Bittergurke wirkt bei Prädiabetes blutzuckersenkend

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Lena Abensberg
Lena Abensberg
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Die Bittergurke – Momordica charantia, auch als Balsambirne oder Bittermelone bezeichnet – kann den Nüchternblutzucker bei Prädiabetes deutlich senken.

Eine beeinträchtigte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus sind heutzutage auch in Nichtindustrialisierten Ländern ein großes gesundheitliches Problem. Gerade in diesen Regionen, in denen auch der Zugang zu einem klinischen Management oft schlecht ist, sind diätetische Interventionen und alternative Wirkstoffe sehr wichtig. Für Bittergurke Kürbis, Momordica charantia L., wurden antidiabetische Eigenschaften beansprucht. Jüngste Untersuchungen zeigen auch therapeutisches Potenzial der Bittergurke für die Entwicklung von Produkten und Arzneimitteln zur Bekämpfung von Fettleibigkeit.

 

Blutdrucksenkene Wirkung

Forscher haben seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts die blutzuckersenkende Wirkung der Bittergurke – Momordica charantiam oder Bittermelone bzw. Balsambirne – und ihrer Extrakte erfolgreich an Tiermodellen gezeigt. Allerdings bestätigten sich beim Menschen ihre antidiabetische Eigenschaften nur in kleineren Untersuchungen mit geringen Teilnehmerzahlen und ungenügendem Studiendesign.

Dass die Bittergurke den Blutzucker beeinflusst, zwar somit schon länger bekannt. Jedoch gab es bislang keine Studie, die den Effekt wissenschaftlich haltbar als signifikant zeigen konnte. Unlängst konnten nun eine Gießener Arbeitsgruppe in einer klinischen Studie zeigen, dass ein Bittergurken-Extrakt die blutzuckersenkende Wirkung vor allem bei Prädiabetiker zeigen.

 

Antidiabetische Eigenschaften von Bittergurke-Extrakt bei Prädiabetes bestätigt

Die Forscher zeigten in einer randomisierten Doppelblindstudie, dass ein Bittergurken-Extrakt den Nüchternblutzucker bei Prädiabetes deutlich senken konnte. Von Prädiabeties spricht man übrigens, wenn Menschen zu hohe Zuckerwerte im Blut haben. Allerdings wenn sie noch nicht an Diabetes Typ 2 erkrankt sind. Das Hauptziel der Interventionsstudie war die Beurteilung der antidiabetischen Effekte des täglichen Verbrauchs von 2,5 g Bittergurke-Extrakt über acht Wochen bei Patienten mit Prädiabetes.

Dabei benötigten die Probanden der Studie auch noch keine medikamentöse, antidiabetische Behandlung. Deswegen waren auch die die gemessenen Abweichungen der Zuckerwerte eher gering. Umso schwieriger war es deswegen, die Wirkung der Bittergurke nachzuweisen, was den Forschern aber gelang.

 

Je höher der Nüchternblutzucker-Ausgangswert, desto stärker die Wirkung

Unter dem Strich ist der Effekt der Bittergurke auf den Nüchternblutzucker umso größer, je höher der Ausgangswert ist. Das lässt vermuten, dass sich für Diabetiker ein noch stärkerer Effekt zeigen lässt. Und zwar im Vergleich zu einem Prädiabeties. In Vorstudien konnten die Wissenschaftler außerdem feststellen, dass nicht ein einzelner Wirkstoff den Effekt bringt. Sondern mehrere Inhaltsstoffe sind für die Wirkung des Bittergurken-Extrakts verantwortlich.

Literatur:

Meiqi Fan , Eun-Kyung Kim, Young-Jin Choi, Yujiao Tang, Sang-Ho Moon. Int. J. Environ. The Role of Momordica charantia in Resisting Obesity. Res. Public Health 2019, 16(18), 3251; https://doi.org/10.3390/ijerph16183251

Michael B.Krawinkel, Christine Ludwig, Mark E.Swaib, Ray-yu Yang, Kwok PanChund, Sandra D. Habicht. Bitter gourd reduces elevated fasting plasma glucose levels in an intervention study among prediabetics in Tanzania. Journal of Ethnopharmacology 2018; 216, 1-7.
https://doi.org/10.1016/j.jep.2018.01.016)

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