Blaulichttherapie bei Neurodermitis ist vielversprechend

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Nach vielversprechenden Ergebnissen zur Wirkung der Blaulichttherapie bei Neurodermitis soll untersucht werden, ob sie für die Langzeitkontrolle etablierbar ist.

Im Grunde genommen ist die Blaulichttherapie beziehungsweise die Bestrahlung mit sichtbarem blauem Licht mit einer Wellenlänge von 400 bis 495 n) ist eine vielversprechende, wirksame und sichere neue Behandlungsoption für chronisch entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis.

 

Atopische Dermatitis – Neurodermitis

Unter dem Strich leiden etwa 20 Prozent aller Säuglinge und Kleinkinder sowie drei bis fünf Prozent der Erwachsenen unter Neurodermitis – beziehungsweise auch als atopische Dermatitis bezeichnet. Die chronische Hauterkrankung schränkt die betroffenen Patienten vor allem durch Juckreiz, gerötete und raue Stellen.

Die betroffenen Patienten leiden weiters an Neurodermitis in unterschiedlich starker Ausprägung. Die häufigsten Beschwerden sind eine trockene, schuppende, entzündete Haut sowie quälender Juckreiz.

Oft tritt die Neurodermitis wie erwähnt bereits im Säuglingsalter auf. Viele Eltern von schwerer betroffenen Babys scheuen sich jedoch davor, gezielt Salben oder Cremes mit entzündungshemmenden Wirkstoffen anzuwenden. Doch gerade dadurch lassen sich oft Juckreiz und andere Beschwerden bessern und die sonst durch ständiges Kratzen auftretenden Entzündungen vermeiden.

Keinesfalls sollte man versuchen, die Krankheit ohne Dermatologen in den Griff zu bekommen. Außerdem sei vor Diäten für Kinder mit Neurodermitis gewarnt. Denn diese können zusätzlich Mangelerscheinungen und bei den Kleinen Entwicklungsdefiziten verursachen.

 

Blaulichttherapie bei Neurodermitis als geeignete Therapie-Option

Für viele betroffene Patienten könnte eine Blaulichttherapie bei Neurodermitis eine geeignete Therapie-Option sein, wie verschiedene Studien in den letzten Jahren berichten.

Oft kombiniert man in der Behandlung auch Immunsuppressiva und die Bestrahlung mit UV-Licht. Wichtig ist dabei insbesondere auch die tägliche Basispflege der Haut mit feuchtigkeitsspendenden Cremes und Lotionen. Unter dem Strich ist UV-Licht aber vorsichtig einzusetzen, denn es ist ja bekanntlich krebserregend. Dementsprechend ist eine langfristige Bestrahlung zu vermeiden. Daher sind UV-freie Bestrahlungsmethoden wichtig und dazu gehören eben Anwendungen mit blauem Licht.

Ursprünglich kam die Blaulichttherapie bei Neurodermitis zur Behandlung von Hand- und Fußekzemen zum Einsatz. Dabei konnte sie die klinischen Symptome wesentlich verbessern. Von besonderem Interesse war die beobachtete langfristige Kontrolle der Erkrankung auch in schweren Fällen.

Insgesamt zeigte sich beispielsweise in einer Studie der Universitätshautklinik Mainz bei sechsmonatiger Anwendung eine wesentliche Verbesserung der Symptome. Dabei ergab die Auswertung der Hautbiopsien und der Laboruntersuchungen, dass die Blaulichttherapie keine deutlichen immunsuppressiven Effekte auf das Entzündungsgeschehen der Haut ausübt. Und somit beruht die Wirkung nicht auf kurzfristiges Zurückdrängen der Entzündung. Darin besteht möglicherweise der entscheidende Unterschied zu den bekannten Standardtherapien der Neurodermitis.

Die bis dato beobachteten Effekte bei der Blaulichttherapie bei Neurodermitis sprechen auch für eine langfristige Wirkung im Sinne einer Herab-Regulation der Entzündung. Weitere Studiendaten erwarten wir demnächst.

Literatur:

Kromer et al. Treatment of Atopic Dermatitis Using a Full-Body Blue Light Device (AD-Blue). Protocol of a Randomized Controlled Trial. JMIR Res Protoc. 2019 Jan 8;8(1):e11911. doi: 10.2196/11911.


Quelle: http://www.hautklinik-mainz.de/hautklinik/patienten/berufsdermatologische-ambulanz.html

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