/s00105-016-3834-y.

Wassilew S1; Collaborative Brivudin PHN Study Group. Brivudin compared with famciclovir in the treatment of herpes zoster. Effects in acute disease and chronic pain in immunocompetent patients. A randomized, double-blind, multinational study. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2005 Jan;19(1):47-55.

Keam SJ, Chapman TM, Figgitt DP. Brivudin (bromovinyl deoxyuridine). Drugs. 2004;64(18):2091-7; discussion 2098-9.

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