Bittergurke wirkt bei Prädiabetes blutzuckersenkend

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Die Bittergurke – Momordica charantia, auch als Balsambirne oder Bittermelone bezeichnet – kann den Nüchternblutzucker bei Prädiabetes deutlich senken.

Eine beeinträchtigte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus sind heutzutge auch in Nichtindustrialisierten Ländern ein großes gesundheitliches Problem. Gerade in diesen Regionen, in denen auch der Zugang zu einem klinischen Management oft schlecht ist, sind diätetische Interventionen und alternative Wirkstoffe sehr wichtig. Für Bittergurke Kürbis, Momordica charantia L., wurden antidiabetische Eigenschaften beansprucht.

Forscher haben seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts die blutzuckersenkende Wirkung der Bittergurke – Momordica charantiam oder Bittermelone bzw. Balsambirne – und ihrer Extrakte erfolgreich an Tiermodellen gezeigt. Allerdings bestätigten sich beim Menschen ihre antidiabetische Eigenschaften nur in kleineren Untersuchungen mit geringen Teilnehmerzahlen und ungenügendem Studiendesign.

Dass die Bittergurke den Blutzucker beeinflusst, zwar somit schon länger bekannt. Jedoch gab es bislang keine Studie, die den Effekt wissenschaftlich haltbar als signifikant zeigen konnte. Unlängst konnten nun eine Gießener Arbeitsgruppe in einer klinischen Studie zeigen, dass ein Bittergurken-Extrakt die blutzuckersenkende Wirkung vor allem bei Prädiabetiker zeigen.

 

Antidiabetische Eigenschaften von Bittergurken-Extrakt bei Prädiabetes bestätigt

Die Forscher zeigten in einer randomisierten Doppelblindstudie, dass ein Bittergurken-Extrakt den Nüchternblutzucker bei Prädiabetes deutlich senken konnte. Als Prädiabetiker bezeichnet man übrigens Menschen, deren Zuckerwerte im Blut zu hoch sind, aber die noch nicht an Diabetes Typ 2 erkrankt sind. Das Hauptziel der Interventionsstudie war die Beurteilung der antidiabetischen Effekte des täglichen Verbrauchs von 2,5 g Bittergurke-Extrakt über acht Wochen bei Patienten mit Prädiabetes.

Dabei benötigten die Probanden der Studie auch noch keine medikamentöse, antidiabetische Behandlung. Deswegen waren auch die die gemessenen Abweichungen der Zuckerwerte eher gering. Umso schwieriger war es deswegen, die Wirkung der Bittergurke nachzuweisen, was den Forschern aber gelang.

 

Je höher der Nüchternblutzucker-Ausgangswert ist, desto stärker wirkt die Bittergurke

Unter dem Strich zeigten die Studienergebnisse, dass sich der Effekt der Bittergurke auf den Nüchternblutzucker umso größer auswirkt, je höher der Ausgangswert ist. Das lässt vermuten, dass sich für Diabetiker noch stärkerer Effekt zeigen lässt als bei Prädiabeties. In Vorstudien konnten die Wissenschaftler außerdem feststellen, dass nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern mehrere Komponenten für den Effekt von Bittergurken-Extrakt verantwortlich sind.

Publikation

Michael B.Krawinkel, Christine Ludwig, Mark E.Swaib, Ray-yu Yang, Kwok PanChund, Sandra D. Habicht. Bitter gourd reduces elevated fasting plasma glucose levels in an intervention study among prediabetics in Tanzania. Journal of Ethnopharmacology 2018; 216, 1-7.
https://doi.org/10.1016/j.jep.2018.01.016)

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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